die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Erich Kykal am Dezember 14, 2009, 10:56:21
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Ich lauschte halbe Ewigkeiten
in meine Endlichkeit hinein,
ertaubt für alle Lebenszeiten,
die ich versäumte, ich zu sein...
Ich sehnte mich nach allem Wissen,
als wäre es für mich allein
und hätte nie es teilen müssen
mit einem Rest von Menschlichsein...
Ich lauschte halbe Ewigkeiten,
und ahnte nicht, was ich verlor!
Es sind die Klingen, die wir reiten,
stets härter als der Schutz davor...
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Lieber Erich Kykal,
die,die wir knieend nur bewundern können.....
S1V4 hätte ich (aber wer bin ich?) mit "da" (zeitlich gesehen!) begonnen.
Ansonsten:
Semper idem!!!
Lieben Gruß und Dank
von
cyparis
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Hi, Cypi!
Dein Vorschlag ist gut und berechtigt. Irgendwie halten sich beide Versionen die Waage. Ich schwanke noch...
Ich fürchte allerdings, dass es, bedingt durch den vorhergehenden Satzbau, reflexiv weitergehen muss, woraus sich erschließt, dass es aus grammatikalischen Gründen ein "die" sein muss.
Das Gedicht ist sicher teilweise autobiografisch, teilweise dem Famulus des Dr. Faust gewidmet.
LG, eKy
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Lieber Erich Kykal,
ich hab das jetzt wieder und wieder betrachtet.
In dem "die" steckt wohl doch die wahre Finesse.
Ich war zu vorschnell und wollte es mir "zurechtbiegen" nach meinem Gusto.
Hab lieben Dank für Deine Rückmeldung!
Jahresfastendgruß
von
cyparis
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lieber erich,
das stück autobiographie glaub ich dir sofort,
die conclusio ist gleichermaßen bedrückend wie gelungen:
Es sind die Klingen, die wir reiten,
stets härter als der Schutz davor...
das ist die oft erlebte , erlittene diskrepanz : dass vorstellung und realtität, innen und außen mitunter nicht gerne hand in hand gehen wollen.
bald neigt sich die waagschale zu sehr nach der einen, bald nach der anderen seite.
der "hochgelehrte" hat sich wohl zu oft im theoretischen verloren - und steht nun in der praxis alleine da.
und der "praktiker" wüsste wiederum kaum etwas über hintergründe....
"leben" ist wahrscheinlich nur in der zusammenschau....
wie gut, dass uns das forendasein dieses ermöglicht!
wie immer ist dein gedicht technisch und sprachlich perfekt, da wüsst ich nichts zu bekritteln!
durch deine zeilen zum nachdenken sehr angeregt,
larin