die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Erich Kykal am Dezember 17, 2016, 12:21:15
-
Da draußen liegt der Reif in meinem Garten
wie in der Nacht zerstoßnes Bleikristall
auf Halm und Zweig, auf Stein und überall,
als könne er zu funkeln kaum erwarten,
wenn sich die schweren Nebel endlich lichten.
Ein seltsam Ding, in Dunkelheit geboren,
im Lichte glühend, doch darin verloren,
wenn Wintersonnenstrahlen es vernichten.
Es scheint mir zu verlaufen wie ein Leben:
Ein Ursprung in verschwiegnen Finsternissen,
der Kindheit sanfte Nebel bald zerrissen,
ein kurzes Glitzern, wo die Winkel passen -
um allzu bald, wenn sich die Schatten heben,
im allzu Hellen haltlos zu verblassen.
-
moin moin Erich,
schön beschrieben, da man das Geschehen mit dem inneren Auge verfolgen kann.
In S1/Z1 würde mir ein " in meinem Garten" besser zusagen, da in S1/Z3 weiter "auf" folgen, was für die Aufzählung aber OK ist.
LG
CB
-
Wun-der-schön, lieber Erich.
Welch ein Bild, das Dir auch als Metapher dient!
Großartig, wie Du den Wörtern, die Dir zur Verfügung stehen, Deinen ureigenen Schönheitsstempel aufdrücken kannst.
Ich bin - was sonst? - begeistert.
Herzlichen Gruß
von
Cyparis
-
Hi Curd, Cypi!
Vielen Dank für Lob und Gedanken! :)
Curd, der Reif liegt per definitionem AUF etwas, das wird praktisch immer so ausgedrückt.
Cypi, deine Begeisterung ist mir der liebste Orden an meiner Brust!
LG, eKy
-
das wird praktisch immer so ausgedrückt.
moin moin Erich,
aufgrund meiner lyrischen Freiheit hätte ich den Reif " in meinem Garten wie zerstoßenes Bleikristall" liegen lassen, um die Aufzählung auf Halm und Zweig, auf Stein und überall,
so betonter hervorzuheben und nicht das Gefühl des - auf - auf - auf - dabei haben zu müssen.
Aber wie geschrieben, es wäre MEINE lyrische Freiheit 8)
LG
CB
-
Hi Curd!
Die "Auf"-erei ist mir selbst gar nicht aufgefallen! Also gut, du hast mich überzeugt! Hab's geändert - vielen Dank für deine Standhaftigkeit! ;) :D
LG, eKy