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Nachrichten - Rocco

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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Die Erhabenheit der Stille
« am: November 23, 2020, 21:44:25 »
Hallo Eky,

als zentralen Punkt des Gedichts empfinde ich die zweite Zeile, wo gesagt wird, dass aller Besitz vom Schicksal nur geliehen ist.

Einzig der Schluss mit der alten Sage ist mir unklar. Bezieht sich das auf die große Stille, die sich mündig macht? "Mündig" wäre demnach doppeldeutig: reif/ erwachsen und Mund im Sinne von reden/ sagen. In Bezug auf: "alte Sage".

Der Reim ist: abba.

Das Versmaß: Gehe ich vom Versanfang aus, wird immer die zweite Silbe betont. Der Ton steigt, das ist dann ein Jambus?
(Ok, ich habe keine Ahnung...)

Ohne polemisch sein zu wollen, aber dein Gedicht lebt von subjektiven Eindrücken und das könnete man unterstreichen, indem man alles klein schreibt. Die Satzzeichen würde ich lassen, weil sie den Text strukturieren. Auch die Reime ließe ich.

(Das nur als Gedanke und nicht als empfehlung.)

Einen schönen Abend

Rocco

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Zwischen Rosen und Romantik / Nebelwatte
« am: November 23, 2020, 21:17:14 »
Nebelwatte klebt an mir,
trete ich aus meinem Haus -
wo ist dort und wo ist hier?
Nebelwatte klebt an mir.


Kein Gesang und Bier mit dir,
kein Parksommer, der ist aus.
Nebelwatte klebt an mir,
trete ich aus meinem Haus.

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Ich bin angekommen / Re: Morgengruss in die Runde
« am: November 23, 2020, 21:11:04 »
Hallo Eky,

habe mal, vor Jahren, Nietzsche gelesen, er sah es als erstrebenswert an, eine "künstlerische Existenz" zu führen. Lese ich, was du kannst (Grafik, Malerei, Plastisches Gestalten und Poesie), bist du nahe an Nietzsches Ideal dran.

Ich selbst habe weniger Talent, wenn, dann nur zum dichten, und selbst das muss ich (mir) noch erst beweisen. Mag sein, dass mir - hin und wieder - ein passables Werk gelingt, für mich beweist das (noch) nichts. Ab wann ich mich als Dichter bezeichnen würde? Gute Frage. Wenn ich das Gefühl hätte: Ja, jetzt kann ich es, jetzt habe ich kapiert, wie der poetische Hase hoppelt. Bis dahin...

Ich finde deine Einschätzung, bezüglich moderner Literatur interessant, vielleicht muss man so denken, wenn man fortgeschrittener Poet ist. Ich weiß dass nicht, glaube es aber, wenn es ein erfahrener Dichter sagt.

Wie gesagt, ich habe keine Einwände gegen Reim und Versmaß und lasse mich gerne über diese Möglichkeiten aufklären.

Wenn es, zwischen uns beiden, einen eklatanten Unterschied gibt, dann den, dass ich klassische und moderne Gedichte als Möglichkeiten begreife. Und Möglichkeiten nutzt man. (Meine Philosophie.)

Über Kommentare freue ich mich immer, ich selbst werde deine Gedichte kommentieren. Du scheinst ein interessanter Mensch zu sein. Meiner Erfahrung nach dichten interessante Menschen interessante Gedichte.

Lieber Erich, wir lesen uns.



Liebe Lyrikerin,

ich bin sprachlos. Du meldest dich in einem Forum an, dessen Sinn es ist, sich über Gedichte und Dichtung auszutauschen, also wie die Lyrik-Wiese,und die schließen dich aus, weil du mit deiner Meinung aneckst. Warum tauscht man sich aus?

Ich stimme dir zu: Zeilenbrüche allein machen aus einem Text kein Gedicht. Rolf Dieter Brinkmann hat viel mit Zeilenbrüchen gearbeitet, bei ihm war der Zeilenbruch aber nur Mittel zum Zweck der Aussage. So verstanden sind Zeilenbrüche sinnvoll. Es kommt immer auf den Gesamteindruck des Gedichts an. Stimmst du mir zu?

Auch dir: danke. Wir lesen uns.



Hallo Sufnus,

mit "Sachen" meinte ich nicht unbedingt Rilke und seine Ding-Gedichte, das wäre ihm gegenüber arrogant und ungerecht.

Mit Bezug auf Brinkmann habe ich gemeint, dass er, Brinkmann, weniger über etwas, als vielmehr davon gedichtet hat. Das ist etwa so, als würde ich über eure Köpfe hinweg reden, anstatt mit euch/ zu euch. Ich rede gerade kompliziert. Ist es aber trotzdem deutlich, was ich meine?

Ja, keine Eile mit Kommentaren. Ich werde auch, damit ihr seht, dass ich kein Dogmatiker bin, Triolette einstellen, die sind meine ersten Gehversuche auf dem Gebiet der Klassik. Eky kann mir dann sagen, was ich alles falsch gemacht habe. Ich bin aber guter Hoffnung, dass ich seine Kritik überleben werde. (Mit einem Augenzwinkern geschrieben.)

Auch dir: danke. Wir lesen uns.

Euch allen einen schönen Abend

Rocco

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Ich bin angekommen / Re: Morgengruss in die Runde
« am: November 23, 2020, 10:41:05 »
Danke Eky für deine offene Antwort.

Jeder schreibt und kommentiert, was ihm liegt, warum sollte ich damit ein Problem haben? Ich selbst dichte keine Sonette, lese aber welche, wenn sie im Forum veröffentlicht werden. Warum? Aus Neugier, Spaß an der Lyrik und auch, weil ich lernen will. (Wie man formuliert, welche Gedanken sich eignen usw.)

Ich glaube, wenn sich ein Autor Gedanken gemacht hat, ist das, was er schreibt, interessant, ob nun klassisch oder modern. Generell: Inhalt und Form sollten einander ergänzen, insofern sollte man alles können (klassisch und modern).

Mir ist klar, dass ich eben großspurig klinge, denn ein Sonett bekäme ich nicht hin - nur hin! (Entschuldigung für den Kalauer, aber er lag zu nah!)

Struktur mag ich auch. Wo bitte hast du gehört, dass moderne Lyrik keine Struktur hätte? Das hast du wahrscheinlich nicht gemeint, du meinst eher, dass sie weniger streng ist. Freie Rhythmen, Assonanzen statt Reime, Kleinschreibung und Verzicht auf Grammatik. Ja, da stimme ich zu. Aber Willkür ist kein Argument. Ich selbst akzeptiere das nicht und lasse es auch bei anderen nicht gelten. Tut mir leid, wenn Inhalt und Form sich so verhalten wie Feuer und Wasser, dann hat der Autor nichts verstanden. Man muss schon begründen können, ob in der Schule oder im Leben oder als Autor eines Forums.

Apropos Schule. Du bist Lehrer? Dieser Fakt ist, erst einmal, weder gut noch schlimm. Was für ein Lehrer bist du? Bringst du ihnen etwas bei oder drillst du sie?

Dir ebenfalls gute Wünsche

Rocco


260
Haiku und andre japanische Formen / Re: Allein (Tanka)
« am: November 23, 2020, 10:12:12 »
Hallo Curt,

bin kein Tanka-Experte, habe aber schon einige geschrieben, darum spreche ich aus Erfahrung.

Dass Sehnsucht brennt, ist bekannt, würde ich darum nie schreiben, wenn schon, dann nur Sehnsucht.

Auch die Zeilen danach illustrieren nur, was in der ersten Zeile angedeutet ist.

Wie du schreibst, ist das Tanka über 1000 Jahre alt, gibt dir das nicht zu denken?

Nur mal als Anregung.

Einen schönen Tag

Rocco


Damit ich nicht missverstanden werde: Man kann über Herzschmerz dichten, aber dann bitte mit einem neuen Dreh, einer unerwarteten Perspektive.

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Eulenspiegeleien / Re: Noreply
« am: November 23, 2020, 10:01:25 »
Hallo Hans,

das Gedicht ist lustig, weil die Realität sicher schlimmer ist. Ich weiß das, weil ich selbst Pakete liefere. Darum erwähne ich auch, dass es Kunden gibt, die - zum Beispiel - den Fernseher so laut gestellt haben, dass sie auch kein Sturmläuten hören und hinterher behaupten, man habe nicht geläutet. Es hat alles im Leben zwei Seiten.

Trotzdem lustig. Du solltest das mal auf einer Bühne vortragen, bekommst sicher Applaus.

Einen schönen Tag

Rocco

262
Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Gefallen
« am: November 23, 2020, 09:51:50 »
Ansichten
fielen mir
aus dem Rahmen
und das wiederholt
sagst du mir

Ein Kunststück
wäre das ausschließlich dann
antworte ich
wären meine Rahmen
eisenhart

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Ich bin angekommen / Morgengruss in die Runde
« am: November 23, 2020, 09:45:44 »
Liebe Wiesen-Dichter,

nun bin auch ich angekommen und geselle mich zu euch ins Grüne.

Ausser für Wälder und Wiesen interessiere ich mich für Literatur. In den letzten Jahren überwiegend Gedichte: Rolf Dieter Brinkmann, den ich für unterschätzt halte. Leider wird er kaum gelesen, obwohl er sich bemühte, nicht über Sachen zu dichten, sondern so zu schreiben, dass man empfindet, was er meint.

Meine Lieblingsautorin: Hilde Domin, die ich noch selbst, auf einer Lesung, erleben habe. Kurze Zeit später ist sie vertorben.

Daneben könnte ich weitere Autoren und Autorinnen nennen, die mir etwas bedeuten: Erich Kästner, Rose Ausländer usw. Ich habe lange gebraucht, bis ich Gedichte lesen und lieben gelernt habe. Das lag vor allem an der Schule, wo unser Lehrer mehr auf die Erfüllung des Lehrplans geachtet hat, als darauf, ob wir Schüler auch verstehen. Entsprechend waren meine Noten und mein Hass auf alle Lyrik.

Der Hass ist verraucht, geblieben ist die Einsicht, dass Gedichte Dialoge zwischen Autor und Leser sind, oder, wie Hilde Domin sagen würde: Gedichte sind eine Pause, in der Leser zu sich selbst finden können.

Eine, wie ich finde, hoffnungsvolle Aussage darüber, was Poesie ausmachen kann.

In diesem Sinne: Mögen der Lyrikwiese viele Gedichte blühen!

Euer Rocco


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