die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Ach Natur Vergissmeinnicht => Thema gestartet von: cyparis am September 23, 2010, 10:56:38
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Das Rauchgras zittert.
Astern blühn. Der See erschauert schwer im Grunde
und alle Blätter flüsterns leis im Wind,
daß sich der Herbst erbittert
seinen Weg erkämpft, er weit in alle Runde
seine Farben streut, in alle Wasser rinnt
und Nebel sät.
Die Erde wittert
den nahen Frost in früher Dämmerstunde,
wenn Mond und Sonne schweigend sind.
Und selbst der Tod sieht jäh erschüttert -
ihm ist es ungewollte Kunde -
daß Sommers heißgeliebtes Rosenkind
in seine Hand gerät.
Der Herbst ist da.
Die Erde bleicht und halbzerfressen sinkt der Sommer
in sein aus rotem Laub gehobnes Grab.
Er weiß, daß übers halbe Jahr
er aufersteht als lichter, frommer
Leuchtender, der alles gab -
und er verzeiht.
Schwarz hängt die Rah,
war gestern noch das zarte Birkensamt,
war gestern noch der Pappel dunkler Glanz.
Die schwere Traube spürt, was heut geschah:
Zu süßer Schwermut ward nur sie allein verdammt,
denn selbst die Schlehe stürzt zum Todestanz -
Der Herbst gedeiht.....
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Das nenne ich "den Herbst besingen", in den herrlichsten Tönen, die Farben sehen lassen. LG Ingo
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Lieber Ingo,
ein Lob aus Deinem Munde läßt mein Herz vor Stolz erbeben.
Sei bedankt
von
cyparis!
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Hallo cypa.
Wenn Herzblut in das Herbstlaub fließt,
der Leser dieses gar genießt.
J.J.J.
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Ich geniese diese Zeilen sehr,
hallo Cypa schreib noch mehr
dr Knacki schickt was,
Grüße nämlich, schriebs ich mit h
da wär ich dähmlich ;D
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Lieber gun, lieber Knacki -
habt Dank für die lobenden Zeilen!
(ja, mit dem h soll man kennerisch umgehen! :))
Liebe Grüße
von
cyparis
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...sehr bildreich, intensiv und stimmungsvoll - dazu handwerklich raffiniert gelöst, so, wie ich es mag!
lieber gruß
norbert
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Lieber norbert,
hab Dank für das Lob! Ich labe mich daran.
Glaubst Du mir, wenn ich Dir versichere, daß das Gedicht vor 40 Jahren geschrieben wurde?
Lieben Gruß
von
cyparis