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Nachrichten - Sufnus

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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Weiser Verzehr
« am: April 20, 2022, 16:18:08 »
Aus dem Tagebuch eines Kartoffelkäfers?

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Verbrannte Erde / Re: Schadimir Blutin
« am: April 20, 2022, 16:10:36 »
Hi eKy!
Es wäre ja schön, wenn das System Putin eher heute als morgen implodieren würde, aber ich bin da leider nicht besonders optimistisch und das Lachen könnte uns da noch viel nachhaltiger abhanden kommen, als das derzeit schon der Fall ist... dennoch hat mich Dein Schmähgedicht über Putin sehr erfreut, die Refrain-artige Wiederholung der Namensverballhornung ist äußerst effektvoll das Gedicht bekommt dadurch einen sehr schönen Drive! Das gefällt mir wirklich richtig gut! :)
In diesem Sinn: Kraft sammeln für das, was noch auf uns zu kommt...
LG!
S.

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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Die menschliche Natur
« am: April 20, 2022, 15:46:39 »
Hi eKy!
Diese Zeilen sind gut gemeint und auch ohne große Schönheitsfehler zusammengefügt worden, aber für mich persönlich bleiben sie etwas formelhaft und schematisch. Sich der schrecklichen Lage in der Ukraine mit den Mitteln der Poesie zu nähern, ist aber auch extrem schwierig. Ich bin dennoch für jeden Versuch dankbar - also auch für diese Zeilen, wenngleich ich (ausnahmsweise) mal ein bisschen verhalten reagiere.
LG!
S.   

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Hi eKy!
Dialektkunst vom Feinsten! Chapeau! :) Nur möglicherweise ein kleiner Typo: Z. 5 Fernehn - gemeint ist Fernsehn, oder gibt es die Variante ohne s als Dialektausdruck?
Auf alle Fälle ein großer Lesegenuss, vor allem, wenn man sich das akustisch vorstellt. Sehr schön das! :)
Einzig bleibt die Frage jetzt etwas unklar, ob man Dich dann bzgl. der Coronagenesung bedauern muss - ich hoffe aber mal, das dem nicht so ist und stattdessen der Blues immer nur so groß wird, dass er durch intermittierende Feierabende und entspannte Wochenenden geheilt werden kann, um sich so dann wiederum in wohlverdiente Urlaube zu retten - wenn es jetzt zwischenzeitlich schon recht sommerlich zugeht, kann man ja schonmal gaaaanz langsam das Antizipieren der großen Ferien einüben.
LG!
S.

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Im Gras wispert Hoffnung / Re: Osterritus
« am: April 20, 2022, 15:27:24 »
Hi eKy! :)


Zitat von: Erich Kykal
Du stellst also im Geiste des Pluralismus die Überzeugung von der alleinigen Anerkennung des wissenschftlich Beweisbaren im bereits bekannten Universum, was Götter extrem unwahrscheinlich erscheinen lässt, auf ein und dieselbe Stufe und damit auf denselben Grad intellektueller wie kultureller Wertigkeit wie das Spaghettimonster und all die durchaus ernst gemeinten Substitite abergläubischer Verirrung, die man so gemeinhin Religionen nennt?

Das obige ist 1) eine polemische Unterstellung und 2) dummes Zeug und hat 3) mit meinen Ausführungen nix zu tun.

Und auch im Fortgang agitierst Du mit beachtlichem rhetorischem Aufwand im Stile eines aufwieglerischen (G)Eiferers. Ich habe an keiner Stelle Dein Recht auf freie Meinungsäußerung oder sonst irgendetwas beschnitten und wenn Du Dich über Mullahs, Aluhutträger oder die Kombi aus beidem aufregen willst, feel free - wahrscheinlich gibt es dabei manchmal sogar Szenenapplaus von mir.

Dass Du die geplatzte Hutschnur allerdings im Tonfall eines Fanatikers zelebrierst, der auf die größte aufzutreibende Obstkiste gestiegen ist, um der erschrockene Zuhörerschaft mal so richtig einzuheizen, erfüllt ich doch etwas mir Sorge.

Nochmal (und zum wiederholten Mal), das ändert nichts daran, dass Du Deine Meinung gerne weiter so verkünden darfst/sollst/kannst. Also sind wir im folgenden Punkt völlig einer Meinung:

Zitat von: Erich Kykal
Pluralismus ist für mich nämlich nicht überzogene Toleranz für jedweden verzapften Blödsinn, sondern beinhaltet auch das Recht, anders lautende Ansichten öffentlich vertreten zu dürfen, ohne dass die bessermenschelnde Beschwichtigungsmafia über einen herzieht, als wäre man der eigentliche Schädling im System.

So ist es! Amen! Eine pluralistische Gesellschaft lebt sogar geradezu davon, dass man das, was man für Blödsinn hält, auch als solchen bezeichnen darf und der Blödsinnigkeitskritisierte darf dann natürlich gerne begründen, warum es sich womöglich doch nicht um Blödsinn handelt und der Kritiker darf sich von den Argumenten dann gerne auch NICHT überzeugen lassen. Alles fein, so soll es sein.

Das einzige Problem ist, dass jede pluralistische Gesellschaft auch ein bisschen den Keim ihres eigenen Untergangs in sich trägt, weil gelebter Pluralismus schnell in ein übles rhetorisches Aufeinandereinprügeln ausartet, welches, wenn es dumm läuft, im Anschluss in eine physische Keilerei übergehen kann. Dann setzt sich irgendwann der Stärkste durch und Adieu Pluralismus.

So ein richtig wirksames Gegenmittel gibt es dagegen (noch) nicht; im wesentlichen ist die Zerfallswahrscheinlichkeit einer pluralistischen Gesellschaft eine Funktion ihrer Komplexität (also davon abhängig, wieviele unvereinbare Meinungen die Gesellschaft versucht, unter einen Hut zu bringen). Eine gewisse Linderung dieses Problems kann erreicht werden, wenn (1) der Respekt vor der abweichenden Meinung des anderen allgemein als besonders hohes Gut anerkannt wird und (2) Kritik (auch deutliche Kritk) nicht gleich als unverzeihliche Majestätsbeleidigung verteufelt wird.
In Deiner Kritik religiöser Menschen gibst Du Dich aber so absolut, lieber eKy, dass Punkt (1) zumindest etwas ins Wackeln gerät und das provoziert natürlich dann entsprechenden Gegenwind (nicht von mir - ich bin hier ja eher vermittelnd unterwegs) und wir sind beim Aufeinandereinprügeln.

LG!

S.

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Im Gras wispert Hoffnung / Re: Osterritus
« am: April 14, 2022, 09:18:23 »
Zitat von: Erich Kykal
Ich glaube, du bist da interpretativ völlig auf dem Holzweg, nix für ungut.

Au contraire - Deine Antwort zeigt mir eher, dass ich genau richtig liege. ;)

Zitat von: Erich Kykal
Ich prangere die unfertige Bedürftigkeit der Menschheit auf evolutionärer Basis an

Anprangern - an den Pranger stellen - ist ja nun schon etwas mehr, als nur seine Meinung zu etwas zu äußern und geht zumindest potentiell ins Übergriffige. Es ist schon mal ein Unterschied, ob man völlig statthafterweise Dinge sagt wie: "Mit Religion kann ich nix anfangen" oder "Ich glaube nicht an Gott" oder  "Wer an Gott glaubt, ist sehr irrational" oder ob man eben "anprangert", sprich: andere Menschen bewusst erniedrigt, mit Aussagen wie: "Wer religiös ist, der hat ja wohl nicht alle an der Waffel" oder "Wer an Gott glaubt, ist ein erbärmlicher Wicht, der evolutionär schwer zurückgeblieben ist". Wohlgemerkt, auch diese "Anprangerungen" sind noch im Rahmen der Meinungsäußerungsfreiheit (ich liebe zusammengesetzte Hauptwörter) durchaus vertretbar, aber sie wirken schon als sozialer Spaltpilz und tragen zur Klimavergiftung bei - insofern empfinde ich sie als nicht zielführend, wenn auch natürlich (Pluralismus!) durchaus völlig "erlaubt".

Womit wir zum Thema "Pluralismus" kommen:

Zitat von: Erich Kykal
Meine letzte Strophe bezieht sich nämlich keineswegs auf gesellschaftlichen Pluralismus

Das ist jetzt mein entscheidender Punkt: In Deinem Gedicht und Deinem Kommentar zu meiner Anmerkung outest Du Dich - zumindest auf dem Gebiet der Religion (bzw. Nicht-Religion) eben genau NICHT als Pluralist sondern als jemand, der nur EINE Position (nämlich die eigene) anerkennt und durchsetzen möchte. Das ist genau das Schema, dass auch religiöse Fanatiker verfolgen (nur eben unter umgekehrten Vorzeichen) und insofern sinkst Du hier auf deren Niveau.

Dabei - das ist mir hier noch wichtig zu betonen - macht es allerdings schon einen Unterschied, ob man wie ein religiöser Fundamentalist eine Gesellschaft im Ganzen umbauen möchte oder ob man - wie Du als a-religiöser Fundi - "nur" einen Teilaspekt, eben die Gläubigkeit ausgemerzt sehen wollen würde. Insofern bist Du nur ein partieller Antipluralist, der zwar im Bereich des "Transzendenten" eine Meinungshomogenität anstrebt, aber - das hast Du ja mit Deinen Gedichten und Kommentaren zu anderen Themen gut ausgewiesen - in anderen Gesellschaftsbereichen die Vielfalt eines Meinungsspektrums durchaus als wünschenswert begreift.

Ich persönlich (obwohl wie mehrfach betont atheistisch unterwegs) hoffe geradezu, dass es immer Menschen geben wird (solange diese schräge Spezies halt im Daseinsspiel mitmischt), die auch eine zu meinem Atheismus abweichende Meinung vertreten und an irgendetwas Höheres glauben, ob nun Jupiter, Jahwe oder Spaghettimonster ist mir da logischerweise ziemlich wumpe. :)

LG!

S.

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Im hohen Gras verweilen / Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« am: April 13, 2022, 16:11:32 »
Hi Hans,
ich beobachte sehr interessiert die wachsende Sammlung - bin mir aber nicht ganz sicher, ob hier Zwischenkommentare überhaupt willkommen sind oder ob Du lieber Deine Gedichte garade "am Stück" versammelt sehen möchtest. Falls Du's hier ohne Zwischenrufe magst, aber sonst schon an Feedback interessiert bist, kannst Du ja auch noch einen Kommentarfaden nebenher eröffnen. Oder ist ein Echo jetzt gar nicht so Dein Begehr? <- wenn Du die Sammlung ohne Sufnus Interruptus magst, lösch ich diesen Ruf von der Seitenlinie einfach wieder. :)
LG!
S.

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Das Blöken der Lämmer / Re: Wie Noah
« am: April 13, 2022, 16:04:28 »
Ja lieber gum, das sind wirklich schöne Zeilen, trotz ihres apokalyptischen (bzw. kataklysmischen) Impetus vermögen sie die Laune zu kitzeln und geben der nachrichtenbedrängten Seele etwas Auftrieb (was man wiederum bei einer globalen Überschwemmung wie der von Dir geschilderten natürlich ganz gut gebrauchen kann - den Auftrieb meine ich ;) ).

Interessant finde ich übrigens, dass die erste Strophe (und mit Einschränkung auch noch die zweite) ein bisschen an expressionistische Weltuntergangsgedichte erinnert. Die Technik ist hierbei, dass relativ unverbundene Bilder aneinander gereiht werden, wobei typischerweise jedes Bild innhalb einer Zeile abgeschlossen wird. Man spricht hier von Reihungsstil (Aneinanderreihung von Einzelbildern) in Kombination mit einem Zeilenstil (ein Bild pro Zeile). Das ist in Deinem Gedichtbeispiel nicht vollkommen streng durchgehalten, da das Bild des unentwegten Regengusses (Z.1) ja schon eine gewisse logische Verknüpfung mit dem hustenden Gulli zulässt. Auch gehen manche Gedanken über zwei Zeilen (Z.3/4). Aber im Grundsatz erinnert der Einstieg des Gedichts sowohl vom Sujet als auch von der Technik ein bisschen an "Weltende" von Jakob van Hoddis, das ja DAS paradigmatische expressionistische Gedicht in allen Anthologien landauf und -ab ist (wenngleich es nicht das beste expressionistsiche Gedicht darstellt, wie ich finde).

Mit der Einführung des "Ich" in S.2 lockert sich diese expressionistische Haltung dann schon und ab S.3 wechseln die Zeilen dann ins stärker humorige Fach. Nach dem kalten Guss der ersten Strophe lichtet sich im Fortgang der Himmel also und am Ende sieht der Leser wieder die Sonne lachen und Käptn Gum wirft die Dampfturbine an, damit Mariella eine schöne Runde Wasserski genießen kann - angefeuert von der heiteren Menagerie an Bord. Lächeln. :)

LG!

S.


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Sprüche, Gedanken, Gescheites / Re: Soldaten können Mörder sein
« am: April 13, 2022, 15:47:29 »
Hi Rocco,

ich konzentriere mich in Kommentaren grundsätzlich etwas stärker auf deutschsprachige Lyrik, weshalb Kurzgeschichten, fremdsprachige Gedichte und - in Deinem Fall - Aphorismen und Sentenzen weniger Kommentare von mir einheimsen - das hat aber nichts mit Geringschätzung zu tun (das könnte nicht weniger der Fall sein!), sondern nur mit einem Fokus, den ich mir aus Zeitmangel leider setzen muss. Schon die Gedichte hier im Forum kommen ja zu kurz und bleiben oft - trotz großer innerer Schönheit - von mir unkommentiert.
Das nur zur apologetischen Vorrede, weil ich mich bei Deinen Aphos nicht so häufig äußere. :)

Jetzt aber doch mal ein Kommentar:

Tatsächlich bin ich da relativ nah bei eKy, viele Deiner prägnanten Kürzesttexte finde ich originell und unterhaltsam, ja sogar vergnüglich. Aber ich frage mich, ob der Fokussierung und Konzentration des Einzelgedankens nicht ein Zuviel an "Sprüchen" insgesamt gegenübersteht. Sprich: Der einzelne Gedanke ist knapp und konzis gefasst aber er bewegt sich in einem teilweise doch recht redundanten  "Sprüche-Ozean". Wenn ich z. B. das schöne Bild des Tausendfüßers gelesen habe, dem man Beine gemacht hat, brauche ich keinen Schmetterling mehr, der zusätzlich zu den Beinen noch Flügel bekommen hat. Diese Fülle von Aphos ist für mich etwas "unökonomisch" und steht zu der Prägnanz des einzelnen Aphos etwas im Missverhältnis. Das Ganze bekommt dadurch für mich einen etwas Ideen-Steinbruch-artigen Charakter, also eine etwas verwilderte Work-in-Progress-Sammlung, bei der man mal ein bisschen ausmisten könnte, um nur die punktgenauen Gedankentreffer stehen zu lassen. Ich greife hier also ein bisschen eKys Hinweis "Füllsel, um Masse zu machen" auf.  Aber vielleicht ist das hier von Dir ja sogar bewusst als eine noch nicht ganz abgeschlossene Entwurfsammlung angelegt, dann wäre mein kritischer Einwand natürlich im Ansatz erledigt. ;)

LG!

S.

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Im Gras wispert Hoffnung / Re: Osterritus
« am: April 13, 2022, 15:28:58 »
Mein lieber eKy!

An dem Punkt der Religionskritik kommen wir zwei nicht so recht zusammen - obwohl ich ja durchaus schwer auf der atheistischen Seite unterwegs bin und großen Teilen des Bodenpersonals (vulgo: Mönche/Priester/Mullahs/Schamamen etc.) der diversen Gottheiten - zurückhaltend formuliert - äußerst kritisch gegenüberstehe. Dennoch glaube ich zutiefst daran, dass nur eine pluralistische Gesellschaft, in der auch exzentrischen oder sogar unsinnigen Haltungen ein ordentlicher Freiraum zugestanden wird, wirklich lebenswert ist.

Dieser Freiraum hat wohlgemerkt da seine Grenzen, wo die Freiheit des Andersdenkenden (ich liebe das zugehörige Zitat von Rosa L. sehr) in Frage gestellt wird!

Wenn mir also irgendein verlauster Mullah erzählen will, ich solle gefälligst so-und-so-oft-mal gen Mekka buckeln oder ich dürfe kein Abbild des Propheten anfertigen oder kein Schnitzel Figlmüller Art zu mir nehmen, dann werde ich äußerst humorlos darauf reagieren. Dito, wenn mir ein dämlicher klimabewegter Gutmensch in Missionarshaltung (ich meine jetzt nicht die sexuelle) gegenübertritt und mich von seinem Way-of-Life überzeugen will. Das geht alles gar nicht. (zum letzten Punkt: Eine Reduktion von CO2-Emissionen ist natürlich trotzdem essentiell - gar keine Frage! Das ganze bekommt nur bei einigen FFF-Gläubigen doch beunruhigend übergriffige Züge.

Und um bei der Religion zu bleiben: Eine religiöse Organisation, die nicht fest auf dem Boden des Grundgesetzes steht, die sollte meines Erachtens (Religionsfreiheit hin oder her) knallhart verboten werden. Wenn ich (selbstredend demokratischer ;) ) Kaiser von Deutschland wäre, würde das als erstes die diversen zauselbärtige Scharia-Pseudos treffen, die Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradieren. Dann käme die russisch-orthodoxe Kirche an die Reihe, von deren Deutschlandniederlassungen ich mal ein ganz klares Statement zu Putin (aber auch zur Homosexualität oder zu anderen Religionen) abfragen täte und als nächstes schlüge der Blitz bei der verlogenen katholischen Kirche ein, die wenn man genau hinschaut mit Pluralismus und dem Alle-Menschen-sind-gleich-Grundsatz durchaus ihre Probleme hat.

Also von daher bin ich wohl eher unverdächtig, auf religiöse Hardliner unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit allzuviele Rücksichten zu nehmen. Etwas ganz anderes ist es aber bei religiösen Menschen, die sich mit ihrem Glauben niemandem aufdrängen. Selbst wenn dieser Glaube mir dann noch so unsinnig erschiene, würde ich es schön finden, dass er seinen Platz auf dem großen Markt der Ideen findet. Wie gesagt: Die Freiheit des Andersdenkenden ist die rote Linie dabei.

Und wenn ich unter dieser Prämisse auf die Zeilen von Dir schaue, lieber eKy, dann scheinen sie mir eher einen Angriff auf die pluralistische Idee darzustellen. Am Ende sollen doch bitte alle nach der Pfeife des lyrischen Ichs tanzen und sich an dessen aufgeklärter Sichtweise der Welt ein Vorbild nehmen - bei sowas gehen bei mir ein paar Alarmlichter an... insofern hält sich bei diesen Zeilen meine Begeisterung in Grenzen. Verstehst Du das Problem? Ich sehe Dich in der Story in der Rolle des "Bekehrers" und damit (auch wenn Deine Absichten ehrenvoll sind) irgendwo auf Augenhöhe mit einem nervigen Missionar in Diensten irgendeines Glaubens. Dass Du im Gegensatz zu meinethalben einem verstrahlten Yogijünger die Ratio auf Deiner Seite hast, tut hier für mich nix zur Sache.

Du kannst mich aber gerne der Missinterpretation überführen. Diese Überführung - das sag ich aber schonmal gleich - wird Dir jedoch nur überzeugend gelingen, wenn Du Dich dazu durchringen kannst zu sagen, dass Du kein Problem mit Leuten hast, die einen vollbärtigen Opa, einen zotteligen Typ und einen Vogel als höchste Wesenheit verehren (sprich: Du lässt solche Typen in Ruhe, vorausgesetzt, die lassen auch Dich in Frieden) :)

LG!

S.

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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Keine Verallgemeinerung!
« am: April 13, 2022, 14:53:30 »
Hi eKy! :)

Wenn ich ein Gedicht lese, nehme ich persönlich tatsächlich zunächst die formalen Aspekte wahr, bevor ich tiefer in den Inhalt eindringe - bei komplexeren Inhalten benötige ich für die Bedeutungs-Rezeption womöglich einen dritten oder vierten Lesedurchgang, wohingegen die formale Erstanalyse (Zeilenumbrüche, Strophengliederung, Metrum, Reim, Art des Satzbaus, Groß/Kleinschreibung etc.) nach dem ersten Durchlauf schon weitgehend "durch" ist. Ganz am Schluss kommt dann noch ein Abgleich von formaler und inhaltlicher Analyse. Na... aber das alles nur nebenbei... damit will ich erklären, warum ich mich oft in erster Linie bei meinen Kommentaren aufs Formale stürze. :)

Und nun also zum formalen Aspekt dieses speziellen Gedichts von Dir. :)

Große Begeisterung!

Du hast hier - sehr gegen Deinen üblichen Schreibinstinkt das Metrum ganz einem natürlichen Parlando dienstbar gemacht und das finde ich - schon rein abwechslungshalber - ganz wunderbar!
Aufgrund dieser hier angewandten Technik müsste man sich schon sehr anstrengen (und stark gegen die natürliche Betonung lesen), um hier ein einigermaßen "klassisches" Metrum durchzuhalten. Viel leichter lesen sich die Zeilen, wenn man Hebungen und Senkungen sehr weitgehend aneinander angleicht und in normaler (ungebundener) Sprache liest.
Würde man hingegen Hebungen und Senkungen stärker herausarbeiten, aber dabei die üblichen Wortbetonungen nicht ignorieren, dann ergäbe sich ein relativ "unregelmäßiges" Metrum.
Nun hast Du den Befähigungsnachweis für Gedichte in regelmäßiger, gebundener Sprache schon weidlich übererfüllt und daher ist dieser Text natürlich nicht einer plötzlichen metrischen Blindheit geschuldet, sondern offensichtlich in dem Willen verfasst worden, einmal etwas anders an die Sache heranzugehen. Ich finde, das ist hier großartig aufgegangen.

Und wenn ich nun die Form gegen die Inhalt abgleiche, dann ist die formal eher freie Handhabung des Metrums durchaus stimmig zum Inhalt, der mich in seinem aufklärerisch-gesellschaftskritischen Gestus an viele Vorbilder dieser Art von Heine über Brecht, Tucho, Kästner bis Degenhardt und Biermann erinnert (eine etwas fallende Qualitätslinie in dieser Aufzählung von Namen kann ich nicht ganz von der Hand weisen). Alle genannten (und auch von Degenhardt und Biermann gibt es viele sehr "gültige" Werke zu bewundern) haben in Gedichten in diesem aufklärenden Habitus bewusst eine etwas einfachere (oft formelhafte) Sprache gewählt und sich beim Sprechrhythmus absichtlich der normalen Sprache angenähert, was natürlich die Zugänglichkeitsschwelle herabsetzt, aber auch der Eingängigkeit dienlich ist.

Also von mir: Sämtliche Hüte gezogen! Sehr sehr schön (und gar nicht so einfach "nachzumachen" - das kann jeder geübte Schreiber in gebundener Sprache mal ausprobieren, so eine "normale" Sprechmelodie in einem Gedicht einzufangen ist durchaus knifflig :) ).

LG!

S.


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Das Blöken der Lämmer / Re: Schöne Scheibe
« am: M?RZ 19, 2022, 16:40:25 »
Ihr Lieben!
Auch hier noch mit etwas ungebührlicher Verzögerung ein herzliches Dankeschön für Eure Kommentare! Es war ein Gelegenheitsgedicht, das mir tatsächlich beim Burgerbraten entstanden ist... ich tu tatsächlich immer Ketchup mit Senf vermischt dran und mag es, wenn der fleischliche Anteil mit reichlich vegetabilen Zutaten ergänzt wird. :)
Die beiden Wortspiele, also den glimpfwörtlichen Titel und den Welt(en)burger, habt Ihr schön herausglesen - danke auch dafür! :)
LG!
S.

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Zwischen Rosen und Romantik / Re: Liebesweisheit
« am: M?RZ 19, 2022, 16:31:04 »
Hi eKy & gum!
Ganz lieben, leider sehr nachträglichen Dank für Eure freundlichen Kommentare! Durch mein zwischenzeitliches Kürzertreten habe ich einige Echos auf meine letzten Texte unbeantwortet gelassen - das will ich aber gerne noch nachholen! Und natürlich gilt es noch die ein oder andere Anmerkung einzuarbeiten... das zu groß geschriebene "wert" ist hiermit minuskulisiert mit Dank an eKy fürs Erspähen! :)
LG!
S.

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Verbrannte Erde / Europa
« am: M?RZ 19, 2022, 11:44:02 »
Europa

für W. Putin und seine westlichen Unterstützer

Die Tage weiten sich zum Lethe-See,
an seinen Ufern leben träge Tiere.
Soso, le jour de gloire est arrivé?
Ein Grenzmann prüft behördlich die Papiere.

Des Sermons kurzer Sinn: Wir sind die Guten,
finanzkuriert von alter Barbarei.
Zwei Völker, die am Dneprstrand verbluten?
Hotel Europa. Grad kein Zimmer frei.





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Im Gras wispert Hoffnung / Re: Entsagung und Bestimmung
« am: M?RZ 17, 2022, 20:51:32 »
Meinerseitig bleibt im Wesentlichen ein zwangloses Michanschließen an eKys Lob & Erfreunis! Das Bild der Neuverwurzelung eines Lebenspflänzchens in Strophe 2 ist besonders schön - wobei hier, wenn man ganz genau hinschaut, der Formulierung "[der] Erde anvertraut" auch ein ganz leichter Anflug von Beerdigung innewohnt... ich glaube diese Assoziation ist nicht etwa einer besonderen Schwarzgalligkeit des Lesers zuzuschreiben, sondern entspricht durchaus Deiner Poetologie, lieber gum, auch in heitere Pastoralen einige Moll-Töne einzuweben, wie Du umgekehrt auch eine Marcia funebre immer wieder um ganz selbstverständlich beigefügte Scherzando-Elemente ergänzt. :)
Sehr gerne gelesen - und am Ende überwiegt das Bild des umsichtigen Gärtners, der vorsichtig einen etwas ermatteten Schössling in neue, gute Pfanzerde tut. :)
Sehr schön!!! :)
S.

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