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Nachrichten - Sufnus

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Verbrannte Erde / Re: Der gescheiterte Stylit
« am: März 18, 2019, 17:41:50 »
Moin eKy!
Ich habe einige Werke von Dir kommentatorisch nachzuholen, z. Zt. fehlt mir etwas die freie Zeit und der freie Kopf dafür - aber ich bleibe dran, z. B. in dem ich mich einmal dieser schönen Sonett-Variante mit ungewöhnlichem Metrum widme.
Zwar ist der Sechsheber natürlich der klassische Versfuß des deutschen Sonetts in der Schule der Barockdichter, aber eben als Jambus und nicht als Trochäus und in der Variante des jambischen Alexandriners, d. h. mit einer Mittelzäsur, die Du hier (abgesehen vom trochäischen betonten Auftakt) fast durchgängig vermeidest, was die sprachliche Schwierigkeit durchaus erhöht!
Dazu, und das erfreut mich noch viel mehr, ist auch das Reimschema vorzüglich originell und höchst erbaulich: ABBA - ACCA - DBD - DCD. Ganz ungewöhnlich!
Interessant - um nur einen Aspekt herauszuheben - ist daran, dass Archipel fast wie ein Waisenreim wirkt, weil das letzte korrespondierende Reimwort schon einige Zeilen her ist, aber man hat es doch noch so ein bisschen im Ohr, so dass hier ein ganz feines, schwebendes Klangband zum zweiten Quartett gewunden wird. Ich bin nur nicht ganz sicher, ob "schmal" hier so das richtige Adjektiv ist, natürlich könnte man sich einen Archipel auch als einen schmalen Streifen von hinter einander liegenden Inselchen vorstellen, aber damit wird für mich dann irgendwie eine geometrische Verbindung zur schmalen Säule geknüpft, die ich nicht ganz 1:1 nachvollziehen kann. Das ist aber jetzt haarscharf an der Grenze der Beckmesserei entlangargumentiert... ich lass mal offen auf welcher Seite der Grenze... trotzdem würde mir persönlich "heilen" besser als "schmalen" gefallen. Vielleicht denkst Du aber auch an Archipel Gulag, dann passt das heile natürlich nicht. :)
Eine Erwähnung wert ist natürlich auch die einem alten Lateiner würdigen Kunst der Satzperiode, die Du hier mit einem beide Quartette überspannenden Satzgefüge präsentierst. Chapeau!
Und um nochmal etwas forenübergreifend zu agieren: ich finde es gut, dass der Heilige auf seiner Säule sitzenbleibt und mit sich hadert und nicht - wie von Thomas im Eiland mit zugegebenermaßen sehr schönen Versen - vorgeschlagen von selbiger runtergekraxelt kommt. Auch das natürlich ein reine Geschmacksfrage, die vielerlei Meinungen zulässt. :)
Sehr gerne gelesen!
S.

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Zwischen Rosen und Romantik / Re: Wunden verwunden?
« am: März 18, 2019, 10:37:56 »
Vielen Dank und lieben Gruß, Agneta! :)

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Im Gras wispert Hoffnung / In froher Runde
« am: März 18, 2019, 07:26:32 »
In froher Runde

Am Abendausgang klebt ein Schildchen "Morgen".
So sitzen wir die Nacht gedanklich aus,
indem wir uns als Vorschuss Zukunft borgen:
Wirst sehn, das wird schon wieder, altes Haus!

Jetzt feiern wir in kleiner, feiner Runde
(heißt: Autor, meinereiner, Lyrik-Ich),
der Rote kreist reihum vom Mund zu Munde
und nicht das Gästezeug mit Essigstich!

Wir werden uns die Nacht schon noch versüßen
und saufen uns die Sorgen einfach schön,
das Leben wolln wir nicht mit Trübsal büßen:
Ein Hoch auf Spaß und Wein und Naproxen!




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Sprüche, Gedanken, Gescheites / Re: Mutatis Mutandis
« am: März 18, 2019, 07:19:37 »
:) ... aber das liest doch kein Vernünftiger Leser als "Zett beh"... soll nur das Druckbild etwas struppifizieren... ;) 

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Wo Enzian und Freiheit ist / Re: Feuer und Eis
« am: März 18, 2019, 07:17:28 »
Hey eKy!
Dank Dir für das Feedback! Ich glaube, man kann die Zeilen noch retten... ich werd bei Gelegenheit nochmal an Metrum und Kadenzen nachjustieren... :)
LG,
S.
P.S.:
Und gute Besserung, eKy! Erkältungen sind wirklich etwas höchst Lästiges!

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Wo Enzian und Freiheit ist / Feuer und Eis
« am: März 16, 2019, 13:59:16 »
Feuer und Eis

Letztlich, heißt es, wird die Welt verbrennen
oder kältesterben.
Sehnsuchtsgluten lernt ich selbst gut kennen,
würd deshalb fürs Ende Feuer nennen.
Sollte sich gleichwohl Ersatz bewerben,
weiß ich auch genug vom kalten Hass:
Um die Menschheit gänzlich zu enterben,
kommt der auch zupass
mit genug Verderben.


---------

Robert Frost

Fire and Ice

Some say the world will end in fire,
some say in ice.
From what I’ve tasted of desire
I hold with those who favor fire.
But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
to say that for destruction ice
is also great
and would suffice.

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Sprüche, Gedanken, Gescheites / Re: Nackter Berg
« am: März 16, 2019, 13:46:47 »
Moin eKy! :)
Ja es ist beim Bergsteigen wohl ein ständiges Auf und Ab!
Grüße!
S.

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Sprüche, Gedanken, Gescheites / Re: Mutatis Mutandis
« am: März 16, 2019, 13:42:51 »
Hi eKy!
Danke, lieber eKy! :) Hab auch länger über z.B. vs. zum Beispiel gegrübelt, mir persönlich gefällt wohl die Abkürzung etwas besser, macht finde ich den Tonfall noch etwas schnoddriger.
LG!
S.

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Das Blöken der Lämmer / Re: Ruhet in Frieden II
« am: März 16, 2019, 13:40:19 »
Sehr cool! :) Da freu ich mich drauf! :)
Soll mal einer sagen, Lyrik könne nicht tiefgründig sein!  O0

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Wo Enzian und Freiheit ist / Ein Schneerest
« am: März 14, 2019, 18:09:48 »
Ein Schneerest

Ein Schneerest, ein verdreckter Fleck
am Bordsteinrand, wie Altpapier
vom Wetter aus dem Weg gefegt,
jetzt schmilzt er zu Geschmier,

gesprenkelt schwarz vom Split, als wär
er kleingedruckt mit Schrift belettert,
so ein Journal von dazumal –
hab ich je drin geblättert?

---------------------

Robert Frost

A patch of old snow

There’s a patch of old snow in a corner
that I should have guessed
was a blow-away paper the rain
had brought to rest.

It is speckled with grime as if
small print overspread it,
the news of a day I’ve forgotten -
if I ever read it.

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Sprüche, Gedanken, Gescheites / Mutatis Mutandis
« am: März 13, 2019, 12:51:19 »
Mutatis Mutandis

für Günter Eich

Der Mensch riecht wie die Blume nicht,
transfiguriert sich im Gedicht
und reimt z. B. auf Urin
ein schönes Wort wie Hölderlin.


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Ach Natur Vergissmeinnicht / Re: Heimatlied
« am: März 13, 2019, 12:41:48 »
Auch ich liebe die Songs von John Denver sehr - habe aber Montana Sky gerade nicht im Ohr.
Somit muss ich bei Deinem Gedicht wieder einmal (ich hoffe, Dich damit nicht zu enervieren) an Theodor Kramer und die Melodiosität seiner besten Werke denken. Melodiös ist dabei ein gutes Stichwort - Dein Gedicht liest sich (und klingt im inneren Ohr) wie der Text zu einer Nationalhymne - allerdings kenne ich gerade keinen Hymnentext, der sich an die Sechshebigkeit wagt - und damit durch die Länge der einzelnen Zeilen die Hürde für den Komponisten wie den ungelernten Interpreten hoch hängt. Bemerkenswert übrigens, dass sich in Deinem Sechsheber kaum einmal eine Mittelzäsur finden lässt und doch die Zeilen in einem ruhigen, langen Atem erklingen ohne leiernd oder überdehnt zu wirken. Chapeau! :)
Sehr gerne gelesen, Deine Hymne!
S.

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Im Gras wispert Hoffnung / Re: Mitternacht
« am: März 13, 2019, 12:00:36 »
Vielen Dank für Deinen Kommentar, eKy!
Eine gewisse Nasahaftigkeit war beim Ausdruck Mondmission durchaus angestrebt, um eine allzu sentimentale Stimmung etwas zu "brechen"; aber ich glaube, der Ausdruck funktioniert noch nicht so richtig... ich muss nochmal nachdenken, ob ich nicht etwas Besseres finde... :)
LG!
S.

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Zwischen Rosen und Romantik / Re: Der Kleine
« am: März 13, 2019, 11:55:07 »
Ganz ungewöhnliches Spiel mit verwaisten Reimen - sozusagen in weiterer Steigerung der formalen Idee bei "Vater Rhein". Und im Hinblick auf das innerfamiliäre Trennungsthema schließt sich dieses schöne Werk von Dir natürlich sehr gut an "Vater Rhein" an. Der Beginn einer kleinen lyrischen Reihe? Ein Trilogie womöglich - nicht der Leidenschaft - sondern der Trennung?
Sehr gerne gelesen! :)
S.

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Das Blöken der Lämmer / Re: Ruhet in Frieden II
« am: März 13, 2019, 11:49:00 »
eKy schließe ich mich gerne an, lieber Curd! :) Macht Spaß zu lesen! :)

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