die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Zwischen Rosen und Romantik => Thema gestartet von: gummibaum am Juni 30, 2017, 12:20:39
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Weil ich dich lieb hab, aber nicht
in deiner Nähe leben kann,
so berge ich oft mein Gesicht
ins Kissen, bis es irgendwann
sich fast in dich verwandelt.
Und weil die Hände noch verirrt
dich suchen, falte ich sie fest,
bis eine Hand fast deine wird,
und sich kaum wieder lösen lässt,
als ob ein Großes handelt.
Und weil zuletzt noch fremd und kalt
die Füße sind, so leg ich Fuß
auf Fuß, und einer wird alsbald
zu deinem. Und ein warmer Gruß
steigt auf. - Wir sind verbandelt….
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Moin moin lieber gummibaum,
Rungholt, nein. Wenn, dann schon eins der Seele. ;)
Ich habe das Bild der beschriebenen Person vor meinem inneren Auge.
Dein Gedicht ist ein kleiner Schatz!
Die kalten Füße deuten auf eine Person mit Ängsten.
Die Hände die sich Falten Symbolisieren den Wunsch, die Hoffnung.
Das Gesicht auf dem Kissen oder im Kissen könnte für vermisste „Wärme“ stehen.
Ich sehe eine Person sitzend, leicht nach vorne gebeugt, mit eben diesen gefalteten Händen
auf denen das Kissen ruht. Sich leicht wiegend mit Übereinander gestellten kalten Füßen.
An wen denkt sie, wen vermisst sie, was ist dieser Person zugestoßen?
Sehr gerne gelesen und damit beschäftigt.
Lieben Sonntagsgruß vom Phönix
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Lieber Phönix,
ich bedanke mich ganz herzlich. Ich habe an einen Liebenden gedacht, der fern von seiner Liebsten allein im Bett liegt.
Wünsche dir einen schönen Abend.
LG gummibaum
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O0 KREISCH............. ???.........SCHREI.....................
wo sind die anderen Kommentare hin...........???
Einen entsetzten Gruß.............. :o
an die wortefressenden Bücherwürmer
von
CB
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Hallo gummibaum,
Dein Gedicht erweckt in mir längst vergessene Sehnsüchte. Danke für dieses Erlebnis.
LG. Copper
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Weil es so schön ist, lieber gummibaum, möchte ich es auch hier gern kommentieren. Es ist zauberhaft!
Sehr gern gelesen.
Lieben Gruß
Letreo
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Liebe Letreo,
gewaltig verspäteten Dank.
Gruß von gummibaum
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Hi Gum!
Das muss mir damals wohl entgangen sein - zu meinem Nachteil!
Wunderschön! - Bis auf die allerletzte Phrase ... ::) Das "verbandelt" erscheint gemessen an der sonstigen gehobenen Sprachhabung allzu gemeinsprachlich. Mehr noch - es diminuiert das vorher aufgebaute Pathos, all die tiefe Emotion, aus der die bis dahin hohe Sprache schöpft, wird dadurch quasi verniedlicht und entwertet.
Leider fällt mir auf "verwandelt/handelt" auch kein sprachlich wertiger Reim mehr ein, der sich da einfügen könnte. :(
Insgesamt sehr gern gelesen! :)
LG, eKy
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Danke, lieber Erich.
Mit dem "verbandelt" hast du recht. Aber ich müsste das Gedicht neu schreiben, um das zu ändern.
Liebe Grüße gummibaum
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ja, das verbandelt missfällt mir auch. Ansonsten ein sehr schönes und zartes Gedicht, lieber Gu,
LG von Agneta
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Mir fiele höchstens ein:
"steigt auf, vom Leben unverschandelt."
Oder, falls die Fast-Wortgleichheit (allerdings in anderer Bedeutung) mit S1 nicht stört:
"steigt auf, bis er mit Sternen wandelt."
LG, eKy
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Hallo zusammen,
möchte nur kurze Kritik zur Alternativlösung 1 von Dir, Erich, anmerken:
verschandelt bzw. unverschandelt bewegt sich für mich auf dem gleichen Sprachniveau wie verbandelt - stellt also insofern keine Alternative dar.
lG Eleonore
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Hi Eleonore!
Einen Tick besser ist es schon, da aus der Hochsprache stammend (abgeleitet von "Schande") und nicht wie "verbandelt" vom gemeinsprachlichen "Bändel" hergeleitet - aber rein klanglich reißt es sich nicht um viel, da gebe ich dir recht. ;)
LG, eKy