die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Seeräuber-Jenny am M?RZ 26, 2017, 18:18:37
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Schrecklicher Zwist war entbrannt um das Ei des Kolumbus.
Hochedle Götter, sie stiegen hinab in die Sümpfe,
Wühlten im Schlamm Tag und Nacht, doch konnt’s keiner entdecken.
Kehrten zurück in die Welt, jäh verwandelt in Tiere,
Bestien mit blutigen Mäulern, mit schmutzigen Klauen.
Plötzlich erblickten sie's oben, umgeben von Wolken,
Doch war ihr Platz im Olymp nun für immer verloren.
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Hi Jen!
Antike Göttersage und eine - nie so passierte - Anekdote über einen spätmittelalterlichen Seefahrer ... wie passt DAS wohl zusammen??
Obendrein ist der ganze Plot chaotisch und unlogisch!
Entweder es sind antike Götter, dann lag Kolumbus' Geburt weit in der Zukunft, und ein Ei des K. konnte es noch gar nicht geben - oder der Text soll implizieren, dass es nach Kolumbus auch noch antike Götter gab. (Natürlich gabe es sie weder in Antike noch bis heute, aber nehmen wir der Höflichkeit halber mal an ...)
Welche Art von Streit mag entbrannt sein? Der Text erklärt es nicht.
Warum sollten sie auf der Suche nach einem Hühnerei oder dessen Legende in Sümpfe steigen und im Schlamm wühlen?? Dort finden sich eher selten Hühnereier, schon gar keine legendären!
Wie und warum sollte sie die Rückkehr in Tiere verwandeln?? Und warum "in die Welt"? War der Sumpf, den sie durchwühlten, etwa außerhalb der Welt?
"Blickten nach oben" meint wohl, sie sahen das gesuchte Ei in den Himmeln=elysischen Gefilden, die sie zuvor bewohnt hatten? Warum sahen sie es nicht, ehe sie gingen?
Warum waren sie plötzlich Frevler, weil sie das Ei gesucht hatten? Warum war der Himmel verschlossen?
Fragen über Fragen, keine einzige beantwortet der über Gebühr kryptische Text! Ich kann mir nur einen Sinn darin vorstellen: Eine zynisch-sarkastische Persiflage auf religöse Welterklärungsmodelle und Heilslegenden - die haben mit Logik und gesundem Menschenverstand in etwa ebensoviel gemein wie der Inhalt dieses Gedichtes! ;) >:D
Sie hören sich auch ähnlich pathetisch und verquast an - die Art von Erzählton, bei dem der Zuhörer gehalten ist, jegliche höhere Gehirntätigkeit einzustellen und staunend den Mund offen stehen zu lassen, weil es ja um "Glauben" geht!
Liege ich richtig? Oder bin ich nur zu blöd, den Text richtig zu interpretieren?
LG, eKy
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Hi Erich,
danke. Du hattest vollkommen recht. Habe das Gedicht umgeschrieben. Ich denke, es ist jetzt klarer. Es heißt "Die gefallenen Götter".
Lieben Gruß
Jenny
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Ich habe zuerst Dein andres Gedicht kommentiert, liebe Seeräuber-Jenny.
Aber auch mich interessiert brennend, wie Du das Ei des Columbus mit dem Olymp in Verbindung bringst.
Gefallene Götter der Antike kenne ich soo nicht, aber aus dem Christentum den böse, gefallenen Lichtengel Luzifer.
Lieben Gruß
von
Cyparis
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Liebe cyparis,
ich hatte die falsche Metapher bemüht. Was ich als "Ei des Kolumbus" verkaufen wollte, war eigentlich die "Frucht der Erkenntnis". Ein Schnellschuss.
Prometheus ist doch ein gefallener Gott.
Aber die Geschichte hat kein mythologisches Vorbild.
Lieben Gruß
Jenny
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Ist in Ordnung, liebe Jenny! :-*