die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Ach Natur Vergissmeinnicht => Thema gestartet von: gummibaum am Juni 22, 2019, 21:36:17
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In meinem Garten saß ein Schneider
auf einem Blatt, am Rand gezackt.
Er nähte aber keine Kleider
und trug, verarmt vielleicht, auch leider
kein eigenes. - Er war ganz nackt.
Und doch, es wollte mir erscheinen,
als ob es ihm nicht peinlich war.
Er lief auf acht gespreizten Beinen
und schien sein Los nicht zu beweinen -
Die schwarzen Augen glänzten klar…
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rilaena_triangularis.ogv
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Hi Gum!
Formidabel! Dass man Weberknechte auch "Schneider" nennt, war mir neu! Bei uns in Ösiland hab ich das noch nie gehört. Wie diese Bezeichnung wohl zustande kam?
Aber auch der Terminus "Weberknecht" erscheint seltsam, spinnen (=weben) diese Tiere doch meines Wissens auch gar keine richtigen Netze!
Das Gedicht leidet nicht darunter - sehr gern gelesen! :)
LG, eKy
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Danke, lieber Erich.
Bezeichnungen des Volksmunds für Pflanzen und Tiere haben oft sehr begrenzte lokale Ausdehnung. Über die Herkunft weiß ich nichts. Ob jemand das Tier vielleicht im Schneidersitz gesehen hat?
Liebe Grüße
g
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bei uns nennt man sie Schneiderwibbel. Lächeln. Ganz harmlose Tierchen. LG von Agneta