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Nachrichten - Erich Kykal

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Verbrannte Erde / Re: Selbstgericht (Doppelsonett)
« am: September 24, 2023, 12:19:20 »
Hi Gum!

Ja, wie wir mit den Erfahrungen unserer Fehler umgehen, individuell wie gesellschaftlich, ist nch sehr biblisch geprägt: Sünde muss bestraft werden, und nur durch harte Buße wachsen wir zu besseren Wesen.

So kastrieren wir uns jedoch selbst, fesseln uns in Schuld, anstatt objektiv zu gewichten, und wenn die Geselllschaft einen nicht ächtet und verachtet, tun wir es uns selsbt an, so als dürfte es ohne Sühne keine Erlösung geben. Kein Wunder, dass die Soziopathen die Welt regieren - sie kasteien sich nie für ihre Taten, nutzen aber allzu gern das schlechte Gewissen derer, die ihnen Paroli bieten könnten, indem sie sie erpressen oder in Schuld gebrochen zurücklassen, keine Gefahr mehr für sie darstellend. Und die Dummen dieser Erde jubeln ihnen dafür auch noch zu ...

Danke für deine Tipps bezüglich der Fehler, die ich beide korrigiert habe.


LG, eKy

2
Verbrannte Erde / Re: Bennvergiftung
« am: September 24, 2023, 12:10:13 »
Hi Suf!

Dein Werk ist um einiges besser als alles, was ich je von Benn gelesen habe. Was mich bei dem am meisten geärgert hat, war neben seinen verklausulierten Schwurbeleien vor allem seine manirierte Auffassung von lyrischen Rechtschreibregeln.
Ich habe mir vor etlichen Jahren sein lyrisches Gesamtwerk gekauft und genau einmal gelesen. Das hat dann auch gereicht.

Dies hier hingegen habe ich mit Genuss gelesen!  ;) :)

LG, eKy

3
Verbrannte Erde / Selbstgericht (Doppelsonett)
« am: September 23, 2023, 19:43:41 »
Versucher sind wir, die sich selbst versuchen,
und wenn wir fallen, schonen wir uns nicht:
Verfemte vor dem eignen Banngericht,
die ihrem Schicksal und der Folgen fluchen.

Bestrafer sind wir unsrer eignen Sünden,
geständig suchend nach der Gnade Licht,
und doch als Kerkermeister in der Pflicht,
die ewig sich der Dunkelheit verbünden,

die unser Fehlen vor der Welt verbergen,
verwischen kann, was wir im Rausch getan.
Sie macht aus Riesen eine Schar von Zwergen,

die sich in ihr verkriecht, dem Licht der Gnade
so fern in ihrem selbst erschaffnen Wahn
wie Heiden dem Besitz der Bundeslade.


Wie können wir vor uns Vergebung finden,
dass endlich heilen kann, was uns verbog?
Dass uns der Richter, der von Sühne log,
entlässt, anstatt sein Urteil zu verkünden?

Wann fassen wir, dass wir im Leben fehlen,
damit wir lernen, Bessere zu sein?
Stattdessen machen wir uns selber klein,
entschlossen, uns zu strafen und zu quälen.

So wird kein Morgen je uns friedvoll grüßen,
kein Heil uns werden aus bereuter Tat,
kein Licht uns je die Finsternis versüßen,

darin wir treiben, bis wir drin versinken,
und jeder Tag, der um Vergebung bat,
wird ungenutzt in altem Weh ertrinken.

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Zwischen Rosen und Romantik / Re: Der Betrachter
« am: September 22, 2023, 00:02:32 »
Hi Gum!

Nicht umsonst lässt Wilhelm Busch eine seiner Figuren sagen: '... und die Liebe per Distanz, // kurz gesagt: Missfällt mir ganz!'

Die Welt ist, wie sie ist, und wir darin sind, wie wir sind. Deshalb schreiben wir Liebesromane: Damit wir uns wenigstens dort trauen, und wenigstens dort alles gut werden kann und ein Happy End findet.

LG, eKy

5
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Auslegungssache
« am: September 21, 2023, 23:54:43 »
Hi Gum!

Danke für die Einsichten und die weisen Worte! Als Lehrer ärgert einen die menschliche Dumm- und Borniertheit oft ganz besonders, vor allem, wenn sie von Kollegen oder Vorgesetzten kommt.

LG, eKy

6
Zwischen Rosen und Romantik / Der Betrachter
« am: September 19, 2023, 17:44:44 »
Wieder bin ich dir begegnet,
staunte dich verstohlen an,
von der Schönheit wie gesegnet,
wo ich sie betrachten kann.

Niemals ahnst du meine Blicke,
ihre Glut, den tiefen Drang,
während ich Gedanken schicke,
um die Seligkeiten bang,

die dein Duften mir bereitet,
und ich weiß: Ich frage nie!
Bin ein Geist nur, der begleitet,
der dir nie die Augen weitet
im Erkennen, das mir schrie.

7
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Auslegungssache
« am: September 19, 2023, 17:32:48 »
Vielgestaltig ist das Wissen,
auslegbar nach Argumenten,
ausgegoren selten ganz.
Viele bauen ihr Gewissen
in erzogene Tangenten
ohne kritische Distanz.

Wird Erforschtes abgestritten,
wird Bewiesenes zum Feinde,
wird das Wort zum Labyrinth,
und wir streiten uns inmitten
jeder gläubigen Gemeinde
wie die Affen, die wir sind.

8
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Die Friedfertigen
« am: September 18, 2023, 20:01:08 »
Hi Suf!

Mittlerweile mehren sich ja die Stimmen unter den Forschern, die meinen, dass die Zeit als menschgemachtes Denkkonstrukt ohnehin eine Illusion sei, ein Denkfehler sozusagen, eine falsche Kausalverknüppfung in kosmischen Dimensionen. Wir verleihen der mannigfaltig beoachteten Entropie eine temporäre Komponente, die uns hilft, etwas zu begreifen, das so gar nicht existiert. ebenso wie die Überzeugung, dass eins und eins immer zwei ergibt - was mittlerweile quantenmechanisch widerlegt zu sein scheint ...

Interessante Zeiten!  O0

LG, eKy

9
Ach Natur Vergissmeinnicht / Re: Bei den Tintenfischpilzen
« am: September 18, 2023, 19:55:44 »
Ach, darum! Meine Pilzkenntnisse sind 'Old School' - wenn es eine neue Art ist, kenne ich sie nicht, denn ich war schon jahrelang nicht mehr Pilzesuchen.

Übrigens können Schleimpilze sehr wohl an Tintenfische erinnern, oder zumindest an Haarsterne. Ihr Erscheinungsbild ist mannigfaltig. Einige Arten fächern wie Korallen, aber ich habe auch schon tantakelig wirkende Exemplare gesehen. Die Fächer bilden sie vor allem aus, wenn sie auf der Suche nach Beute sind. Ist diese gefunden, schnurrt der Pilz zu einem einzigen Strang zusammen. Findet er an mehreren Stellen zugleich Beute, kommt es eben zu dieser Tintenfischform.

LG, eKy

10
Verbrannte Erde / Re: Die kranke Seele
« am: September 18, 2023, 19:49:49 »
Hi Gumm!

Hervorragend! In jeglicher Hinsicht!

Peanuts:

S2Z4 - 'und reich wie ein Gedicht.'

S3Z1 - 'so mein Gedanke'

S4Z1 - 'erbeten'
S4Z4 - 'womöglich kränker macht.' oder: 'am Ende kränker macht.'


Die Fragilität einer verletzten, am Leben ausgedünnten Seele wird wunderbar eingefangen. Das Werk klingt wie ein Ratgeber im Umgang mit solch empfindlchen Seelen, aber auf eine sehr liebevolle, bedachtsame Weise!

Allergernst gelesen und: Chapeau!

LG, eKy



11
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Das Herz (Versuch über Gitter)
« am: September 16, 2023, 21:26:46 »
Hi Suf!

Eine Hommage an Rilke's 'Der Panther'.

Schon der Einstieg erinnert an Verse aus dem Gedicht: 'Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe // so müd gworden, dass er nchts mehr hält'

Das 'kranke Tiier' und die in S2Z1 erwähnten 'Gitter' tun ein Übriges, auf die Quelle der Inspiration zu verweisen.

Einzig das 'sichs' in S2Z2 erscheint mir sprachtechnisch wie klanglich etwas ungelenk. Klarer: 'aus denen andre seine Welt gebaut,'  - Hier fehlt zwar das Hilfszeitwort 'haben', aber das ist poetisch statthaft. Zudem meine ich, dass das Ende von Z2 durchaus ein Komma veträgt.

Fr Z4 wäre auch anzudenken gewesen: 'wie letztem Schlaf ein neuer Morgen graut.' Das würde die Verkürzung 'übern' ersparen.


Sehr gern gelesen, war doch Rilke's Panther dazumals meine Initialzündung in Sachen Lyrik, als ich ihn als Zwölfjähriger zufällig im österreichischen Schullesebuch fand. Nicht dass meine Deutschprofessorin das Werk je durchgenommen hätte, und das Gedicht ist - so wie jegöiche Form von Lyrik - längst aus dem offiziellen Schullesebuch verschwunden. Ich glaube, es gibt mittlerweile gar kein solches mehr in Österreich. Die Menschheit verarmt zusehens literarsich im Zeitalter des Twitterwahns ...
Als ob es nur das wäre - mittlerweile habe ich jede Menge Schüler, die keine analoge Uhr mehr lesen können - als Zwölfjährige!!!


Allergernst gelesen!  :)

LG, eKy


12
Ach Natur Vergissmeinnicht / Re: Im Feld
« am: September 14, 2023, 20:08:30 »
Hi Gum!

Der Zauber dieser Zeilen wirkt in den Vergleichen menschlicher Vereinigung mit Bildern von Ernte, Saat und Boden. Das Wogen der Ähren im Wind für das Wogen einladender Hüften. Die umgepflügte Erde für die Pentration, das ineinander Keimen für den Orgasmus und die mögliche Befruchtung (außer es waren zwei Kerle ...  ;)) - die Ernte des Lebens an sich in wundervoll poetischer Verklausulierung! Es verleiht dem Werk eine 'erdige' Tiefe, die ihresgleichen sucht. Schönes Gedicht, passend zum Herbst.

Allergernst gelesen und mit den Immen geschwärmt!  :)

LG, eKy

13
Ach Natur Vergissmeinnicht / Re: Bei den Tintenfischpilzen
« am: September 14, 2023, 16:20:30 »
Hi Gum!

Was du da beschreibst, scheint ein Schleimpilz zu sein, die wandern wirklich wie Korallenfächer über Totholz oder den Boden, allerdings sieht man es fast nur im Zeitraffer.

Als Hexenei hingegen bezeichnet man einen Jungpilz mit noch geschlossener Kappe, gerade erst aus dem Boden raus, vornehmlich von giftigen Sorten mit weißer Kappe.

Dann gibt es noch den Hexenröhrling.

Das Bild im obigen Poem kann m.E. nur entstehen, wenn ein Hexenei von einem Schleimpilz erobert und aufgrfressen wird.


LG. eKy

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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Die Friedfertigen
« am: September 13, 2023, 16:27:45 »
Hi Suf!

Ich sehe es so: Die Zeit ist der Zug, der nie irgendwo wirklich ankommt (ist es immer derselbe, der ewig Kreise dreht, zu groß für uns, um sie zu überblicken, oder hat jede Zeit ihren eigenen Zug auf dem Gleis der Entropie?), und ob man zusteigen kann oder möchte, obliegt oft gar nicht unserem Willen. Nicht jeder findet einen Platz im Fortschritt, und wie bei mir kann es auch eine ganz bewusste Entscheidung sein, auf die Mitfahrt zu verzichten.

Danke für eine tiefschürfenden Gedanken!  :)

LG, eKy

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Wo Enzian und Freiheit ist / Re: Hundsgift
« am: September 13, 2023, 16:18:38 »
Aha.

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