Beiträge anzeigen

Diese Sektion erlaubt es ihnen alle Beiträge dieses Mitglieds zu sehen. Beachten sie, dass sie nur solche Beiträge sehen können, zu denen sie auch Zugriffsrechte haben.


Nachrichten - Sufnus

Seiten: [1] 2 3 ... 18
1
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Reimerei
« am: Januar 17, 2019, 19:28:01 »
Mein lieber gummipoetus laureatus!
Dieses Gedicht ist schlicht-weg genial. Es verdient in jeder Anthologie deutscher Liebeslyrik einen Platz - auf so engem Raum so viel sprachliche und bildliche Schönheit (das wunderbare, leider etwas aus dem Gebrauch gekommene Wort Anmut wäre hier wohl angebracht) zu versammeln ist schlicht-weg... achso... hatt ich schon... dann eben siehe oben!
Begeisterte Grüße!
S.

2
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Ganz "Eins"
« am: Januar 17, 2019, 19:17:34 »
Oh das freut mich aber, dass es Dir gefällt, liebe Agneta! Du hast diese Zeilen, das dahinter stehende Charakterbild, genau so gelesen, wie ich mir das vor meinem geistigen Auge vorgestellt habe... danke dafür!!! :)

... Martins Kommentar (vielen Dank fürs Knuddeln! :) ) überfordert mich hingegen noch etwas, so dass ich darauf getrennt eingehen... werden... muss.  ;)

3
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Der Turm der Stille
« am: Januar 17, 2019, 18:37:58 »
Auch was aus dem Fundus der älteren Sachen... :)

Der Turm der Stille

Du lebst jetzt im Nest der Winde:
Verrufen und verschallt,
zeitloses Angebinde,
entwunden solider Gestalt.

Entbunden dem plumpen Bestehen:
Geist und reines Gebein,
kein Werden mehr und Vergehen,
kein Kreislauf aus Hiersein und Sein.

Und bleiben von Dir wird: Nichts
Bedeutenderes, als was ging,
erhoben im Zeichen des Lichts;

und was auch die Erde empfing,
siehe, kein Ding ist gering,
es wächst und gedeiht und dann brichts.

4
Wo Enzian und Freiheit ist / Auf einen jung verstorbenen Dichter
« am: Januar 17, 2019, 18:32:41 »
Und noch was Älteres... :)

Auf einen jung verstorbenen Dichter

Dein Zeichen auf dem Weg zum Wort

entsagt dem zeitversehrten Laut

und pflanzt im leiseren Verreisen



sich durchs Vergessen weiter fort.

Und was dem Bleiben anvertraut,

wird sich als unzerstört erweisen



vorm nie gehörten Klang der Welt,

bis unsre Zeit den Atem hält

und still zu Geist zerfällt.

5
Mit Löwenzahn und Lebensfreude / Bitte klopfen!
« am: Januar 16, 2019, 18:08:24 »
Bitte klopfen!

Das Herz klopft bang
bei der Erfreunis an,
Hoffnungsentzündet,
obs Einlass findet.

Jetzt sage mir,
was steckt hinter der Tür?
Wer immer dort war,
lächelt: kein Kommentar!

6
Zwischen Rosen und Romantik / Re: Ganz "Eins"
« am: Januar 16, 2019, 11:21:21 »
Hi Martin!
Vielen Dank für Deinen bedenkenswerten Kommentar! So viele Wörter reihen sich hier in meinen - darf man wirklich sagen: unschuldigen? - Versen und bilden Grenzflächen so vielen Bedeutungen. Das lyrische Ich dieser Verse war weiblich gedacht - ist das männliche Überprojektion? Rollenzuschreibung? Das berührt die Grundfrage bei poetischer Gestaltung: Welchen Einfluss hat ein Gedicht auf die Wirklichkeit? Gar keinen? Ist es nur ein Echo der Welt, ein narzisstisches Element exhibitionistischer Autoren? Wie groß ist unsere Verantwortung?
Gekitzelte Grüße!
S.

7
Zwischen Rosen und Romantik / Ganz "Eins"
« am: Januar 15, 2019, 19:44:15 »
Hab nochmal was Älteres ausgegraben... :)

Ganz "Eins"

Tja, eins bin ich und eins bist Du,
und eins und eins gibt, wart mal, nee…
nicht zwei mein Freund, denn hör gut zu:
Die Zwei liegt tot vorm Haus im Schnee.

Und heut ruft neu das Jahr zum Spiel!
Und ich bin ich, und Du bist Du,
bloß Du und ich sind eins zu viel,
und eins bleibt eins, jetzt greif doch zu!

8
Verbrannte Erde / Re: Harteis-Ortung
« am: Januar 15, 2019, 14:22:38 »
Hi Agneta!
Vielen lieben Dank für die Anregung! Ich würde das Stückchen nicht als Prosatext verorten, es ist eher als eine Art "vokalische Binnenstabreimdichtung" gedacht - wie man sieht, sind ausschließlich Vokale als klangliches Strukturelement jeder Zeile wirksam, ohne Berücksichtigung der Betonung des Vokals, einige sind "stabhaft" betont, andere sind unbetont. Klanglich soll das dann - so ist die Hoffnung - ziemlich archaisch rüberkommen, man stelle sich einen alten Barden vor, der im Schein von Fackeln und Lagerfeuern in einem altertümlichen Sprechsingsang diese Verse vorträgt... so irgendwie war jedenfalls die Idee dazu...  ;)
Grüße!
S.

9
Im Gras wispert Hoffnung / Re: Ein menschliches Adventsereignis
« am: Januar 15, 2019, 14:08:57 »
auch wenn ich hier nicht mehr so aktiv bin

Was durchaus bedauerlich ist, beraubt es doch uns, nicht bei anderen Foren registrierten Dortnurmitlesern, der Möglichkeit, Perlen wie "Mach'n Fisch", ein Gedicht, das meiner ohnehin gerade recht serenen Laune weiteren Auftrieb zu verleihen höchst imstande war und bei dem mich einzig und allein der Titel etwas zweifelnd (aber so freundlich wie erfreut) Kopfwiegen machte, zu rühmen und zu preisen! :)

10
Ach Natur Vergissmeinnicht / Re: Hebelgesetz
« am: Januar 15, 2019, 14:02:15 »
Wieder wie immer ganz famose Latexpoesie!!!
Das liest sich so leicht, dass das technische Raffinement gar nicht auf Anhieb ins Auge (oder Ohr) fällt... beim mehrmaligen Lesen ist mir erst dieses wunderbare locker-flockige Klanggefüge aus Alliterationen und Assonanzen aufgefallen (Hebel... drehen, beiden Seiten Gleiches, Lebens Lasten uswusf.).
Inhaltlich gefällt mir das Bild sehr gut - letztlich wird hier eine Art Resilienz-Formel (1) definiert, wonach im Gleichgewichtszustand die Widerstandskraft R (=Resilienz) gegen Lebensunbill dem Quotienten aus dem Betrag des Stressors (St) und der Heilungszeit (h) multipliziert mit einem konstanten Persönlichkeitsfaktor k ist.

(1) Gummibaum-Formel: R = k*[St]/h

Hieraus ergibt sich durch einfache Umformung (2), dass die Heilungszeit proportional zum Betrag eines Stressors ist.

(2) h = k/R * [St]

Eine umgangssprachliche, aber recht ungenaue, Formulierung dieser Beziehung lautet: Die Zeit heilt alle Wunden.

Sehr interessiert gelesen!

S.

11
Verbrannte Erde / Re: Nocturne
« am: Januar 13, 2019, 15:56:22 »
Upsti!  ;D Ich lass es mal so kautzig stehen - sieht ulkig aus...  :)

12
Verbrannte Erde / Re: Nichts wird mir fehlen
« am: Januar 13, 2019, 15:55:28 »
Hm... suizidal wars eigentlich nicht gedacht.... höchstens ganzschön depressiv... :P <- dabei bitte -wie stets - Unterschied zwischen Autor und LI beachten! ;) Ich bin aber noch nicht zufrieden - es ist irgendwie um einen Dreh zu verrätselt geraten und liest sich auch einen Tacken zu holperig (soll natürlich nicht wirklich glatt und gefällig werden, aber ein klein bisschen runder dürfte n.M.D. klingen - nunja mal sehen.... :)

13
Zwischen Rosen und Romantik / Für L.
« am: Januar 13, 2019, 15:48:12 »
Für L.

Vom Sammelpunkt in Ebne Null
per Köpper rin ins Unbereiste!
Wie war das nochmal bei Catull?
Bei Küssen zählt die Zahl das Meiste!

Und wenn das Lichtlein mondwärts schwindet,
bau lieber auf den Morgen nicht,
denn was sich nächtlings sucht und findet,
taugt morgens höchstens fürn Gedicht.

14
Eulenspiegeleien / Geschichtslektion
« am: Januar 13, 2019, 15:40:18 »
Geschichtslektion

Mit seinem Heer stand Fürst von Popel
einst vor der Stadt Konstantinopel
und schrie wie wild tagaus, tagein:
Ihr Blödiane, lasst mich rein!
Jedoch entschied man sich herinnen:
Der bleibt schön draußen vor den Zinnen!
Drum war (er stieß auf taube Ohren)
Konstantipolen nicht verloren.
Die weitere Historie lehrt
trotzdem, dass Mauern nicht viel wert
sind, denn das Motto "Dicht die Schotten!"
lässt die Ummauerten verrotten.
Ich bin ja nicht naiv und grün
und sag, lass jeden zu uns ziehn!
Doch "die, die allzu starr sind, brechen",
die Mauer-Erben zahl'n die Zechen.

15
Wo Enzian und Freiheit ist / Re: Begräbnis
« am: Januar 12, 2019, 13:18:09 »
Sehr gerngeschehn! Und hab ich schon die wunderbare Fügung "der endlose Leichnam" gepriesen? Nein? Dann aber jetzt!!! Sehr originelles Beinahe-Paradoxon...

Seiten: [1] 2 3 ... 18