die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Wo Enzian und Freiheit ist => Thema gestartet von: gummibaum am November 18, 2020, 10:37:39
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Ich lag im Bett, auf beiden Ohren
die großen, weißen Hörermuscheln,
ein Knistern und ein leises Tuscheln,
dann wurdest du im Lied geboren.
Du warst ganz Stimme, weich vibrierend,
und wie sie mein Empfinden leckte,
so schmolz ich, mich an dich verlierend,
bis ich mein Innerstes entdeckte.
Ich weilte dort, ich kniete nieder,
und war selbst zu Musik zerflossen.
Ich schwebte weit, bis meine Lider,
vom Schlaf berührt, sich langsam schlossen.
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Hi Gum!
Eine wunderschöne, innig nachzuempfindende Hommage an die Stimme, die singt. Wie sie uns, von außen kommend, mit sich nach innen wendet, bis wir uns im Zentrum des Klanggefühls verlieren und selbst schweigend nur noch ganz und gar Stimme sind, losgelöst, aufgelöst in Harmonien und Gefühl, hingegeben dem Augenblick, der Anspruch auf die Größe von Ewigkeit erhebt ...
Sehr gern gelesen und mitgesummt! :)
LG, eKy
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Schön, dass du es so gut aufnimmst, lieber Erich.
Freudige Grüße von gummibaum
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Hi Gum!
Was hätte ich sonst schreiben sollen? Dass sich dein pubertierendes LyrIch zum Gesang einer begehrten Schönen im Bett vor dem Schlafengehen heimlich einen runterholte? ;) ;D >:D
Wär aber auch nur menschlich ... :)
LG, eKy
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Das ist auch schön, lieber Erich. Aber die erste Antwort gefällt mir besser. Die ist richtig gut.
Liebe Grüße von gummibaum
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Hi gum!
Ein sehr schönes Gedicht über die Hingabe an einen Traum und jugendliche Schwärmerei, die kein Vorrecht der Jugend sein soll! :) In der zweiten Strophe leuchten einige durchaus handfeste erotische Signalwörter auf, hingegen äquilibrieren die erste und dritte Strophe die Gemütslage in weniger körperliche Regionen. Wem mag wohl die ungenannte, betörende Stimme gehören? Darauf wird wohl jeder Leser eine Antwort für sich finden können. :)
Sehr gerne gelesen!
S.
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Lieber sufnus,
von Herzen vielen Dank. Deine Analyse ist wieder vortrefflich.
Beste Grüße von gummibaum