die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: AlteLyrikerin am M?RZ 04, 2021, 11:54:24

Titel: Alter
Beitrag von: AlteLyrikerin am M?RZ 04, 2021, 11:54:24
Reduzierte Pflichten
öffnen freie Räume.
Schwindende Möglichkeiten
provozieren kreative Energie.

Vergangenes betrachten,
Zukünftiges erhoffen.
Detektivisch im Alltäglichen
Besonderes entdecken.

Jedem „ach, hätte ich“
die Tür vor die Nase schlagen.
Dem frischen Wind des Machbaren
weit die Fenster öffnen.
Titel: Re: Alter
Beitrag von: Erich Kykal am M?RZ 04, 2021, 16:36:02
Hi AL!

Die passende Antithese:

Den Verfall verwalten,
das Reduzieren kultivieren.
Schwindende Möglichkeiten
verkleinern den Horizont.

Im Vergangenen leben
aus Angst vor der Zukunft.
Aus alltäglichen Ritualen
Illusionen der Beständigkeit schaben.

Ins Vergessen entsinken
mit dem Gleichtakt der Tage,
an deren seichten Oberflächen
kein Tiefes mehr hangen bleibt.


Interessiert gelesen!  :)

LG, eKy
Titel: Re: Alter
Beitrag von: AlteLyrikerin am M?RZ 05, 2021, 14:00:22
Hallo Erich,

die gut formulierte Antithese ist leider auch plausibel, aber sie hilft nicht viel, oder? Ich lebe lieber in der anderen Sehensweise.
Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
Titel: Re: Alter
Beitrag von: Erich Kykal am M?RZ 05, 2021, 14:46:47
Hi AL!

So viele Menschen, so viele Wege zum Seelenfrieden.  ;)

LG, eKy
Titel: Re: Alter
Beitrag von: Agneta am M?RZ 07, 2021, 12:01:20
ja, liebe AL,den Wind des Machbaren mit einkalkulieren, das ist wohl der richtige weg für das Alter. Das heißt, deine Grnezen, die das Alter setzt, zu akzeptieren. Ein Schritt, der vielen schwer fällt. Entweder reiben sie sich im "Weiter so" auf, oder sie fühlen sich unnütz. LG von Agneta
Titel: Re: Alter
Beitrag von: AlteLyrikerin am M?RZ 08, 2021, 16:00:49
Liebe Agneta,

herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ja, ein "Weiter so", als ob nichts wäre, das kann sehr tragisch enden. Dieses "Weiter so" kommt zu einem großen Teil aus unseren gesellschaftlichen Strukturen, die ein ganz bestimmtes Menschenbild präferieren. Der leistungswillige, sich beständig selbst optimierende Mensch ist gefragt. Altersbedingte Defizite, das Leid, das viele Menschen irgendwann "befällt", es wird verdrängt.
Das ist eine Thematik, gegen die ich immer wieder anzuschreiben versuche.

Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
Titel: Re: Alter
Beitrag von: Agneta am M?RZ 08, 2021, 20:31:05
ja, da gebe ich dir recht, liebe AL. Ich bin ja noch nicht so alt und musste lernen, mit meinem Rücken und Hüften die Einschränkungen zu akzeptieren. Habe mich mal wieder übernommen: Teppiche abgescheuert, Fenster geputzt, sehr lange mit dem Hund gegangen und prompt kriege ich die Quittung. Laufe wieder waagerecht...Ist halt so. Minderwertig fühle ich mich aber nicht, denn ich war verdammt im Leben immer der Ochse, der alle Karren aus dem Dreck zog . Dürfen die Karren jetzt auch mal kleiner werden...Das Thema ist wichtig. LG von Agneta
Titel: Re: Alter
Beitrag von: AlteLyrikerin am M?RZ 09, 2021, 11:52:20
Ich hoffe sehr, es geht Dir schon wieder etwas besser! Ja, das passiert mir auch immer mal wieder, dass ich (bei der Gartenarbeit) meinen Rücken behandle, als sei der "unkaputtbar". Er rächt sich jedes Mal gründlich, und ich bin wieder für eine Weile brav.


Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.
Titel: Re: Alter
Beitrag von: hans beislschmidt am M?RZ 09, 2021, 12:39:08
Liebe AL,
Reduzierte Pflichten
öffnen freie Räume.
Das ist eine der Zauberformeln. Nach so viele Jahren Heque Meque ist es schön zurückzufahren. Gelingt aber nur, wenn man die freien Räume auch ausfüllen kann. Eine andere ist die Achtsamkeit bei Gesundheit und Ernährung, sonst nutzt alles nix.
Gerne gelesen. Gruß vom 66 jährigen
Titel: Re: Alter
Beitrag von: AlteLyrikerin am M?RZ 09, 2021, 16:32:33
Lieber Hans,

herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ja, die freien Räume empfinden viele nicht als Geschenk sondern als Leere, die eventmäßig gefüllt werden muss. Was die Gesundheit angeht, da bin ich nicht so streng mit mir. Ab und zu eine gute Zigarre und ein gutes Glas Wein, auch mal ein Schnäpschen ab und an, das gönne ich mir. Aber es bleibt in einem vernünftigen Maß, denke ich.
Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.