die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Erich Kykal am April 25, 2017, 20:42:14
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Der Wollust Übertreibung jagt mich in die Jahre,
doch steife Lüsternheit sticht nur in kalte Luft!
Verloren sind der Zauber und das Wunderbare,
die jungen Illusionen und ihr Duft.
Verdorben ist die Traubensüße meiner Träume,
der Wein der Triebe säuert einsam vor sich hin,
bleibt ungetrunken, und in sternenleere Räume
vergeudet sich der Schatten, der ich bin.
Verloren sind die Überbleibsel großer Pläne,
verraten endlich von der Feigheit, die sie trug.
Ich stehe uferwärts und füttere die Schwäne,
als fütterte kein andrer sie genug.
Wer zählte je die traurig unverlebten Stunden
gedankenloser Schwüle und verdrängter Lust?
Wer glaubte schon die wahre Seligkeit gefunden
und wurde sich der Lüge doch bewusst?
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Hallo Erich,
in Deinen Zeilen lese ich Hoffnungslosigkeit. Jedoch wundervolle Metapher, sehr viel Weisheit und auch sehr stimmungsvoll geschrieben. Diese Art von Depression kann ich gut nachvollziehen. Ist sie doch dem Alter geschuldet. Wir sind ja Beide Bj. 64.
Es heißt zwar, man soll nach vorne schauen, nicht zurück. Doch wenn man älter wird schaut man wohl gerne und auch öfters zurück. Das Älterwerden gibt uns keinen Grund nach vorne zu schauen. Denn vor uns liegt das Welken. Jedoch beim Blick zurück können wir träumen. Wenn auch wehmütig. Deine Zeilen vermitteln mir jedoch ein Art Schuldgefühl an das Vergangene. Im nachhinein ist man immer schlauer. Warum hat man nicht einen anderen Weg gewählt ? Warum hat man manche Chancen nicht umgesetzt ? Ob es der richtigere Weg gewesen wäre? Das kann man sich ebenfalls nur erträumen.
Danke für das schöne Gedicht.
LG. Copper
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Hi Copper!
Vielen Dank für das Lob, werter Altersgenosse! :)
LG, eKy
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Lieber Erich,
ausgerechnet hier, k e i n Sonett, finde ich mich ganz besonders an R.M. Rilke erinnert,
lediglich der letzte Vers kehrt sich davon ab. Zumindest höre ich das so.
Wieder traumhaft schön und wenn Du mich einst fragen solltest, welche denn meine Lieblinge gewesen, darf ich sagen: alle.
Lieben Gruß
von
Cypi
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Hi Cypi!
Danke für den Rilkevergleich - hier lief es mir wirklich "flüssig" von der Feder.
LG, eKy
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Hi eKy,
einige Stellen in deinem Gedicht passen genau zu den Lebensfragen, die ich mir momentan stelle. Wenn sie doch nur mich beträfen. Man müsste sein Leben ab und zu speichern können, um es dann von dort noch einmal zu versuchen ;D
Gruß,
Laie
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Man müsste sein Leben ab und zu speichern können, um es dann von dort noch einmal zu versuchen ;D
Gruß,
Laie
Wie wahr! Und wie unmöglich...
LG
Cyparis
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HI Laie, Cypi!
Das Gedicht kann unterschiedlich ausgelegt werden - mit Absicht. Wie bei einem eher abstrakten Gemälde kann ein jeder darin erkennen, was ihn selbst am ehesten beschäftigt. Es hängt ganz von der Auslegung bestimmter Schlüsselwörter ab: eins zu eins oder im übertragenen Sinne ... ;)
Die letztlich tragbare Lebensprämisse muss jeder für sich selbst finden - und natürlich seinem jeweiligen Alter entsprechend. 8)
LG, eKy