die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Mit Löwenzahn und Lebensfreude => Thema gestartet von: Erich Kykal am August 15, 2020, 18:10:31
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Warum gibt es Kulturdiktat und strenge Regeln,
die herzlos richten, was erlaubt ist und was nicht?
Warum ist der nur anerkannt, der sie bedient,
der unter Volkes Schirmherrschaft mit vollen Segeln
- und sei er auch ein noch so unbedarfter Wicht! -
nur sittsam tut, was seinem Bürgerstand geziemt?
Warum gibt es der Volksmoral geblähte Mienen
für jede Andersartigkeit, die sie berührt?
Die schwere Richterhand auf tausenden Genicken?
Warum ist es verboten, seiner Lust zu dienen,
die gerne andere zu ihrem Tanz verführt,
wo alle heimlich doch so furchtbar gerne … tanzen?!
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Lieber Erich,
ich halte mich schon lange an keine Regel mehr, höchstens noch ans Metrum. Du dagegen traust dich nicht einmal, das Wort "Romanzen" zu schreiben. Stößt sich doch heute keiner mehr dran. ;D
Sehr gern gelesen.
LG g
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Hi Gum!
Seit wann reimt sich "Romanzen" auf "Genicken"?? ;D ;) :P
LG, eKy
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Diese Sorte zotiger Albernheit in gewählter Sprache ist wohl so alt wie die Literatur... in der römischen Lyrik gibt es so manche Passagen, die niemals in ein deutsches Schulbuch gelangen werden... hier eines der harmlosen Beispiele (mit Versuch einer groben Übersetzung):
Aus: Carmina Priapea
Loquor una mihi peccatur littera: nam T
P dico semper blaesaque lingua mihi est.
Mir hat mal wer das L entrückt,
da hab ich ihm am Zeug gef..ickt:
Die Zunge ist doch ungeschickt!
Erklärung: "nam T P dico" heißt "ich sage T statt P", das lyrische Ich hat also einen Sprachfehler. Doch wenn man den Satz nicht liest, sondern nur hört, kann man es alternativ auch als "nam te pedico" verstehen... und dann wird es unanständig...
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Hi Suf!
Ich behaupte bisweilen, umfassend allgemeingebildet zu sein und bemessen an der prozentualen Verteilung von Wissen im Volkskörper dessen viel angesammelt zu haben - indes, vor deinem Gebirge angesammelter Weis- und Wissenheit erscheine ich mir bisweilen wie ein Zwerg ... :o
Ich hatte zwar an die sieben Jahre Latein damals im Gym, habe es aber - bis auf ein paar Zitate aus dem Asterix - erfolgreich verdrängt. ;)
Aber schön zu lesen, dass schon die alten Römer Spass an zweideutig eindeutigen Wortspielereien und -schweinereien hatten! ;D
Wenn man weiß, dass in manchen südeuropäischen Sprachen das Wort "peder" - oder ein klangliches ähnliches - für Schwuler steht, kann man sich leicht ausmalen, was das Wort "pedico" bedeutet. Von "Pes, pedes": der Fuß/die Füße wird es wohl nicht kommen ... >:D
LG, eKy
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Uijuijui... jetzt machst Du mich verlegen, guter eKy.... ich gebe zu, dass ich ein großer Konsument von allerlei abgelegenem Wissen bin... in Trivial Pursuit oder ähnlichen Ratespielen bin ich aber nur solide, ohne zu exzellieren. Ich bin also eher der Zuständige von seltsames Spezialwissen als für breites Allgemeinwissen. :)
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Dem Feedback von eKy schließe ich mich an, wenn ich so manchen Beitrag von Sufnus lese, weiß ich, dass ich besser demütig sein sollte und ich eigentlich gar nichts weiß.
Der positive Effekt: Es spornt an, mehr zu lernen!
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Exegi monumentum aere perennius! 8)
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hallo erich,
das gute am angedeuteten ist, dass darf sich was vorstellen darf!
und da die vorstellung die realität meist bei weitem übertrifft, ist die kunstvolle ver - hüllung allemal interessanter.
warum nicht also auch ( hin und wieder) ein verbal- dessous tragen?
denn sicher lieben wir das tänzchen,
mit keckem blick und frohem..... scherzchen. ;D
lg, larin
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"Sperenzchen" wollstest du doch sagen, oder? ;) >:D