die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Ach Natur Vergissmeinnicht => Thema gestartet von: Erich Kykal am September 05, 2016, 10:42:43
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Die Tage strömen wechselhaft vorüber
wie Fremde, die, den Mantel hochgeschlagen,
kaum Blicke in die kühle Landschaft wagen
mit welken Augen, jede Stunde trüber
als was sie sommers einst an Feuer hatten,
wo heiß sie glühten über hellen Landen,
und was sie dort an Lebensfreude fanden,
erfreuten mit dem Spiel von Licht und Schatten.
Doch immer kürzer dauert ihre Reise,
so als bemühten sie sich nun, ihr Weilen
gleich raschen Wolken zügig zu durcheilen.
Es riecht nach Abschied in den frischen Winden,
das Jahr erfüllt sich, und wie eine Weise
vertrauter Wehmut raunt das Laub der Linden.
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Hallo Erich,
das Bild der abreisebereiten Herren trifft es. Die wenig gemütliche Stimmung ist bestens wiedergegeben.
Vor kurzem radelte ich um 5.30 der aufgehenden Sonne entgegen. Jetzt herrscht noch tiefe Nacht um diese Zeit.
Sehr gern gelesen und traurig genickt.
LG gummibaum
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Hi Gum!
War wohl Zeit für die erste Herbstmelancholie! Alle Jahre wieder ... ::) :o
Danke für's Reinschauen! :)
LG, eKy
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Hallo Erich,
wehmütig und wunderschön!!!
Hau mir ruhig noch einen drauf, hab jetzt schon Herbstdepressionen.
Vor allem das Bild mit dem hochgeschlagenen Mantel ist sehr gelungen. Ein wunderbarer Einstieg in eine außergewöhnliche Stimmung.
Copper
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Hi Copper!
Wenn Tage mit eingezogenem Kopf die Welt durcheilen und die metaphorischen Mäntel hochschlagen (dichte Bewölkung), dann suggerieren diese Geste und Haltung Unwohlsein, Selbstisolierung, Einkehr, Ablehnung der äußeren Welt. Zudem eine typische Geste im Herbst, wenn kalter Wind in die Spaziergänger fährt.
All diese Herbsteindrücke verstärken die transportierte Stimmung, verdichten sie in dieser enzigen Geste des Kragenhochschlagens, die, den personifizierten Tagen selbst zugeeignet, damit noch zusätzlich intensiviert wird. All das zusammen macht das Bild so plastisch und eingängig. Das kleine Einmaleins der Dichtkunst ... ;) ;D
Vielen Dank für Lob und Gedanken! :)
LG, eKy
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Lieber Erich,
Du bist ganz schön früh dran mit der Herbststimmung! Wenn ich an die Temperaturen in Rhein-Main denke am heutigen Nachmittag ...
Wie nicht anders von Dir zu erwarten, ist Dir wieder ein klangvolles, wortkünstlerisches Sonett gelungen. Am besten gefällt mir das "Kragenhochschlagen", weil es die Nüchternheit des Abschieds vom Sommer auf den Punkt bringt.
Liebe Grüße
Aspasia
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Hi Aspasia!
Hast du den Kommi vor deinem gelesen? Von wegen "Kragenhochschlagen" ... ;D
Letzte Woche war es hier einige Tage ziemlich kalt, windig und feucht bei wechselnder Bewölkung - typisch herbstlich eben. Das führte zu diesem "Frühstart" ... ::)
Vielen Dank für deine erbaulichen Worte! :)
LG, eKy
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Lieber Erich,
mit gefiele "den Kragen hochgeschlagen" besser.
Wie schlägt man einen Mantel hoch?
Dein wundervolles Sonett stimmt mich gar nicht melaancholisch, denn Deine Wortkunst läßt mich in alle lyrischen Wonnen eintauchen.
Jeder Vers ein Genuß!
Lieben Gruß
von
Cypi
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Hallo eky,
eine sehr schöne Herbstmelodie, da bin ich gerne eingetaucht.
Ich mag Sonette sehr gern lesen, eins zu schreiben, will mir nicht gelingen.
Wenn das wirklich so leicht wäre, wie mancher behauptet, dann...ach egal. ;)
Lieben Gruß
Letreo
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Hi Cypi!
So wie ich es schreibe, mag es dem exakten Wortlaut nach nicht korrekt sein, aber jeder weiß, was gemeint ist. Ich überlege mir die Stelle noch, aber "Kragen" klingt für mich nicht so schön.
Hi Letreo!
Dem einen fällt es sicher leichter als dem anderen. Wer musikalisch ist und Rhythmusgefühl quasi schon eingebaut hat, hat da Vorteile, klar. Aber wer die Regeln kennt und mal die grundsätzliche Melodie der Sonettzeile (xXxXxXxXxXx) verinnerlicht hat, der kann auch Sonette schreiben. Vielleicht nicht gleich die streng reglementierten klassischen, aber heute geht ja ohnehin fast alles!
zB:
Die Tage strömen wechselhaft vorüber
x.....X.x....X....x......X.......x..X......x..X.x
Viel ist nicht zu merken:
Unbetonte Auftakte (x- erste Silbe unbetont), weibliche Kadenzen (letzte Silbe unbetont -x), fünf Heber (betonte Silben -X) pro Zeile, dazwischen immer eine Senkung (unbetonte -x- Silbe)
Zwei Quartette mit umarmenden Reimen (ABBA), denselben in gleicher Weise (ABBA ABBA), denselben gespiegelt (ABBA BAAB) oder - nicht klassisch - verschiedenen (ABBA CDDC)
Zwei Terzette mit zwei oder drei Reimen, wobei beim klassischen die letzten beiden Zeilen des zweiten Terzetts nicht aufeinanderfolgend gereimt sein sollen.
Moderne Sonette können auch 4- oder 6-hebig sein, können betonten Auftakt haben, können Kadenzen wechseln (allerdings in klarem Rhythmus) oder ganz männliche Kadenzen haben.
LG, eKy
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Davon kiann auch ich profitieren.
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Hi Cypi!
Das freut mich! Wann lesen wir ein Sonett aus deiner Feder? ;) ;D 8)
Verschmitzte Grüße, eKy
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Lieber Erich,
so bald nicht.
Ich muß erst mit der jetzigen Sache eine Runde weiterkommen (evtl doch Umzug in eine bessere Wohnung), und ich hab auch so gar keinen Impetus.
Meine lyrische Ader scheint ausgetrocknet zu sein.
Lieben Abendgruß
von
Cypi
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HI Cypi!
Ach, gräme dich nicht - es kommen wieder bessere Tage! Meine Genesungswünsche begleiten dich!
Der obige Kommi sollte ein Scherz sein - natürlich hst du zur Zeit anderes im Kopf und um die Ohren!
Es wird sich alles weisen.
Alles Gute!
LG, eKy