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Nachrichten - Erich Kykal

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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Die Erlösung
« am: Heute um 14:06:20 »
Hi Graf H!

Spät, aber doch: Vielen Dank für den Lorbeer!  :)

LG, eKy

2
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Flockentanz
« am: Heute um 13:57:16 »
Hi AL!

Als Kind liebte ich den Sommer heiß (klischeehaftes Wortspiel ...  ::)) - aber damals waren sie eben noch nicht soooo heiß! Oder ich bin altersbedingt hitzeempfindlicher und kreislauflabiler geworden, sodass mir die (immer früher einsetzenden und länger andauernden) Hundstage jedes Jahr ordentlich zu schaffen machen, und das auf fast 700m Seehöhe!

Nun, ich habe natürlich auch einige weniger hitzelastige Sommergedichte geschrieben, aber hier wollte ich den Gegensatz und vor allem die Sympathielastigkeit zugunsten einer Seite - gerade im Kopf des LyrIch - besonders scharf hervorkehren.  ;)

Vielen Dank für deine Gedanken!  :)

LG, eKy

3
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Re: Erziehung
« am: Heute um 13:51:08 »
Hi AL!

Vielen Dank für die Aufklärung - ich hatte mir (rückbezüglich des obigen Gedichtinhalts) sowas in dieser Art schon gedacht, denn dunkel war mir der Name aus meinem Jahrzehnte zurückliegenden Deutschunterricht noch irgendwie präsent.

LG, eKy

4
Verbrannte Erde / Re: Die Moralapostel
« am: Heute um 13:48:10 »
Hi Agneta!

Dein Beitrag tut mir gut - ein schönes Gefühl, nicht allein dazustehen mit den eigenen Gedanken!

Leider werden wir - und sicher auch die kommenden Generationen - es nicht erleben, dass sich die Menschheit ganz aus dieser geistigen Unmündigkeit und zerbralen Gebrauchsverweigerung (ob selbst- oder fremdinduziert) löst! Die Weihnachtsmänner für Erwachsene werden den Mächtigen dieser Welt noch lange als Instrument der Unterdrückung und Steuerung dienen, denn es wird immer genug geistig und/oder charakterlich Schwache geben, die so eines Ordnungskonstruktes für ihr überschaubar sein sollendes kleines Universum haben wollen und brauchen, und das sicher noch für die nächsten paar Jahrtausende (wenn nicht länger, wenn unsere heutigen Hochkulturen zerfallen und ein erneutes Chaos hinterlassen wie das "finstere" Mittelalter!). Diese werden die Gottesideen und -staaten in aller Welt weiter unterstützen und für sie kämpfen und sterben, in der seligen Gewissheit, "drüben" an der Seite ihres "einzig wahren und gerechten Gottes" zu sitzen! (Und bloß nicht tiefer nachbohren bei dieser niedlich-naiven Vorstellung, oder sie mit - gottbewahre - "logischen" Argumenten hinterfragen! Wer solches wagt, hat das kürzere Leben bei solchen "Überzeugten" ...)

Das Volk als brave Herde (Schafe!), Gott als Leithammel und seine Prediger aller Art als Hüte- und Schäferhunde (manchmal sehr bissig!). Wer sich dabei wohl fühlt, hat's wohl nicht anders verdient ...
Bedauerlich, dass so viele Unschuldige leiden müssen: die "Ungläubigen", die "Heiden", aber vor allem die eigenen Kinder, von klein auf gefangen und diesem gnadenlos glaubensdiktatorischen Hirn- und Herzensgefängnis ausgeliefert, um ebensolche gehorsamen, gedankenlosen oder gar fanatischen Schafsköpfe zu werden wie ihre vernagelten Eltern! Halleluja! Allahu akbar! Und was man in allen Religionen sonst noch so absondert in den Augenblicken fast erotischer Hingabe an all diesen himmelschreienden Blödsinn aus den sog. "heiligen Büchern"!

Das Infamste? - Dass praktisch alle Religionen die seit der Affenzeit allgemein gültigen Regeln für ein sozial verträgliches Miteinander unerklärt vereinnahmen und als ihre ureigenen darstellen, so als könne es ohne die Jurisdiktion und Gebotshohheit des jeweiligen Gottes gar keine menschliche Zivilisation geben, und alle würden ohne diesen Gott (und seine Priester als allein gültige Gewissensinstanz!) sofort wie Raubtiere übereinander herfallen und sich egomanisch zerfleischen!
Wer's gewohnt ist, denkt nie darüber nach ...

Uff, da könnte ich stundenlang weitertippen, wollte ich alle selbst gefundenen oder erfahrenen Blödheiten, Grausamkeiten und Selbstgefälligkeiten der gängigen wie früheren Glaubenskonstrukte anführen und absolut beweiskräftig wie logisch fundiert widerlegen - es nützte nichts, denn der Gläubige schmettert derlei leichthin mit derselben geistigen Betäubtheit ab, die er schon sein ganzes Leben wie eine Monstranz der Selbsterhebung und -tröstung vor sich her trägt, um glauben zu können!

Danke für dein Verständnis!  :)

LG, eKy

5
Sprüche, Gedanken, Gescheites / Re: Erziehung
« am: Heute um 13:19:32 »
Hi AL!

Ich glaube, dass der Kohlhaas eine literarische Figur ist, zumindest denke ich, das mal gewusst zu haben, aber ich muss gestehen, ich kann damit kein Bild verbinden, daher geht deine Conclusio bei mir ins Leere. Das wird, fürchte ich, auch anderen weniger belesenen Lesern so ergehen.

Eine Fußnote mit einer kurzen Erläuterung zu diesem Namen wäre hilfreich.

Ansonsten: ein schöner Aufruf, Kinder zu ermündigen und zu ermächtigen, nicht sie zu brechen und nach eigenem Willen zu formen.

LG, eKy

6
Hi Agneta!

Vergewaltigung? Obwohl ich eindeutig schrieb, dass die Frau (natürlich nur die, sich ganz ihrem Trieb ergibt, und natürlich auch nur DANN) sich freiwillig und sogar fordernd  hingibt an ihre nackte Lust, die lechzend nach einem Penetrator verlangt?

Das hat nichts mit Unterwerfung im patriarchalischen Sinne einer unterdrückenden Kulturgeschichte zu tun, den du hier unterstellst, nichts mit der Rolle in der Gesellschaft. Bitte trenne sauber. Mir ging es einzig um das zugrundeliegende Triebprinzip im Rahmen der anatomischen wie psychologisch sich daraus ergebenden Gegebenheiten des reinen Geschechtsaktes sowie des Verlangens danach.

Wenn hier etwas "schräg" liegt, dann im Bereich deiner Deutungshohheit.  ;) :-\

LG, eKy

7
Hi Suf!

Heißt der originale Romantitel nicht "Liebe in Zeiten der Cholers", also ohne indirekten Artikel?

Den Manierismus mit behauptet künstlerischem Flair des Weglassens von Satzzeichen und Alles-klein-Schreibung kann ich nicht unterstützen. Das nervt nur unsäglich ...

Für goolge-faule User wäre eine Erklärung schön gewesen, worum es sich bei dem sog. "Chicxulubschmatzen" überhaupt handelt - ich muss gestehen, ich habe keinen Dunst.

Und Agnetas Frage bezüglich der - sicherlich hochinteressanten und wohlklingenden, aber doch schwer verständlichen - letzten Phrase möchte ich mich anschließen: Was genau soll das Bild aussagen, und passt die Formulierung so in ein logisch-kongruentes Bild?

Rein instinktiv neige ich zur Deutung, dass Zukunft (vor allem für die Kinder) etwas ist, was man aufbauen und absichern sollte. Wenn man sie allerdings verschleudert wie im besagten Bild, indem man nämliche Kinder sozusagen metaphorisch damit bezahlt (wofür auch immer), diese Zukunft also zu früh Unmündigen überantwortet, sagt das aus, dass sie den Ausgebenden nichts (mehr) wert ist, denn die Kinder, diese unreifen Seelchen, werden sie eher kurzfristig vergeuden und verjuxen - also ein Bild, das aussagt, dass diese Gesellschaft sich selbst verzehrt. Was passend ist, da sie offenbar ohnehin keine Zukunft für sich und ihre Kinder sieht, die irgendwie lebenswert wäre.

Magda Göbbels dachte so, als sie ihre 7 Kinder vergiftete, weil sie den Gedanken nicht ertragen konnte, dass sie in einer nicht nationalsozialistischen Welt aufwachsen müssten, die sie natürlich für die reinste, perfekteste und allerbeste von allen hielt, bis hin zum absoluten Eigentums- und Verfügungsrecht an dem von ihr gezeugten Leben! Was für eine selbstverliebte, selbstgefällige, egomanische, arrogante, kleingeistige, blindwütig fanatische Arschlochfrau ...

Okay, ein extremes Beispiel, aber so in etwa erscheint mir der Grundgedanke von Leuten, die für sich - und die eigenen Kinder gleich mit - keine erträgliche Zukunft behaupten. Ein Trugschluss, einem allzu schmalen Geist geboren, der die Welt nur durch ein winziges Fenster wahrnimmt und sich dennoch das Recht herausnimmt, für alle anderen unter seiner Verfügungsgewalt mitzubestimmen, bis hin zum Recht auf Selbstverwirklichung und nacktem Leben der eigenen Brut! Was für ... - na, wissen wir schon.

Liege ich da richtig oder sollte etwas ganz anderes andeuten? Schließlich wurde es unter "Rosen und Romantik" eingeordnet ...

LG, eKy

8
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Flockentanz
« am: Januar 26, 2021, 17:30:10 »
Hi Suf!

Vielen Dank für die ausführliche Textbesprechung!  :)

Und nein, ich hoffe doch, noch ein wenig länger zu leben, obwohl man in diesen Zeiten nie sicher sein kann ... - hier bot es sich aus dramatischen Gründen nur als Conclusio an.

Was du mit der Kritik am Konjunktiv meinst, verstehe ich. Meine Sichtweise war, dass der Konjunktiv ja von einer Möglichkeit spricht, die erst auf Anfrage verifiziert werden kann, und auf welche das LyrIch natürlich geantwortet hätte: "Ja, es ist tatsächlich so, dass ich die Flocken höher zu schätzen weiß als den Staub des Sommers."
Deine Sicht unterstellt die Unterstellung, dass das LyrIch auf jeden Fall mit "Nein!" geantwortet hätte, bzw. dass der Konjunktiv hier in negierender Funktion auftritt, indem der Satz automatisch weitergeführt werden konnte mit: "..., aber dem ist nicht so!".
Aber für mich ist ein Konjunktiv für sich erst mal wertfrei und lässt grundsätzlich offen, nach welcher Seite sich die Schale neigt.

Dennoch erkenne ich, dass dein Einwand darin berechtigt ist, dass dieses Konstrukt einen Leser verwirren könnte. Ich denke über eine klarere Version nach.

Den "Salat" habe ich durchaus bewusst gewählt, denn ich wollte etwas sehr Prosaisches, Alltägliches, Irdisches an dieser Stelle, das wie das Laub den vergleichsweise "unsauberen" Zyklus von Werden und Vergehen allen Lebens verdeutlicht. Die Nähe von Salat zur Erde, dem "Schmutz" und seinen geruchsintensiven Zerfallsprozessen wie Schädlingen ist ebenso hilfreich zur Verdeutlichung des Bildes als Gegensatz zum noch klinisch reinen, kristallin fallenden Schnee.

Ich hoffe, du kannst meine Gedankengänge nachempfinden.

LG, eKy

9
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Flockentanz
« am: Januar 26, 2021, 10:23:54 »
Und wieder tanzen Flocken durch den grauen Himmel,
als feierten sie frei ihr einzigartiges Gesicht
in einem unterschiedslos wirbelnden Gewimmel,
und wüssten um den Schmutz der Erde und ihr Schmelzen nicht.

Und wieder tanzen Flocken durch die kalten Lüfte
wie Auferwachte zu dem Wirbelnden, das sie bewegt,
und ahnen nicht um eines Frühlingsbodens Grüfte,
auf deren Gärung sich vertrauensvoll ihr Reines legt.

Und wieder tanzen Flocken mir durch die Gedanken,
als wüsste höher ich zu schätzen sie als Sommers Staub,
aus dem von je nur Wachstum und Verwesung stanken,
die auch mein Schicksal sind wie jenes von Salat und Laub.

Und wieder tanzen Flocken mir vor alten Augen,
und sind vielleicht die letzten, die ich jemals wirbeln seh -
ein Jahr vielleicht noch mag der welke Leib noch taugen,
dann decken mich Vergessen und ein ewig neuer Schnee.

10
Im Gras wispert Hoffnung / Re: Halkyonische Tage
« am: Januar 25, 2021, 19:46:32 »
Hi Suf!

Ich bin zu faul, um nachzuschlagen, was "halkyonisch" bedeutet und hoffe auf gelegentliche Aufklärung deinerseits.

Wiewohl ich Ungereimtes nicht sonderlich zu schätzen vermag, beeindruckt mich hier sehr wohl deine Sprachkunst, die packende, geradezu aufwühlende Macht ihrer Bilder und Formulierungen. Besonders die Str. "Betraten wir ihre Augen, ..." ist wahrhaft große Lyrik nach meinem bescheidenen Ermessen!

Was mich einzig in diesem hochfliegenden Sprachorgasmus als eher unpassend berührte, ist der verniedlichend klingende und gemeinsprachliche (ja dialekthafte!) Terminus "Tüddelchen". Ich plädiere an nämlicher Stelle für das wesentlich gehobenere "Quentchen".

Sehr gern gelesen!

LG, eKy

11
Wo Enzian und Freiheit ist / Re: Vergängliche Schnee-Unschuld
« am: Januar 25, 2021, 19:37:39 »
Hi Agneta!

Im Gegensatz zu euch habe ich mich nie mit der Form der Ghasele beschäftigt, ich kann nur sagen, dass das Gedicht mir sehr gut gefällt, wie ghaselenhaft oder nicht es nun auch immer sein mag.

Sehr gern gelesen!  :)

LG, eKy

12
Wo Enzian und Freiheit ist / Re: Kindertag
« am: Januar 25, 2021, 12:10:57 »
Hi AL!

Ich denke, jeder Mensch erfährt in seinem Leben Leid - und manche sind eben Künstler und verwerten die Erfahrung auf diese Weise.

Manches Leid geht auch zu tief, als dass man davon erzählen könnte - ein Gratwanderung.

Bei mir stimmt es, das ich gelitten habe, auch wenn ich nicht sagen kann oder zu bewerten wage, wie sehr im Vergleich zu anderen - aber Künstler wollte ich immer schon sein, teils aus jugendlichem Geltungsdrang, teils aus Freude an den schönen Dingen, aus Freude daran, mich so ausdrücken zu können, teils aus dem Bedürfnis, meine schöngeistigen Talente auszuleben und zu verbessern.
Dabei wurde für mich der Applaus, das Echo anderer mit zunehmendem Alter immer beschämender, denn für mich war meine Kunst, egal ob Zeichnen, Malen, Bildhauern oder Dichten, immer ohne Anstrengung, ohne das Gefühl, damit eine "ehrliche Arbeit" verrichtet zu haben (ein Erbe meiner gutbürgerlichen Erziehung) - im Gegenteil, es war reine Lust am Erlebnis, ein Spiel.
Welch ein Zwiespalt: Einerseits das Lechzen nach Bestätigung, andererseits die Scham, nichts "im Schweiße seines Angesichts" dafür getan zu haben. Der Mensch ist schon eine dämliche Socke ...  ::) ;D

Manchmal denke ich sogar: Mein Leid und der daraus geboren Zynismus und Negativismus ziehen meine Lyrik sogar allzu sehr ins Melancholische, Depressive! Manch einer schon hat mir geasgt, er kaufe meine Bücher deshalb nicht, weil ihn meine Gedichte, so gut sie sein mögen, eigentlich meistens bloß immer runterziehen und enttäuscht von der Welt hinterlassen.
Anfangs war ich überrascht, bis ich mal überprüfte, wieviel positive Werke ich wohl im Vergleich zu den traurigen habe - das Ergebnis spricht für sich! Es war mir davor nie so aufgefallen, aber ich nutzte meine Lyrik immer schon für die eigene Seelenhygiene und schrieb mir sozusagen alles Schwere aus dem Sinn, um es so zu bewältigen oder zu sublimieren. Weil ich aber solchen Spass an der Kunst selbst dabei hatte, war mir das inhaltliche Übergewicht nie so bewusst geworden.

Sei es, wie es sei - ich glaube dennoch, dass man auch ohne tiefes Weh vortreffliche Kunst machen kann, vor allem heute, wo man sich vom Gegenständlichen praktisch völlig gelöst hat. Nur die Lyrik - als vielleicht zwangsweise beschränkteste aller Kunstformen - muss beim klaren Wort bleiben. Viel Modernes und RAP-Texte kann ich in diesem Bereich für mich allerdings nicht als künstlerisch wertvollen Fortschritt betrachten - sorry, ist eben so.

LG, eKy


13
Eulenspiegeleien / Re: Unterzahl
« am: Januar 24, 2021, 12:31:30 »
Hi Hans!

Danke für deine erleuchtenden Ausführungen! Ich hatte schon ein wenig befürchtet, dass das heimlich-aggressive, Zäune bevorzugende LyrIch hier mit dem Autor übereinstimmen könnte. Dazu dieser Gedanke:
Dein Gedicht lässt nämlich, so wie es formuliert ist, im Grunde ziemlich offen, ob der Autor hier nur in eine Rolle schlüpft, um einen ideellen Missstand anderer zu verdeutlichen, oder ob er es selbst tatsächlich so meint. Eingedenk manch anderer deiner Werke in ähnlichem Tenor haben mich unsicher hinterlassen, ob nicht du selbst zu jenen vernagelten Fanatikern und Gewaltumstürzlern gehören könntest - wütend genug kamst du allenthalben durchaus rüber.
Ich rate daher zu einer Einstiegsstrophe, die eindeutig aussagt, dass hier nicht der Autor selbst spricht, zB:

Wir wissen um die Lügen
der Mächtigen in ihrem Wahn,
die eitel uns betrügen
nach ihrem streng geheimen Plan.


Wie dümmlich werden Träume
von ihren Lehrern vorgeträumt,
als gäb es keine Zäune,
Gefahren längstens ausgeräumt.

Selbst wenn wir guten Mutes
beachten, was wir einst erlernt,
sie wollen uns nichts Gutes,
Jahrhunderte von uns entfernt.

Drum achte auf ihr falsches Spiel,
vertraue nicht der Waffenruh.
In Unterzahl verspricht man viel -
doch morgen schnappt die Falle zu!

Ich habe mir zudem erlaubt, noch ein wenig am eigentlichen Text zu feilen, um die Botschaft deutlicher zu machen: Es sind die Lehrer der Mächtigen, die - verführt - zu Unrecht beschwichtigen, was die Agitatoren (als LyrIch) als unverzeihlich betrachten.


Interessant in deinem Text übrigens der tief blicken lassende Umstand, dass diese Agitatoren gegen jede Multikulturalität, Toleranz und Anerkennungsbereitschaft ganz automatisch anzunehmen scheinen, die mehrheitlich demokratisch gewählte Regierung sei eine "Minderheit", eine verschörerische, verschworene, korrupte Elite, die ihre Wahl ganz offensichtlich manipuliert haben muss. Nun, wer tatsächlich gern mit solchen Argumenten hausieren geht, hat man am Beispiel des würdelosen Diskeditierers Trump ja nur zu gut gesehen: Lieber das Land zerreißen und einen sinn- und hirnlosen Bürgerkrieg riskieren, als anzuerkennen, dass eine Mehrheit seine verlogene Nestbeschmutzung einfach nur satt hat! Bis zum Ende auf Fakenews setzen und immer weiter stur dahinlügen, bis genug Dumme glauben, da könnte was dran sein - und zwar geanu das, was ihnen selbst schon immer die verdiente Anerkennung, Wohlstand oder Macht vorenthalten hat!  - Die eigene stumpfe Unfähigkeit oder Unwilligkeit, etwas im Rahmen der demokratischen Regeln für sich positiv zu verändern, die für alle gelten, spielt natürlich da nie eine Rolle ...

Und sie scheinen auch ganz automatisch anzunehmen, eine - geheime - Mehrheit stünde wie selbstverständlich hinter ihnen und ihrer kruden Vorstellung vom "idealen Staat". Sie wäre bloß zu vorsichtig, berechnend oder feige, um in ihren Kanon der Destabilisierung lauthalsend mit einzustimmen - wie schön man sich doch seine kleine Welt zurechtlegen kann! Schlimm nur immer die Folgen, wenn es für sie wirklich mal klappt mit der Macht, und so eine kleine Welt dann die tatsächliche große erklären und fassen soll - siehe Drittes Reich, Stalins Sovietunion, Maos Volksrepublik, Kims Nordkorea, Ghaddafis Lybien, Schahs Persien, Castros Kuba, unzählige faschistische Regime in Südamerika, Afrika, Asien, und die meisten Sekten. Staaten auf den Weg dahin: Putins Russland, Erdigans Türkei, diverse andere osteuropäische Länder, und, und, und ...
Lauter eng begrenzte, unheimlich vieles ausschließende autoritäre und totalitäre Staatsmodelle, als "perfekt und ideal" hingestellt, aber unter dem erstickenden Teppich des erzwungenen Schweigens jede Menge Unerklärtes und Unerwünschtes, das vor sich hin gärt.

(Schönes Beispiel am Rande: Dass in der DDR sexuelle Triebtäter meist jahrzehntelang unverfolgt vergewaltigen und morden konnten, weil die offiziellen Organe lieber behaupten können wollten, dass es derlei "Auswüchse und Perversionen des Machtkapitalismus" in ihrer "idealen Gesellschaft" nicht gegen könne, und sie daher kaum Mittel freimachten, solcher Kriminellen habhaft zu werden - es gab sie einfach nicht, und über ihre Taten wurde nicht, kaum, oder nur ganz wie nebenbei berichtet, und in Berlin waren es ohnehin immer nur die "Besucher aus dem Westen", die solche Taten begingen.)

Letztlich bleibt nur eine tatsächliche Erkenntnis aus all den historischen oder aktuellen Versuchen, eine "bessere Welt" zu konstruieren, egal ob von glühenden Idealisten oder berechnend manipulativen Machtgierigen (wobei die letzeren sich meist gern der ersteren bedienten ...):

Es spielt keine Rolle, ob der Wahn rechtspolitisch, linkspolitisch, religiös oder einfach nur kriminell indoktriniert und gerechtfertigt wird - die Starrheit, Grausamkeit, Menschenverachtung und Herzenskälte der ausführenden Organe sind immer dieselben.

LG, eKy

14
Eulenspiegeleien / Re: Unterzahl
« am: Januar 23, 2021, 20:21:00 »
Hi Hans!

S2Z1,2 - Entweder in Z1 gehört noch ein "sind", oder in Z2 gehört das "und" gestrichen.

Das völlige Fehlen von Satzzeichen erschwert das Lesen, obendrein, wenn der Autor auch jeden Satz klein beginnt - ich finde solche "künstlerisch wirken sollenden" Kinkerlitzchen lästig. Was gäbe es da denn noch: Alles klein schreiben, jede Zeile groß beginnen, völlig unsinnige Zeichen verwenden, um zu strukturieren ... - alles überkandideltes Getue, um Ehrfurcht vor der "Kunst" zu generieren, meist aber nur, um zu bemänteln, dass der Autor insgeheim befürchtet, dass es mit der Kunst nicht weit her sein könnte ...


Leider werde ich nicht schlau, worauf sich deine Zeilen beziehen, wen sie meinen. Der aggressive Ton hinterlässt den Leser eher mit ungutem Gefühl - das ist eine lyrische Kampfansage (gegen wen auch immer), und kein Bemühen um Verständnis, Toleranz und Konsens. Das klingt nach Revolution und Agitatorenrhetorik, und derlei hat noch nie wirklich Gutes bewirkt.

Was sagt der Text hier also im Grunde aus? Inhalt:

Die Träume mancher Lehrer (echte oder politische?) seien dümmlich, sie erzählen davon, die Menschen kämen ohne Zäune (Mauern?) aus, es gäbe keine echten Gefahren.
S2 beschreibt, dass diese Lehrer uns übel wollen, in der Vergangenheit verwurzelt bleiben (Jahrhunderte von uns entfernt?), egal, wie sehr wir uns bemühen, sie zu respektieren.
S3 ruft dazu auf, ihnen nicht zu trauen, besagt, sie wären in der Unterzahl und würden nur darum viel versprechen, und die Conclusio deutet die - natürlich gewalttätige - Revolution an: Wir tun nur so, als würden wir ihnen zuhören, lullen sie in falscher Sicherheit, und dann schlagen wir hinterhältig und gnadenlos zu und fegen hinweg, was uns quersteht!


Tja, so klingt's für mich - egal, wer nun mit diesen Versen angesprochen war, und wen du mit den "Lehrern" gemeint haben könntest. Pures Schwarz-weiß-Denken, das Fanal eines Fanatikers und Anarchisten, der nur beseitigen will, was ihn stört, was ihn nach seiner erlernten, nie hinterfragten oder relativierten Doktrin zu stören hat, und den die möglichen Konsequenzen einen feuchten Kericht scheren. Solche Leute haben die traurigen Lektionen, die die menschliche Geschichte der Politik so mannigfaltig lehrt, nie verstanden - oder wollten es nie, zu wütend, zu erbost, zu erpicht, Recht zu behalten und überzeugt sein wollend, einzig im Recht zu sein.

Egal, welche Idee hinter solchen Leuten steht - für die Gesellschaften und Kulturen sind sie immer gefährlich, bringen immer Zerstörung, Leid und Tod. Es sind immer die Sieger, die ihre eigenen Toten hinterher zu Vorbildern opferbereiten Heldenmutes verklären, egal ob Demokraten, Kommunisten, Nazis oder religiöse Irre! Es sind immer die Verlierer, die in den Geschichtsbüchern verstiegen, verbohrt, fanatisch, unbelehrbar, grausam und unmenschlich waren, ob zurecht oder nicht, und meist auch durchaus zurecht. Aber die Sieger waren im Grunde genauso, sonst hätten sie ja nie gewonnen - das wird gern unter den Teppich gekehrt.

Das Prinzip der gewalttätigen Revolution bleibt immer dasselbe: Umsturz auf Kosten vieler, um die Ideen weniger zu rechtfertigen und zu befördern. Kein Konzept, dem ich mich anschließen möchte.

LG, eKy


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Wo Enzian und Freiheit ist / Re: Kindertag
« am: Januar 23, 2021, 19:50:05 »
Hi AL!

Bezüglich deiner letzten Hypothese habe ich meine Zweifel. Ich kenne natürlich den alten Spruch: "Wahre Kunst muss leiden.", vermute aber, dass er ursprünglich eher die Kunstfertigkeit eines langwierig und mühsam zu erlernenden Berufs meinen könnte. Da sind wir rasch beim Definitionsproblem: Was ist noch Handwerk und was ist schon Kunst?

Kunst ist eine Frage von Motivation und Talent, und während ich zustimme, dass die Motivation durchaus in Leid begründet sein mag, hüte ich mich vor einer Ausschließlichkeit in dieser Sache - es gibt auch andere gute Gründe, künstlerisch tätig sein zu wollen.
Und das Können, das Talent? Viele, die nie groß gelitten haben, vermochten allein aus Freude daran, es zu erproben, große Kunst zu schaffen, da bin ich sicher. Allzu leicht wäre es, ihnen "geheime" Leiden zu unterstellen, nur um ihre Kunst zu erklären und die Theorie so aufrecht zu erhalten. Es wäre reine Mutmaßung.

Ich denke: Vieles kann einen zum Künstler machen, und Leid ist da nur eine Möglichkeit. Jeder, der sich für einen Künstler hält, muss also selbst in sich hineinhorchen, wenn er wissen will, was seinen Drang beflügelt, und was er der Welt so dringend miteilen möchte. Oder ob es nur die reine Freude an der Schönheit dessen ist, worin er sich versucht - für mich nicht der schlechteste Grund.
Denn sicher haben vielleicht noch viel mehr andere, die durchaus über riesiges Talent verfügten, dieses nie kultiviert, raffiniert, oder überhaupt je genutzt - ja, haben es vielleicht nicht mal erkannt. Ich denke da zB an Portraitmaler oder Bildhauer in islamischen Ländern mit ihren rigiden Darstellungsverbot von Menschen (ich habe mich in diesem Zusammenhang immer gefragt, warum sie bei Fotografie und Film scheinbar nichts dagegen haben - vielleicht, weil dort Maschinen es tun?), die sich aus religiösem Tabu nie verwirklichen konnten, oder mangels Versuchs es sogar nie bemerkten, wozu sie hätten fähig sein können! Wie viele mögliche Michelangelos hat diese Steinzeitreligion wohl verhindert oder zerstört im Laufe der Jahrhunderte?

Denn es ist so: abgesehen vom Leid, oder was auch sonst immer der Auslöser für "Großes" sein mag, müssen die Verhältnisse passen, und es muss die Gelegenheit geben. Und dann vielleicht noch das Quentchen Extraglück, im richtigen Moment an der richtigen Stelle zu sein, um die richtigen Leute zu kennen oder zu beeindrucken.
Denn ich wage nicht zu bedenken, wie viele mögliche Genies im Lauf der Zeit still und lautlos im Gros der Menschenherde versickert sind, weil sich nie die Möglichkeit ergab, sie umfassend zu entdecken und zu würdigen, und sie selbst, introvertiert, bescheiden oder schüchtern, sich nie darum bemühten!

LG, eKy

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