die Lyrik-Wiese
Blumenwiesen => Eulenspiegeleien => Thema gestartet von: Erich Kykal am Mai 09, 2026, 10:51:55
-
Dreierlei die Art von Frauen,
die ein 'starker Mann' benutzt:
Eine schüttelt sich vor Grauen,
fühlt sich unrettbar beschmutzt,
fügt sich aber seinem Drängen
aus Erpressung oder Angst:
'Aus gewissen äußren Zwängen
tue ich, was du verlangst.'
Eine andre fügt sich lüstern
der Parade seines Schwerts
mit vor Geilheit weiten Nüstern
mangels jeden Eigenwerts.
In erniedrigendem Dienen
findet sie den tiefsten Reiz:
'Schlage mich mit deinen Mienen,
o Gebieter ohne Herz!'
Eine dritte lebt Fassade
streng nach außen, so wie er:
'Bin mir nicht für dich zu schade,
denn ich liebe Reichtum sehr.'
'Nutze alle schwachen Fotzen,
wie du magst. Mir ist's egal,
ob sie vor Verachtung kotzen,
aber tun, was man befahl.'
'Ob sie sich vor Geilheit winden
im ersehnten Übergriff,
weil ihr Vater, sie zu binden,
auf den Wert von Weibern pfiff.'
'Dräng nur brünstig dein Begehren
ihnen auf, so hab ich Ruh,
muss mich deiner nicht erwehren
und genieße, was ich tu.'
'Aber vor den Mikrophonen
ehre mich, als wär ich rein:
Es muss sich für beide lohnen,
Schild des anderen zu sein.'
Dreierlei die Art von Frauen,
die ein schwacher Mann benutzt,
um sein welkes Selbstvertrauen
aufzurichten, bis es trutzt.