die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Wo Enzian und Freiheit ist => Thema gestartet von: gummibaum am April 28, 2020, 02:45:49
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Ich liebe dich und kann es dir nicht sagen,
da ich nur noch ein Hort der Stimme bin,
der Rede letzter Worte krausen Sinn
dem Sprechenden von fern zurückzutragen.
Doch rufst du, Liebster, irrend nach den Deinen,
betrügt der Widerhall mein eignes Ohr,
und als von dir begehrt schlüpf ich hervor,
um mich mit dir im Walde zu vereinen.
Und furchtbar ist, dass du, vor Schreck erbebend,
mich fliehst und mit der Glut alleine lässt.
So schwinde ich, in dunklen Höhlen lebend,
im Brand der Liebe hin, und nur ein Rest
aus Knochen macht die arme Seele schweben,
was Felsen, die sie werden, sprechen lässt…
https://www.gottwein.de/Lat/ov/ovmet03339.php
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Hi gummibaum,
ich bin begeistert!!
vlg
EV
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Ich auch!!!!! :) Sehr sehr schön... schön... schön... ;)
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Danke, ihr beiden. Das freut mich.
Herzliche Grüße
gummibaum
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Hi Gum!
Ich schließe mich an, bloß die "Knochen" in S4Z2 wollen mir für die Bescheibung eines verklingenden Echos nicht recht ins Bild passen. Da hätte ich anders geschrieben, vielleicht stattdessen "des Festes ...", "des Glückes ...", "der Klänge ...", "des Liedes ..." usw ...
LG, eKy
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Danke, lieber Erich. Auch bei den Knochen bin ich Ovid gefolgt: vox manet, ossa ferunt lapidis traxisse figuram. (398)
Alles Liebe
gummibaum
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Beeindruckendes Werk, lieber Gum. LG von Agneta
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Oh, danke für den schönen Kommentar, liebe Agneta.
Mit sommerlichen Grüßen
gummibaum