die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Eisenvorhang am Februar 24, 2020, 19:56:48
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Wo glauben wir, Liebe zu finden,
ruht sie zwischen Menschen, im Wind?
Gilt es die Entfernung zu binden
von Bäumen zu Sternen zum Kind?
Wie misst man das wahrhaft Entfernte,
das alles im Leben bestimmt;
wie jemand im Dasein, der lernte,
von Geben und Nehmen; er nahm
und gab was im Kern ihn entkernte:
vom Halten und Tragen nur Scham.
Ich höre die Stimmen im Winde mich rufen,
die Ferne der Fremde, die Nähe der Liebe,
ich geh diese Wege auf samtenen Hufen,
umarme den Stern, der das Maß für mich hält.
Verstehe die Wehmut, die Wirklichkeit, nicht,
versteh nur die Schatten, das Selbstkümmernis,
die Schwärze der Gassen, ja, weniger Licht -
Oh Wehmut, oh Wehmut, du Nachtfinsternis,
ich suche nach silberschweifspänernen Licht;
wo glauben wir, Hoffnung zu finden,
wo hoffen wir immer im Glauben,
wann sehen im Tage die Blinden,
wo schwinden wir in dem Verschwinden
bis wir dann vollkommen entschwunden sind?
Ein Mond, der die Felder bewellt,
des Seienden Angesichts schmält,
ein Licht, das im Glanze zerfällt,
die Blumen im Wiesenlicht blinken,
ein Weg, der ein Ziel bald erhält.
Wer weiß, denn ich kann es nicht wissen.
Was seh ich denn schon durch die Zinne
der Welt, in der ich dann fast wie beflissen
in rauchgrauen Häuten ich bange,
nicht danke, doch sage: "oh rinne
von meiner sehr wehmutserblichenen Wange!"