die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Verbrannte Erde => Thema gestartet von: Erich Kykal am April 20, 2026, 12:16:37
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Was werden Tausende doch investiert,
um einen schwer verirrten Wal zu retten!
Das Publikum nach Sensationen giert,
um das Gewissen weicher sich zu betten.
Man äußert dabei niemals sich zu Gründen,
warum die Wale stranden, halb verschmachtet,
denn Wahrheit müsste dann in Taten münden,
in weniger, das man per Schiff verfrachtet.
Dies würde sattsam die Gewinne drücken,
den Luxus der obszön geblähten Wahl
an Gütern, die im Supermarkt entzücken -
was ist dagegen eines Wales Qual?
Verwirrt, verängstigt von dem Schraubenrauschen,
das überhand nimmt in den Ozeanen,
vertraute er zu Unrecht seinem Lauschen
nach allzu flacher Brandung auf den Bahnen
vertrauter Wanderschaft, entstellt vom Lärmen
zu vieler Schiffe, Bojen und Sonare!
Verhungernd dank des Unrats in Gedärmen,
wird ihm die Küste nun zur frühen Bahre.
Und wir? Wir kaufen und wir müllen weiter,
und geben dem Verschuldeten noch Namen,
eh es krepiert. Wann werden wir gescheiter,
erkennen unsre Schuld an solchen Dramen?
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Lieber Erich,
ein schönes und wichtiges Gedicht, das die Hintergründe für die vielen Opfer unter den Walen (und anderen Meeresbewohnern) zeigt: die Gier und Rücksichtlosigkeit der Menschen, die ihren Lebensraum bedrohen (Lärm, Müll, Verseuchung). Die medienwirksamen Rettungsaktionen - so gut gemeint sie sind - lenken davon eher ab.
Mit Interesse gelesen.
LG g
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Hi Gum!
Selbst wenn sie es wider Erwarten schaffen sollten, den Wal frei zu bekommen - mittlerweile ist er wahrscheinlich schon zu schwach, um noch selbstständig Nahrung zu suchen.
Ich wette, wenn sie ihn obduzieren, finden sie einen Bauch voller Plastikmüll.
Aber dem Tier zuliebe wollen wir das Beste hoffen ...
Danke für den Kommi! :)
LG, eKy