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Nachrichten - gummibaum

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Ach Natur Vergissmeinnicht / Re: Am See
« am: September 07, 2026, 17:48:27 »
Danke, lieber Erich,
dass du eigene Erfahrungen mit Kindheitserinnerungen mitteilst. Da habe ich wohl etwas übertrieben. Die Komas habe ich gesetzt.

Liebe Grüße von gummibaum

2
Ach Natur Vergissmeinnicht / Am See
« am: September 07, 2026, 00:06:27 »
Am See, der hohe Bäume spiegelt,
dient Rasen als ein Kleingehege
für ein paar Enten, abgeriegelt
durch ein Geländer längs dem Wege.

Und auf dem Wege am Geländer
ein Junge, klein und aufrecht stehend
und ganz allein dort; alles sehend
fügt er des Innenbildes Ränder.

Und was darin ist, wird es bleiben,
und nimmt ihn mit sich in die Dinge,
und weckt in allem eine Schwinge,
ihr Schweben in ihn einzuschreiben …

3
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Steingeworden
« am: September 05, 2026, 13:18:52 »
Lieber Erich,

abseits von den anderen versteinert man leicht: Ein sich Bewahren, unberührt von ihnen, aber vielleicht im Innern klar und glänzend.

Sehr gern gelesen.
LG g

4
Verbrannte Erde / Re: Sommersehnsucht
« am: September 05, 2026, 13:14:39 »
Das passt schon gut in die Zeit, die momentanen kühleren, wolkigen und regnerischen Tage, lieber Erich.

Ein schönes Bild.

Sehr gern gelesen.
LG g

5
Verbrannte Erde / Re: Traum
« am: September 05, 2026, 13:10:40 »
Genau, lieber Erich,

das ist auch ja auch durchaus möglich. Das Wort habe ich eingefügt. Vielen Dank und alles Gute.

g

6
Das Blöken der Lämmer / Re: Ausgefault
« am: September 04, 2026, 20:01:50 »
Danke, lieber Eich,
für "pfui",  Komma und "auch". Das erste ist im Gewissen, die letzten beiden sind im Text angekommen.

LG g

7
Verbrannte Erde / Re: Traum
« am: September 04, 2026, 18:40:50 »
Oh je, lieber Erich,

du hast recht. Ich habe es noch einmal versucht:


Oft find ich mich im Traum gestaltet
zu einer anderen Figur.
Verlottert, alt und eingefaltet,
zeigt sie, was ich verstecke, pur:

Geräusche waren zu vernehmen
im letzten Traum aus meinem Schrank.
Gefaltet lag darin als Schemen
ein Alter, zahnlos, gelb und krank.

Das Mädchen hinter meinem Rücken,
mein Schätzchen, wirkt nicht sehr erstaunt,
als er heraussteigt, sie zu drücken
und mich betrachtet, schlecht gelaunt.

Die beiden streichen sich die Butter,
die ich mir kaufte, auf ihr Brot.
Ich fahre weg zu meiner Mutter
und fühle mich ein wenig tot.

Als ich erwachte, war da keiner,
nur ich allein, wie eh und je,
doch alles schien ein wenig kleiner
und eigentlich nur noch Idee…


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Das Blöken der Lämmer / Ausgefault
« am: September 02, 2026, 16:27:30 »
Ich faule vor mich hin im Bett
und wünsche mir ein süßes Mädchen,
das schmeckt wie Trauben aus dem Städtchen,
doch findet mich ja keines nett.

Da find ich eine faule Traube,
die unterm Bett liegt und nicht schmeckt,
und fühle, auch in Mädchen steckt
die Fäulnis, wenn ich an sie glaube.

Nun faule ich nicht mehr im Bett
und pfeif auf Trauben und auf Mädchen.
Viel süßer schmeckt ein Gang ins Städtchen.
Ich finde mich allein komplett …

9
Verbrannte Erde / Traum
« am: September 02, 2026, 11:13:59 »
Schon länger sind Geräusche in dem Schrank
an einer Wand der Küche zu vernehmen.
Ich öffne, und gefaltet, dünn und lang
hockt zahnlos jemand dort im Unbequemen.

Er klettert, staubig und voll Spinnenweben
aus dem sonst leeren Schrank ins Freie,
begrüßt mich, ohne mir die Hand zu geben,
und stellt sich neben uns: jetzt wir Dreie.

Mein junges, zartes Schätzchen, lächelt leise,
als kenne sie den Penner wie mich Kleinen,     
Sie essen jetzt gemeinsam, und ich reise
zu meiner Mutter, um mich auszuweinen …

10
Das Blöken der Lämmer / Re: Kreativitätsfaden
« am: September 01, 2026, 11:19:01 »
Ja, danke, lieber Erich.

11
Das Blöken der Lämmer / Re: Kreativitätsfaden
« am: August 31, 2026, 22:50:53 »
Danke für deine Antwort, lieber Erich.

Deine Auffassung ist völlig richtig. Ich habe nur oft das Gefühl, mein geistiger und körperlicher Akku erreicht nicht mehr 100% und ist schnell leer, und ich brauche etwas, das mich pusht. Zugleich missfällt mir meine Suche nach dem rettenden Strohhalm. Ein Positives hat es, wenn ich im Konstrukt trotzt der Fesselung an Wörter meine Stimmung oder sogar unbewusste Gedanken lesen kann. 

LG g

12
Danke, lieber Erich,

für weitere Gedanken dazu. Mir fiel noch auf, das viel Nietzche (Die Geburt der Tragödie ...und Zaratustra) in dem Text steckt, und der distanzierte letzte Satz an den Schluss von Goethes Werther erinnert. Außerdem steckt viel von Thomas Mann in der Aschenbach-Figur.

LG g

13
Das Blöken der Lämmer / Kreativitätsfaden
« am: August 31, 2026, 13:34:52 »
Ich bin andernorts noch immer an den Krativitätsfaden gefesselt, wo man unter Zeitdruck aus 5 vorgegebenen Wörtern ein Gedicht macht. Ein kleine Probe aus den letzten 4 Tagen:

lokomotive °° hüpfen °° stur °° hagebutte °° sandeln


Eine Dampf-Lokomotive,
war zwar eisern, doch nicht stur,
hüpfte mit der Perspektive
eines Ausflugs aus der Spur.

Aß statt Kohlen Hagebutten,
sandelte am weißen Strand,
plauderte am Dom mit Putten,
und durchräderte das Land.

Schließlich stieg sie in die Gleise,
fügte sich der Schienenspur.
Doch ihr Pfiff bei jeder Reise
atmete die Herzenskur…
 

Köpfe, beißen, dienen Lacktisch, karstig


Mir dienten Höhlen untertage
in karstigen Verstecken,
das Laserschwert, das Menschheitsplage
enthauptet, auszuhecken.

Noch immer beißen diese Köpfe,
die auf dem Lacktisch bluten.
Sie drückten fast die roten Knöpfe
vor wenigen Minuten.

Enorm, ihr Überlebenswille,
wer weiß, worauf er gründet.
Beruhigt sie, dass, kaum ist Stille,
ihr Doppelgänger zündet? …


krank, Raspel, beten, kästeln, südlich


Wie war ihr Leben einst verästelt
in Denken, Fühlen, rascher Tat.
nun faulte es wie eingekästelt
in einem Hinterhausquadrat.

Wie eine Raspel trug das Alter
ihr Leben immer weiter ab,
sie fühlte sich als kranker Falter,
und war zu jedem Flug zu schlapp.

Holt mich, ihr südlichen Gestade,
so betete sie manche Nacht,
ans weite Meer, gewährt die Gnade,
dass mich sein Rauschen selig macht.

Und endlich trat ihr Sohn ins Zimmer.
Er trug den dürren Leib hinaus
und bettete ihn dann für immer
ins Meer, als rauschhaft tiefes Haus …


Waldesrauschen, Reisezug, verzweifelt, irren, duften


Der Reisezug ist überfüllt,
es duftet stark nach Schweiß,
als ganz verzweifelt jemand brüllt:
„Es ist das falsche Gleis!“

Dann knallt es, und wir alle lauschen
aus den zerstörten Wagen
nur noch dem schönen Waldesrauschen
und eines Kuckucks Klagen.

Ein Jäger irrt durchs Sterben, weiß
den Grund für diese Wende:
„Das alte, stillgelegte Gleis
war vor dem Knall zu Ende.“


Apfelsine, Gewänder, schüren, richten, wacklig


Richtete in ferne Länder
Segel, wo man Fremdes spürt,
Kippa, Burka und Gewänder
trägt und Glaubenskriege schürt.

Selten fand ich Menschen frei –
Und wie ging es mir dabei?

Wacklig wurden Geist und Zähne,
Apfelsinen halfen nicht.
Dass ich doch Skorbut erwähne,
passt vorzüglich ins Gedicht …










 


 

14
Lieber Erich,

ein monumentales Werk, das mich an deine "Bilder aus dem Dreißigjährigen Kriege" oder Dürers "Apokalyptische Reiter" erinnert. Hier vereint eine Person alle vier. Wie in vielen deiner Gedichte, die das Wort "Krieg" enthalten, wird das Wegschauen der Menschen als Wegbereiter für das Wirken solche Naturen zurecht mitverantwortlich gemacht. Ich schaue zur Zeit nach Kaliningrad, einst Königsberg, und mit Kant noch anders.

Chapeau!
LG g

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Lieber Erich,

ein sehr schönes Gedicht über Aschenbach und seine Triebsublimierung in strenger Lebensweise und einer Dichtung, die einseitig Geist und die Moral betont und dafür geadelt wird. Das geht so lange gut, bis die Ideen ausbleiben, er Abwechslung sucht und verreist. Nun meldet sich Eros und schickt das Schöne, und als er anbeißt, kommt Dionysos und bringt den Rausch mit und -weil nicht sein kann, was nicht sein darf - den Todestrieb. (Der Dichter ist isst ersatzweise verseuchte Erdbeeren und stirbt an Cholera.)
Ich habe die Novelle nach 50 Jahren nochmal gelesen und muss sagen, du hast alles bestens verdichtet und sprachlich kongenial gestaltet.

LG und Chapeau g

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