die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Erich Kykal am Juli 19, 2025, 09:54:51
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Gleich dort am hellen Eingang zu Sankt Peter
steht eine glanzpolierte Vollskulptur,
ein inniges Versprechen an ein Später,
ein Trauern um die sterbliche Natur
in allen Dingen, jedoch hier vor allem
der Schmerz der Mutter um das tote Kind:
Wo in der Züge stillem Widerhallen
die Schmerzen aller Welt gespiegelt sind.
Zugleich darin das stille Akzeptieren
des Unausweichlichen in allem Drange -
dass wir der Welt Geliehenes verlieren,
egal, ob nieder oder hoch im Range.
Noch nie sah ich das einzig Wesentliche,
und niemals wieder so perfekt versteinert,
für den Betrachter so intim zu lesen.
Das laute Leben lehrt uns manche Schliche,
die sich ereifert und verallgemeinert -
doch dieses Werk entwaffnet unser Wesen.
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Sehr schön, lieber Erich,
wie du Michelangelos Pieta besprichst, die allgemeingültige Botschaft, die es vermittelt, herausarbeitest. Ich teile die Bewunderung für das Werk.
Mit Genuss gelesen.
Chapeau von gummibaum
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Hi Gum!
In meinen Augen Michelangelos bestes Werk, um Längen ausdrucksvoller und schöner als der leicht arrogant wirkende David (mit seinem Mikropenis ... ::) ).
Funfact: Die Skulptur in St. Peter ist natürlich eine Replik. Die echte ist viel zu kostbar, um sie dem möglichen Schaden durch Besucher auszusetzen: Trophäenjäger, Anarchisten, Terroristen, Geltungssüchtige, die sich so in die Geshcichte einschreiben wollen, indem sie etwas Unersetzliches und unsäglich Wertvolles zerstören, oder einfach nur gedankenlose Idioten.
Ich glaube ja nicht einmal, dass die im Louvre hinter fettem Panzerglas gezeigte Mona Lisa die echte Ausgabe ist - hinter so dicken Scheiben könnte man die Details ohnehin nicht verifizieren, und wer weiß, was womöglich die Panzerfaust eines desrtuktiven Elements anrichtet ...
LG, eKy