die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: gummibaum am November 07, 2016, 23:00:59
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Eine Tür, die ich gern fände
in der Glätte deiner Wände
müsste doch hinüberführen,
und so könnte ich dich spüren.
Jahrelang sind meine Hände
suchend über deine Wände
wie im Fieber hingefahren,
wo nicht einmal Risse waren.
Langsam hab ich aufgegeben,
und vertrocknet hängt mein Leben
über meinen mürben Knochen -
Bald bin ich an dir zerbrochen…
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Hi Gum!
Sehr gelungen! Du beschreibst eindrücklich eine einseitige Partnerschaft, die hermetische Isolation eines Menschen, der nicht geben, sich nicht öffnen kann, und das vergebliche Mühen eines dennoch Liebenden, der langsam daran zugrunde geht.
Ich kenne derlei (dank weniger "Beziehungen" mit Frauen, die mir nicht glauben wollten, wenn ich von meinen sozialen Defiziten und meiner Teilsoziopathie erzählte und scheinbar glaubten, sie könnten mich "knacken") von der anderen Seite: Jemand versucht mir nahe zu kommen und prallt an meinen intellektuellen Schilden letztlich hilflos ab, weil ich unfähig bin, zu teilen und zu lieben, so wie sie es verstehen. Hinterher war es natürlich dann immer "meine Schuld" ...
LG, eKy
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Danke, lieber Erich. Eine sehr ehrliche Antwort aus persönlicher Situation.
In meinem Gedicht spricht meine Mutter zu meinem Vater. Beide hatten ihre Defizite, und ich habe meinen Vater nicht so hermetisch empfunden. Aus seiner Sicht zu schreiben, würde mich auch locken.
Gute Nacht.
LG gummibaum
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.... weil ich unfähig bin, zu teilen und zu lieben, so wie sie es verstehen.
Lieber Erich, diese Erklärung von dir entspricht meines Erachtens nicht der Realität und ist von dir falsch beschrieben.
Nicht du bist unfähig, nein, sie sind unfähig zu verstehen, wie und auf welche Art du liebst und teilst, denn du machst es mit einer anderen Freude, auf deine Art.
Das lieber gummibaum musste ich vorweg stellen, denn da du den Wunsch hast ein Gedicht aus der Sicht deines Vaters zu schreiben,
wirst du bestimmt Parallelen zu meiner Erklärung finden, die ich hier an Erich geschrieben habe. Vielleicht war deine Mutter nicht in der Lage die Gefühlsregungen deines Vaters zu deuten. Vielleicht wusste auch er nicht, wie er sich ihr erklären sollte.
Dein Gedicht beschreibt für mich den langsamen Entwöhnungsprozess einer langjährigen Ehe, in der man aus dem DU und ICH kein WIR machen konnte.
Das Problem vieler Ehen, beginnend im verflixten siebten Jahr, wie der Volksmund sagt.
LG
CB
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Lieber Curd,
keinen Entwöhnungsprozess. Meine Mutter war schwanger mit mir und hat von da an gehofft, dass mein Vater sich, wenn zunächst einmal eine Ehe aus ihrer Beziehung würde, mit der Zeit mehr öffnen werde. Aber mein Vater sagte, er habe keine wirklich einschneidenden Probleme (so wie sie), die er mit ihr teilen könne, und dabei blieb es.
LG g
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.............das ist der Grund, warum ich so ungerne in "Verbrannte Erde" lese.
Es macht mich betroffen, egal ob LyI oder autobiografisch.
LG
CB
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Sei jetzt ein Poem positiv oder eher negativ, dieses Werk ist sehr gelungen.
Der Vergleich mit geschlossenen Wänden gefällt, und ein roter Faden zieht sich von Anfang bis zum Ende durch.
Gern gelesen.
wolfmozart
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Lieber gummibaum,
das ist bei aller Traurigkeit und Resignation ein sehr gelungenes Gedicht (das mir bekannt vorkommt).
Ich lese eine Gefühlskälte heraus, die das um Zugänglichkeit ringende Gegenüber verzweifeln läßt.
Bedrückend. Solch eine Auswegslosigkeit geht unter die Haut.
Lieben Gruß
von
Cyparis