die Lyrik-Wiese

Blumenwiesen => Drum Ehrlichkeit und Edelweiß => Thema gestartet von: Erich Kykal am August 20, 2026, 08:08:19

Titel: Sommer im Klimawandel
Beitrag von: Erich Kykal am August 20, 2026, 08:08:19
Kaum erholt von lauem Dunkel
zieht der neue Tag herauf,
nimmt mit seinem Lichtforunkel
auch die heiße Luft in Kauf.

Immer höher brennt es gleißend
hell vom Firmament herab,
einen grellen Tag verheißend
hält es seine Welt auf Trab,

hetzt sie in die kurzen Schatten
wie ein Raubtier im Revier,
bis die Opfer schlaff ermatten
und an ihm verschmachten schier.

Wie ersehnen sie die Nächte
neuerdings in diesem Reigen
der Entfesselung der Mächte!
Und der Menschen Führer … schweigen.
Titel: Re: Sommer im Klimawandel
Beitrag von: gummibaum am August 20, 2026, 14:02:53
Lieber Erich,

ein Gedicht auf der Höhe der traurigen Zeit.

Tagsüber draußen zu sein, ist fast so gefährlich wie in radioaktiv verstrahltem Gebiet. Klimanlagen, die die Arbeit drinnen am Laufen halten, schaufeln zusätzlich Wärme nach draußen. Wälder gehen in Flammen auf, Flüsse vertrocknen. Menschen aus dem Süden sind auf der Flucht in den Norden.

Und was wird getan? Man schweigt. Schönt die Zahlen der Hitzetoten. Befestigt die Grenzzäune. Gibt das Trinkwasser den Feuerwehren. Berichtet zur Ablenkung von anderen Katastrophen.

Sehr gern gelesen.
LG g




     
Titel: Re: Sommer im Klimawandel
Beitrag von: Erich Kykal am August 21, 2026, 23:06:00
Hi Gum!

Seit der Trumpiot im Weißen Haus die Leugnung des Klimawandels für die Konservativen und Wirtschaftsraubtiere sozusagen politisch salonfähig gemacht hat, wurde vieles an guten Ansätzen wieder zunichte gemacht, für die man ja schon dankbar war.
Ausgetrocknete Bach- und Flussbetten, Waldbrände usw - ich sage: GUT SO! Anders scheint die Masse Mensch ja offenbar nie zu kapieren, worauf sie zusteuert, wenn sich nicht drastisch etwas ändert, und zwar weltweit!
Nicht, solange eine Handvoll ziviler Toter im Ukrainekrieg jederzeit wichtiger sein darf. Ich weiß, das klingt zynisch, aber es zeigt, wie subjektiv wir immer noch gewichten, was an Nachrichten unmittelbar wichtig ist, und wie leicht man eine Volksmasse mit der falschen Sorte Angst ablenken kann.

Vielen Dank für deine bestätigenden Worte!

Dauerseufzende Grüße, eKy