die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: gummibaum am Januar 31, 2026, 18:43:25
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Einsam hinter Scheiben stehen
wie ein welker Blumenstrauß,
abgeschnitten von Ideen
andre sich begegnen sehen,
zahm gemacht im Haus.
Trübes Vasenwasser trinken
auf beheizter Fensterbank.
Hoffend auf die Straße winken
und zurück ins Zimmer sinken
ausgeblüht und krank.
Nutzlos, von der Zeit zerbrochen
wie ein Stängel ohne Blatt.
Und empört sich wundes Pochen
im Verlauf verstaubter Wochen –
bald schon schweigt es matt…
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Hi Gum!
Erneut so 'welke' Töne? Ungewöhnlich für sich, der doch sonst so lebensbejahend dichtete. Dieser 'Stil' ist ja eigentlich mein Ding ... - Nun ja, ich lebe ja auch damit und verzweifle nicht. Bin eben recht phlegmatisch, was das anbelangt.
Einzig dies: Das 'Pillenschlemmern' ist als Begriff nstürlich unkorrekt, es heißt 'Schlemmen', ohne 'r'. Wenn du diese Wortverzerrung dennoch benutzt, wirkt es kontrakarierend komisch und rückt den traurigen Grundton des Werkes eher ins Absurde - ao als würdest du dich sogar im Depressiven selbst sabotieren wollen.
Denkbare Alternative:
'Und empört sich wundes Pochen
im Verlauf verstaubter Wochen -'
Sehr gern gelesen! Meisterlich gedichtet. :)
LG, eKy
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Lieber Erich,
danke für das Lob und den Verbesserungsvorschlag. Ich hab ihn gern übernommen und V3/V1 entsprechend angepasst. Dies war die urspr. Version:
Nutzlos durch die Tage dämmern
wie ein Stängel ohne Blatt.
Und empört sich wehes Hämmern
unter stetem Pillenschlemmern –
bald schon schweigt es matt…
Alles Liebe für dich und beste Grüße
g