die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Aspasia am September 08, 2016, 21:28:14
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Mich ängstigt der Nordwind, des Freitodes Bote,
mich schaudert der Ostwind, der Festen durchdringt,
ich hasse des Westwindes launische Mode,
der, samtig gewandet, den Sturm zu mir bringt.
Auch wenn mich die Länder des Mittags betören,
so zweifle ich doch an des Südwindes Charme,
vertrau lieber nicht dem erotischen Schwören,
das Seelen betäubt selbst bei höchstem Alarm.
Die Rose der Winde ist mir nicht erhaben,
mein Herz als Matrose gehört nur der See,
und wird sie in Zukunft mich in sich begraben,
verschließen die Winde mein Lebensdossier.
28.08.2016
Korrigierte Fassung:
Windrose
Mich ängstigt der Nordwind, des Freitodes Bote,
mich schaudert der Ostwind, der Planken durchdringt,
ich hasse des Westwindes launische Mode,
der, samtig gewandet, den Sturm mit sich bringt.
Auch wenn mich die Länder des Mittags betören,
so zweifle ich doch an des Südwindes Charme,
vertrau lieber nicht dem erotischen Schwören,
das Seelen betäubt selbst bei höchstem Alarm.
Die Rose der Winde ist mir nicht erhaben,
mein Herz als Matrose gehört nur der See,
und wird sie unter Wogen mich begraben,
verschließen die Winde mein Lebensdossier.
09.09.2016
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Hi Aspasia!
Ein klangvolles, schmetterndes Werk, eine Liebeserklärung an die wilde See unter tückischen Winden!
Ein paar kleine Vorschläge, nimm, was dir brauchbar erscheint:
Mich ängstigt der Nordwind, des Freitodes Bote,
mich schaudert der Ostwind, der Festen durchdringt, Besser ins Bild passende Altern.: "... der Planken durchdringt,"
ich hasse des Westwindes launische Mode,
der, samtig gewandet, den Sturm zu mir bringt. Sprachmelodische Altern.: "... den Sturm mit sich bringt."
Auch wenn mich die Länder des Mittags betören,
so zweifle ich doch an des Südwindes Charme,
vertrau lieber nicht dem erotischen Schwören,
das Seelen betäubt selbst bei höchstem Alarm.
Die Rose der Winde ist mir nicht erhaben,
mein Herz als Matrose gehört nur der See,
und wird sie in Zukunft mich in sich begraben, Klangliche Altern.: "und wird sie in tosender Gischt mich begraben," "mich in sich" klingt ein wenig umständlich ...
verschließen die Winde mein Lebensdossier.
Sehr gern gelesen! :)
LG, eKy
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Vorschlag eins ist sehr gut.
Bei Vorschlag zwei hatte ich deine Version auch überlegt, mich dann aber dafür entschieden, dass der Seemann den Sturm pesönlich nimmt, quasi als Sinnbild für die Herausforderung des Schicksals. Das ist so eine Sache ... Im Grunde stimmt es ja, dass es dem Sturm egal ist, wer da gerade auf See ist. Ich muss nochmal darüber nachdenken.
Vorschlag drei klingt gut. Aber mit der Gischt auf hoher See habe ich ein Problem. Wenn keine mechanische Wirkung wie z.B. ein Fels oder eine Schiffsschraube, Gischt erzeugt, sondern der Wind, wie stark muss er sein, um die Gischt zum Tosen zu bringen und ein Schiff kentern zu lassen? Das kann nur ein Sturm. Kann man aber bei den meterhohen Wellen, die ein Sturm erzeugt, noch von Gischt sprechen? Ich kenne mich in Seemannsfragen nicht aus und kann mich auf das verlassen, was ich durch das Lesen und durch Bilder kenne.
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Hi Aspasia!
Gischt nennt man das schäumende Wasser der Wellenkronen, egal ob bei Brandung oder Hochseewellen. Je stürmischer/bewegter die See, desto mehr Luft wird ins Wasser gemischt, desto mehr Gischt entsteht - sie ist also ein immanenter Bestandteil hohen Wellengangs und Sturms.
Es gibt aber noch genug andere Varianten:
"und wird sie mich in ihrem Schoß begraben,"
" und wird sie unter Wogen mich begraben,"
"und wird sie meinen toten Leib begraben,"
"und wird dereinst sie meinen Leib begraben,"
.... usw ...
Alles besser als deine sperrige Zeile ... ;) ;D
Hoffe, es ist was für dich dabei! :)
LG, eKy
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Hoffe, es ist was für dich dabei! :)
LG, eKy
Ja, durchaus. Habe oben unter die Erstfassung jetzt die korrigierte Fassung eingestellt.
LG
Aspasia
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Korrigierte Fassung:
Die Rose der Winde ist mir nicht erhaben,
mein Herz als Matrose gehört nur der See,
und wird sie unter Wogen mich begraben,...und wird sie mich unter den Wogen begraben
verschließen die Winde mein Lebensdossier.
09.09.2016
Liebe Aspasia,
meinen Stolperstein habe ich gefunden ::)
und dir meinen blauen, wogenden Weg gezeigt ;)
Liebe Grüße von der Küste (Ost) von
Curd
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Hallo, Aspasia -
da sieht man mal wieder, was kleine Korrekturen ausmachen.
Den Rat von Curd finde ich sehr gut - flüssiger.
Jetzt hat Dein Gedicht den richtigen touch.
Nur zu gern gelesen
vom grüßenden
Cyparis