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Nachrichten - gummibaum

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Welch ein schicker Glanz im Zimmer,
doch die Beine staubig soft,
wer hier krabbelt, schmuddelt immer.
denn ich putze nicht sehr oft.

Will dich gleich einmal erfrischen,
spritze Wasser auf Papier.
Stärk dich nun an meinen Tischen,
denn der Frühling fragt nach dir.

Vom Balkon aus darfst du starten,
spreiz die Flügel, flieg davon,
vielleicht sehn wir uns im Garten,
wo ich mich gern mit dir sonn‘…


2
Verbrannte Erde / Lumumba
« am: Mai 19, 2026, 19:00:49 »
Der Weihnachtmarkt macht klingelnd hoch die Tür.
Kakao mit Amaretto trinken wir.
Lumumba heißt das braune Heißgetränk.
Und wessen ist der Name eingedenk?

Lumumba, ja, ich denk an einen Mord
und an Gérards, des Belgiers stolzes Wort,
dass er den „Neger“ ausgrub, diesen Bösen,
um ihn zersägt im Säurebad zu lösen.“

So starb des Kongos erster Präsident,
denn er war Belgien zu renitent,
weil er des freien Landes Bodenschätze
postkolonial bewahrte durch Gesetze…

3
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Kleptokratie
« am: Mai 19, 2026, 12:46:58 »
Lieber Erich,

wieder ein wortstarkes Gedicht über die Selbstauslieferung der Menschen an die, die sie beherrschen und ausrauben: eine Folge leidiger Berchnung und Schwäche der Opfer.

Sehr gern gelesen.
Chapeau von g



4
Das Blöken der Lämmer / Re: Die Statik des Amtes
« am: Mai 14, 2026, 01:38:48 »
Danke, lieber Erich.

Das Komma habe ich eingefügt. Deine Fragen sind scharfsinnig. Aber ich weiß die Antwort nicht genau.

LG g

5
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Windhauch der Sehnsucht
« am: Mai 13, 2026, 23:00:25 »
Danke, lieber Copper.

Ja, die Irritation ist verständlich.

LG g

6
Das Blöken der Lämmer / Die Statik des Amtes
« am: Mai 13, 2026, 22:41:44 »
Halb zehn, eine Durchsage meines Direktors,
verlangend, dass niemand ins Treppenhaus drängt,
weil er an der Seite des Bauamtsinspektors
den Zustand der Treppen zu prüfen gedenkt.

Das Schmettern der Stimme lässt Müde erwachen,
der Eifer zu lernen bleibt aber begrenzt,
der Aufschub der Pause scheint Ärger zu machen,
ich habe mein Murren durch Popeln ergänzt. 

Doch dann vor der Klasse ein krachendes Bersten.
Wo Treppe gewesen, ist alles ganz leer.,
Ich sehe im Schutt einen Helm dort als ersten. –
Der Bauamtsinspektor war einfach zu schwer…

7
Verbrannte Erde / Vor dem Waldrand
« am: Mai 13, 2026, 20:51:42 »
Die Masten für den Hochvoltzaun versagten,
drei aus Baracke elf bemerkten es,
worauf sie nachts die Flucht zum Waldrand wagten.
Als sich die Hunde rührten, gab es Stress.

Sie haben sich auf eine eine Alm gerettet,
doch jemand sah sie, nannte ihr Versteck.
Sie kamen wenig später angekettet
zurück und lagen so im kalten Dreck.

Nicht einer von uns schlief in diesen Stunden,
denn Wachen machen sich aus so was Spaß.
Baracke fünf durchkämmten sie mit Hunden
und schickten nicht nur diese drei ins Gas…

8
Eulenspiegeleien / Re: Melania T.
« am: Mai 13, 2026, 00:28:19 »
Lieber Erich,
eine interessante Ansprache der First Lady an ihren Gatten, die zeigt, dass er ihr egal und sie froh ist, wenn sie unbehelligt von ihm die eigenen Interessen verfolgen kann. Öffentlich schützen sich beide gegenseitig.
Die letzte Strophe deutet wohl ganz allgemein eine Identität von schwachem und starkem Mann an. Verzichtest du in der vierten Strophe absichtlich auf einen Reim?

Sehr gern gelesen.
LG g

9
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Begegnung im Vorbeigehen
« am: Mai 07, 2026, 12:18:10 »
Nein, Erich,
man hat bei Übersetzungen der Gedichte aus "Les Fleurs du Mal" nur die Wahl zwischen formaler (Kalckreuth) und inhaltlicher (Kemp) Nähe zum Original. Beides gleichzeitig geht nicht.

LG g

10
Lieber Erich,

ein guter Einfall: die Natur einmal nicht mit Worten, sondern indirekt zu loben, indem das unzureichende Vermögen der Worte und des Künstlers beklagt wird.

Sehr gern gelesen.
LG g

11
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Begegnung im Vorbeigehen
« am: Mai 07, 2026, 01:03:37 »
Danke, lieber Erich.

"Schwung" ist besser, das übernehme ich gern (ich kam durch eine Art Afro-Look zum "Strauch").

Die Penis-Lesart ist/war durchaus möglich und für mich lustig; sie war aber nicht beabsichtigt.

Mit "Perlen" hat die Barockdichtung (Hoffmannswaldau, Góngora, Cervantes), die weißen Zähne der Frauen (die beim Lächeln zwischen den Lippen hervorblitzen) bezeichnet. Diese Idealisierung nutze ich und meine kein Lippenpiercing. Ich nehme jetzt "durch die" statt "aus den", aber es trifft auch nicht ganz.

Der wippende "Schritt" steht  für die Schritte der Frau, und ich verwende nun den Plural. Die "Wüste" meint Öde des Alltags/Einsamkeit des Mannes; und diesen führt beim Schauen jeder anmutige Schritt der Frau gefühlsmäßig eine "Leiter"sprosse einem befreienden (himmlischen) Glücksgefühl entgegen.

Ich foffe, es geht so.

Alles Liebe von g

P.s.: Kennst du von Baudelaire "An eine, die vorüberging"? Ist aber ganz anders.

 

12
Zwischen Rosen und Romantik / Begegnung im Vorbeigehen
« am: Mai 06, 2026, 13:51:50 »
Schön, wie dich ein Schwung von Haaren
vor der Sonnenglut beschützt,
wie dein Hautton die Gefahren
meines Brandes unterstützt.

Glanz von Perlen durch die Lippen,
von Pupillen aus dem Aug, 
und in Schritten frohes Wippen,
das ich wie die Freiheit saug.

Bleib nicht stehen, schreite weiter,
und verhalt dich nicht bei mir,
in der Wüste eine Leiter
zu den Göttern bist du mir….   

13
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Windhauch der Sehnsucht
« am: Mai 06, 2026, 10:58:38 »
Danke, lieber Erich.

Schlimme Verwechslung. Aber zum Glück klärte es sich dann.

Dir noch einen schönen Tag.

LG g

14
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Nicht in mich hinein
« am: Mai 06, 2026, 10:49:37 »
Danke, lieber Erich.

Ich glaube, es geht so. Das LD wird in S2/Z3 angesprochen/gewarnt: "Schon/sobald wenn wir in Gleichem...." Es ist zukünftig, nicht vergangen gemeint.

Dir alles Gute.
LG g

15
Verbrannte Erde / Re: Die Trauernde am Totenbett
« am: Mai 05, 2026, 18:27:45 »
Schön gedichtet, lieber Erich.

Nach Titel und Thema wahrscheinlich durch ein älteres Gemälde inspiriert.
Das Sterben von Eltern und Geschwistern gehörte ja früher schon als Kindheiterfahrung zum Leben und begleitete es weiter. Hier scheint eine Frau vergeblich zu hoffen, dass ihr Mann weiterlebt und sie noch Kinder bekommt. Heute wird man oft erst Zeuge des Sterbens, wenn man selbst dran ist, und kann es nicht mehr malen oder beschreiben. Die diesbezügliche Trauer ist ebenfalls kaum mehr öffentlich (bzw. Pflicht wie früher) und hat daher auch nicht mehr das gleiche Gewicht. Aber ich denke, es nimmt auch der Freude etwas, wenn der Gegenpol schwindet.

Du wählst hier erlesene Worte, und mancher moderne Leser findet es wegen der Tendenz zum saloppen Wort vielleicht zu viel des Guten. Aber mir gefällt es sehr.

LG g

 

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