die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Erich Kykal am August 28, 2025, 08:58:23
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Wir erzählen uns Geschichten,
leben drin bisweilen gar,
wunschbeglückt und wunderbar,
wo wir auf die Welt verzichten.
Was nur gibt uns das Erdachte,
dass wir gern der Zeit entsagen,
uns des Erdentags entschlagen,
der uns krumm und bitter machte?
Welcher Sinn wird in uns bleiben,
welche Wirklichkeit verpflichtend,
wo wir Lebenszeit vernichtend
uns der Fantasie verschreiben?
In der Welt muss man sich fügen,
doch im Träumen fügen wir,
sind wir Held mal oder Tier,
müssen niemanden belügen.
Dürfen das sein, was wir wollen,
frei im Handeln, im Erfahren,
da sich jene, die wir waren,
in Unendlichkeit entrollen.
Es mag Trug sein, eines Wahnes
Trost und Labe, die uns treibt,
doch am Ende ist, was bleibt,
hier wie dort: Ein Aufgetanes.
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Sehr schön, lieber Erich.
Formal drei Strophen, die fragen und drei die antworten, die letzte, markiert durch geändertes Reimschema, alles resümierend. Dieser, Ausgewogenheit spendende Rahmen passt trefflich zu Thema und Inhalt.
Ja, viele, die dichten oder andere Künste ausüben, fragen sich, ob sie ihr Leben nicht nutzlos an Hirngespinste verschwenden und fühlen doch, dass sie erst in diesen schöpferischen Tätigkeiten wirklich intensiv und frei leben, ganz Ich und Mensch sind. So geht es mir jedenfalls auch.
Chapeau von gummibaum
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Hi Gum!
Vielen Dank für den Kommi! :)
Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich zur eigenen Freude dichte, zur eigenen Befriedigung. Wenn es gefällt - Bonus! Aber der illusorische 'Ruhm der Nachwelt' war nie mein Motivator. So betrachtet erachte ich mein Tun nicht als 'verschwendet'.
Frage am Rande: Inwieweit hat die letzte Str. ein 'geändertes Reimschema'?
LG, eKy
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Hat sie gar nicht. Da hab ich wohl den Überblick verloren, Erich.
LG g