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Nachrichten - Erich Kykal

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1
Verbrannte Erde / Re: Lumumba
« am: Heute um 12:50:58 »
Gi Gum!

Ein Stück unrühmlicher Geschichte (hat es je eine 'rühmliche' gegeben?) in Reimen. Was soll der Apostroph am Ende von S2?

LG, eKy

2
Im hohen Gras verweilen / Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« am: Heute um 12:48:47 »
Um die Ohren   

Wenn allzu große Gräben klaffen,
so zwischen Denken-Sagen-Tun.
Wenn Neider nur nach andern gaffen,
soll besser man im Menschsein ruhn.

Was immer diese Unwucht ist,
die alte Welt bleibt ungeschoren.
Jedoch, wer ständig Sprengstoff frisst,
dem fliegt alsbald sie um die Ohren.

Und wenn die Welt nicht Einsicht zeigt,
mahnt kluger Rat zum Einheitsbrei,
hält man das freche Maul und schweigt,
doch das geht mir am Arsch vorbei.

Beislschmidt 2026


Hi Hans!

Gut geschrieben. Was mich taktölich ein wenig gegen den Strich bürstet, ist der Kadenzenwechsel zwischen den Strophen, der mich aus dem Leserhythmus wirft.
S1 hat wmwm, S2 mwmw, S3 mmmm
Und in S1Z2 endet ein Satz unvollständig. Ein Komma dort würde das beheben.

Das Werk wäre ohne viel Aufwand anzugleichen:

Wenn allzu große Gräben klaffen,
so zwischen Denken-Sagen-Tun,
wenn Neider nur nach andern gaffen,
soll besser man im Menschsein ruhn.

Die alte Welt bleibt ungeschoren,
was immer diese Unwucht ist,
jedoch fliegt dem sie um die Ohren,
der ohne Pause Sprengstoff frisst.

Und will die Welt nicht Einsicht zeigen,
mahnt kluger Rat zum Einheitsbrei.
Man hält das freche Maul. Das Schweigen
geht mir geleckt am Arsch vorbei.



Um ehrlich zu sein, erschließt sich mir aus dem Text nicht, worauf du hier eigentlich hinauswillst und wovon genau du sprichst. Was du beklagst, bleibt unerwähnt und vage.

Dennoch gern gelesen!

LG, eKy

3
Hi Gum!

Ein schönes Argument für die Liebe und den Respekt für ALLES Leben, wie auch dessen gleichen Wert und Daseinsberechtigung, auch wenn es klein und für so manche schwer zu mögen ist. Ich fange und expediere rücksichtsvoll ebenfalls alles, was nicht Blut saugt.

In der letzten Zeile bin ich ein wenig über 'ich mich gern' gestolpert, was im Lesetakt mehr Zungenakrobatik erfordert als die Inversion, zudem wirkt das betonte 'mich' hier unnatürlich.
Besser vielleicht:

'wo ich gern mich mit dir sonn' ...'

(Auch der - eigentlich überflüssige - Akzent hinter 'sonn' ist hier der falsche, nämlich ein französischer - und in die falsche Richtung guckt er obendrein. Korrekt und schöner wäre der ', gleich neben 'enter', meist zusammen mit 'Raute'.)


Sehr gern gelesen!  :)

LG, eKy

4
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Kleptokratie
« am: Mai 17, 2026, 12:02:06 »
Warum sich Macht an Schwächeren bereichert?
Sie unterjocht, entmündigt und bestiehlt?
Das Abgemolkene im Ausland speichert,
derweil man noch entrechtet und befiehlt?

Da könntest du auch fragen, warum Wölfe
im Rudel kuschen vor dem Alphatier,
warum der Mittag immer kurz vor Zwölfe
beginnen muss, und warum alle wir

uns beugen vor korrupter Unterdrückung,
das Unrecht sehen, aber doch nie handeln,
solang wir selbst nicht leiden, die Erdrückung
nur andere betrifft, die sich nicht wandeln,

nicht biegsam werden unter harten Händen,
nicht kuschen können vor der neuen Wache,
nicht sich bereichern wollen am Verenden
von Wahrheit, Würde und gerechter Sache.

Warum wir uns an unsrer Pflicht vergehen?
Weil wir so sind und immer bleiben werden,
ob grade unten oder obenauf:

Berechnend. Schwach. Was wir an Gutem säen,
am Ende pissen wir dann doch darauf
und bleiben Ausgelieferte auf Erden.


5
Das Blöken der Lämmer / Re: Die Statik des Amtes
« am: Mai 13, 2026, 23:34:48 »
hi Gum!

Eine Moritat aus deinem früheren Berufsleben? Na ja, wohl eher nicht wirklich passiert - das wäre auch zu lustig gewesen.

S1Z1 - Ans Zeilenende gehört ein Komma, da mit 'verlangend' eingangs Z2 ein neuer Satzteil beginnt.

eine Frage zur Statik: Wie schwer muss der Inspektor gewesen sein, wenn die Treppe trampelnden Schülerhorden en masse in jeder Pause mühelos standhielt?

Amüsiert gelesen!  ;D

LG, eKy

6
Eulenspiegeleien / Re: Melania T.
« am: Mai 13, 2026, 17:49:50 »
Hi Gum!

S4 - Dieser Lapsus ist mir gar nicht aufgefallen, wohl weil ich dies recht zügig herunterschrieb. Große Lyrik ist es ja nicht gerade, eher ein eiliges Dampfablassen über die Verlogenheit von gesellschaftskonformen Politikerfassaden, weil Schein in dieser Welt eben wichtiger ist als Wahrheit oder Ehrlichkeit.
Das echt Perverse sind allerdings die Bürger: Alle wissen es im Grunde, aber alle schweigen, solange die Form gewahrt bleibt. Partriotische Gruppendynamik.

Trump ist ein Schwächling, der den Starken spielen muss, um sich Selbstwertgefühl zu verleihen. Die nach außen gelebte Unterordnung seines Weibchens gehört dazu - und Melania weiß, was sie ihrem Status- und Geldgeber schuldig ist. So benutzt der schmierige Donald alle drei Arten von Frauen - und alle fügen sich letztendlich, aus Angst, aus Geilheit, aus kühlem Kalkül. Wer von ihnen allen ist letztendlich verdammenswerter?

LG, eKy

7
Sprüche, Gedanken, Gescheites / JHWH
« am: Mai 11, 2026, 10:38:37 »
JHWH

Mehr ist vom Gott des Alten Testaments namentlich nicht überliefert, da man dazumals ohne Vokale schrieb. Wie hieß er also wirklich?
Jahweh?
Jachweh?
Jauwech?
Jechwech?
Juhwieh?
Jahu-Wahu?
Jihau-Weihei?

Auf solch einer schlüpfrigen Basis ein Werk mit dem Anspruch allumfassender Gültigkeit aufzurichten, erscheint mir zumindest fragwürdig, vor allem angesichts der ausufernden Menschenschlächtereien nach Gottes Willen und in seinem Namen, selbst an Kindern, die sich irgendwie 'versündigt' hatten, von dem das AT ausgiebig Kunde gibt. (In einem Fall zB. durch das verbale Mobben eines schmutzstarrenden, verlausten und verlotterten 'Propheten': Der 'Herr' schickte auf dessen Klage hin einen wilden Bären, der die Kinder zur Freude des gekränkten Propheten allesamt zerfleischte – hmm, Lecker Göttchen!)
Na, wenigstens ereiferte man sich in der Bibel nie zu einem Bilderverbot und kastrierte damit heftigst so viele Ausdrucksmöglichkeiten menschlicher Kreativität.
Nicht, dass man die sattsam gläubig zu Seienden nicht ebenfalls mit drakonischen Geboten drangsaliert hätte, so wie es alle Systeme der selbsternannten Wahrhaftigkeit tun ...

8
Eulenspiegeleien / Melania T.
« am: Mai 09, 2026, 10:51:55 »
Dreierlei die Art von Frauen,
die ein 'starker Mann' benutzt:
Eine schüttelt sich vor Grauen,
fühlt sich unrettbar beschmutzt,

fügt sich aber seinem Drängen
aus Erpressung oder Angst:
'Aus gewissen äußren Zwängen
tue ich, was du verlangst.'

Eine andre fügt sich lüstern
der Parade seines Schwerts
mit vor Geilheit weiten Nüstern
mangels jedes Eigenwerts.

Ihr erniedrigendes Dienen
trägt sie einzig himmelwärts:
'Züchtige mit deinen Mienen
mich, Gebieter ohne Herz!'

Eine dritte lebt Fassade
streng nach außen, so wie er:
'Bin mir nicht für dich zu schade,
denn ich liebe Reichtum sehr.'

'Nutze alle schwachen Fotzen,
wie du magst. Mir ist's egal,
ob sie vor Verachtung kotzen,
aber tun, was man befahl.'

'Ob sie sich vor Geilheit winden
im ersehnten Übergriff,
weil ihr Vater, sie zu binden,
auf den Wert von Weibern pfiff.'

'Dräng nur brünstig dein Begehren
ihnen auf, so hab ich Ruh,
muss mich deiner nicht erwehren
und genieße, was ich tu.'

'Aber vor den Mikrophonen
ehre mich, als wär ich rein:
Es muss sich für beide lohnen,
Schild des anderen zu sein.'

Dreierlei die Art von Frauen,
die ein schwacher Mann benutzt,
um sein welkes Selbstvertrauen
aufzurichten, bis es trutzt.

9
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Begegnung im Vorbeigehen
« am: Mai 08, 2026, 09:48:56 »
Ein paar 'Fleurs du Mal' von Kalckreuth hab ich mal gelesen, aber die waren eben einzigartig Kalckreuth, nicht wirklich Baudelaire. Leider kann ich kein Französisch. Da kann man wohl nix machen.

LG, eKy

10
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Begegnung im Vorbeigehen
« am: Mai 07, 2026, 11:03:33 »
Hi Gum!

Baudelaire kenne ich nicht - kann da eine deutsche Übersetzung überhaupt an das Original heranreichen?

11
Ach, lang ist's her! Da mich derzeit die Muse nicht küssen will, lifte ich eben alte Versunkene aus meinem Fundus.

12
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Begegnung im Vorbeigehen
« am: Mai 06, 2026, 21:36:06 »
Hi Gum!

Der Anblick eines begehrenswerten Wesens im Vorübergehen.

Peanuts:

S1Z1 - 'Strauch von Haaren' wirkt sprachlich nicht eben sonderlich sexy, eher ungepflegt. Das verdirbt das erwünschte 'Bild der Sehnsucht' in meinen Augen doch ein wenig. Wie wäre es mit 'ein Schwung von Haaren'?

S2Z1 - Könnte da 'auf den Lippen' gemeint sein?


Das Ganze verwirrt mich ob gewisser Hinweise. Das 'Wippen im Schritt' weist auf einen erigierten Penis hin. Obendrein möchte das LyrIch es 'saugen', was allzu wortwörtlich interpretierbar wäre. Wäre ein Busen gemeint, sollte es sowas wie 'Wippen beim Schreiten' heißen. Auch der 'Strauch von Haaren' erinnert frappant an Schambehaarung (Strauch = Busch), und der 'Glanz von Perlen' könnte auch Sperma beschreiben ...
Zuletzt verweist der Vergleich mit einer Leiter auf etwas Langes, in die Höhe Ragendes - noch eine Anspielung auf einen Phallus. Zu den Göttern käme man dann über den Orgasmus ...


Andererseits ist nichts so klar artikuliert, dass man es nicht auch ganz anders deuten könnte - ganz nach dem jeweiligen 'erotischen Background' des Lesers. Der Strauch von Haaren könnte auf dem Kopf sitzen, die Perlen könnten Lippenstift sein, und mit 'im Schritt' könnte ganz profan das Gehen gemeint gewesen sein, und das Wippen saugen die Augen des Betrachters wie die Freiheit, und nicht ein Mund.
Der Anblick der Schönheit einer Frau an sich könnte die erwähnte Gottesleiter sein.

Was stimmt nun? - Oder legt es der Dichter ganz bewusst darauf an, dass man sich das fragt, um die Austauschbarkeit, vor allem aber die moralische Gleichwertigkeit sexueller Prägungen so zu unterstreichen? Gibt es eine geschickt verborgene philsosphische Komponente, die den Leser fordern soll? - Oder ist es doch nur ein verbaler Softporno, leicht missverständlich in Sprache geronnen?

Wir warten gespannt auf die Antwort ...  ;) 8) >:D

LG, eKy

13
Verbrannte Erde / Re: Gefühlsverlustig
« am: Mai 06, 2026, 10:44:01 »
Nein, hattest du nicht - du dachtest wirklich, ich sei eine Art begnadetes Genie. Was du vergaßest: Auch diese scheitern. An den Umständen, an der Zeit, an sich selbst.

Wenn dieses Forum dereinst mangels Kostendeckung abgeschaltet wird, wird nichts mehr von alledem hier bleiben - und kaum jemandem wird es auffallen oder ans Herz gehen. Klassische Wortkunst ist aus der Mode.

14
Detail am Rande: Hab seither noch jede Menge Naturgedichte geschrieben.  >:D 8)

15
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Nicht in mich hinein
« am: Mai 06, 2026, 02:17:28 »
Hi Gum!

Wie kann man sich setzen, ohne sich zu setzen? Okay, ja, deine Intention ist klar, aber ist das wirklich eine gute Phrase, die das transportiert?

Sollte es in S2Z1 nicht 'teilten' heißen?

Alternative dann für Z3,4:

'Unter Gesten, die verweilten, // wuchs ein 'Wir', das uns verbrennt.'


Schön das!  :)

LG, eKy

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