die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Erich Kykal am M?RZ 11, 2023, 13:32:18
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Du wurdest nie ins große Los geboren,
dein Löffel war nicht silbern, sondern Holz.
Du warst das Schaf, von anderen geschoren,
und was dir blieb, war eines Sklaven Stolz.
Du trugst dich viel durch anderer Begehren,
als fühltest du im eignen Herzen nie
ihr Dichbenützen und ihr Dichversehren
in Heimlichkeit und ihrer Prüderie.
Du wurdest welk und bitter in den Händen,
die nie berührten, was dich wirklich trieb,
so bist du nun erkaltet in den Lenden,
und nimmer hast du selbst dich endlich lieb.
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Das ist ein wahres, sehr gutes, aber auch trauriges Gedicht, lieber Erich.
Ich hatte erst gehofft, dass der Stolz des Sklaven dieses Ende verhindert. Aber du hast dich keinen Illusionen hingegeben. Zu recht. Nur die Überschrift finde ich zu diskriminierend, fast verachtend.
Im Moment beschäftigt dich das Los derer, die sich opfern, unterwerfen oder zu Opfern gemacht werden, offenbar wieder stark.
Vielen Dank!
LG g
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Hi Gum!
Bei diesem Gedicht dachte ich an die Armen, die den Reichen und Mächtigen überall ausgeiefert sind, sich ihnen andienen müssen, um über die Runden zu kommen, von ihnen ausgenutzt und ausgebeutet werden, nur um nach Gebrauch weggeworfen zu werden, als zählten ihre Leben nichts und ihre Träume noch weniger.
Auch wenn viele dieser Armen aus den sogenannten 'unteren Klassen' glauben, sie könnten die Reichen und Mächtigen ebenso benutzen wie jene sie, indem sie sich willig prostituieren - sie vergessen, dass es immer etwas mit den Benutzten macht, sie hart, bitter und kalt werden lässt am herablassenden Gebrauch durch jene, die sich - wie auch immer - an ihnen bereichern und delektieren.
LG, eKy