die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Im Gras wispert Hoffnung => Thema gestartet von: gummibaum am September 04, 2016, 21:09:09
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Das Meer ruht aus. Nur kleine Wellen rauschen
an felsige Gestade in der Nacht.
Drei Freunde halten still am Ufer Wacht.
Vielleicht, um ein Geheimnis zu erlauschen.
Da glimmen endlich fern die Wolkenschleier.
Der Mond geht langsam auf und wirft sein Licht
erregend auf die Wellen. - Jede Schicht
hebt Flammen auf die Spitzen, klingt zur Feier.
Und jene, die am Ufer schwarz verweilen,
gewinnen plötzlich Farbe in der Nacht.
Sie fühlen, wie die kranken Seelen heilen,
als hätte sie Musik zur Welt gebracht -
Die Segel sind gesetzt, das Meer zu teilen,
und Sehnsucht ist es, die in ihnen lacht…
nach C.D. Friedrich: Mondaufgang am Meer
http://www.artble.com/imgs/6/6/f/140258/moonrise_over_the_sea.jpg
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Hi Gum!
Ein schönes Sonett. Ich persönlich hätte die Szene anders gedeutet, mit weniger emotionaler Dramatik, aber das ist eben die individuelle Sicht.
Sehr gern gelesen - und die andere Sicht genossen! :)
LG, eKy
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Danke, Erich.
Die emotiotionale Dramatik ist mir versehentlich unterlaufen, weil ich mich mit der Literatur-Epoche der Romantik beschäftigt und das Bild dann durch diese Brille gesehen habe.
LG gummibaum
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Diese Brille steht Dir vorzüglich, lieber gummibaum!
Wieder ein kongeniales Gedicht.
Wer die Wahl hat, hat die Qual - oder auch nicht. Diesmal sind Gedicht und Gemälde ebenbürtig.
Großes Kompliment!
Lieben Gruß
von
Cyparis
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Danke, Liebe Cyparis. Ich hoffe, du bist nicht zu wohlwollend mit meiner "Kunst".
Alles Liebe für dich.
gummibaum
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Nein, bin ich nicht!
LG
C.