die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: gummibaum am Oktober 09, 2021, 11:40:27
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Wie schön ist dieses große alte Blatt
vom Fraß der Raupen unterbrochen!
Ein Muster ungleich feiner Löcher hat
ihm etwas Zeichenhaftes zugesprochen.
Und sieht nicht meine Seele ähnlich aus,
weil viele Feuer lange an ihr fraßen?
Ein filigranes Sieb umschließt ihr Haus
und führt hinein in lichtgetränkte Straßen…
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Hi Gum!
Welch wunderschöner Vergleich! Das "filigrane Sieb" der Seelenschale und die durch Raupenfraß oder Verwitterung freigelegte Struktur eines Blattes! Du schreibst zur Zeit ganz besonders tolle Werke! Chapeau!
Schön, dass die Blicke bei dir in lichtgetränkte Straßen führen - bei mir wären es bloß dunkle, pissschimmelige, versiffte, vermüllte Hintergassen von Bordellen und (anderen) Irrenanstalten ... ::) >:D
Sehr gern gelesen! :)
LG, eKy
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Lieber Erich, vielen Dank.
Gern würde ich dir von dem Licht etwas abgeben, denn deine Gedichte und Kommentare sorgen ja mit für meine gute Stimmung.
Alles Liebe von gummibaum
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Hi Gum!
So wie die deinen für die meine - Stimmung, meine ich. (Könnte sein, dass es noch unkommentierte Werke gibt in meinem Archiv ... ;))
LG, eKy
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ein wunderbares Bild für die Seele, das Blatt, zerfressen und doch noch da. Das Natürliche, Leichte des Blattes und auch das Vergängliche. zauberhaft, Gum. LG von Agneta
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Danke, liebe Agneta.
Liebe Grüße von gummibaum
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Hallo Gummibaum,
spontan fiel mir bei deinem Gedicht ein: Aus der Not eine Tugend gemacht. Ein Blatt wird zerfressen, eine Seele zerstört; man kann nichts tun, aber es schön finden.
Dann las ich die Kommentare, die eine andere Lesart haben. Es gibt eben viele Ansichten und Interpretationen, was nicht gegen ein Gedicht spricht.
Habe es jetzt mehrmals gelesen, es ist, und bleibt, anregend.
Einen schönen Tag
Rocco