Nicht mehr weit
Keine Silbe ist des Schmerzes würdig,
kein Ton entrinnt jemals deiner Lippen
selbst wenn die Uhr nicht mehr tickt
und keine Hand mehr in ner andren liegt.
Alles, was man als Verknüpfung namierte,
was niemals auszusterben doch schien
oder der sanften Versuchung widersprach,
das hat es einst noch gegeben – bis es erlosch.
Wer die Tage genaustens auch zählt
erhält sie so nicht mehr wieder,
denn zwischen all dem Überleben
steckt ein „langsam begraben“ anbei.
Ob es Liebe ist, vielleicht auch Hass?
Du weißt es nicht, vielleicht auch nimmermehr.
Selbst wenn Spatzen nicht mehr frech sind
und die Hunde nicht mehr bellen.
Ja, wenn die Menschen nicht mehr eins sind,
sondern vergraun von Tag zu Tag,
dann kann Laub nicht tiefer fallen,
dann kann der Schmerz nicht länger ruhen.
Und du rennst, ohne den Weg zu kennen,
ohne dich dem Ziel nur etwas zu bekennen.
Wenn Flammen erlöschen und Gluten gefrieren,
dann ist der Herbst nicht mehr weit.
26.09.2016