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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Die Macht der Gewohnheit
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am Juli 15, 2018, 14:58:35 »
Hi Curd!

Das ist in meiner Familie verbreitet:
Meine Ureltern sparten vor dem ersten WK vierzig Jahre auf ein eigenes Häuschen - dann kamen Krieg und danach die Inflation - am Ende reichte das lebenslang Ersparte gerade noch für einen Laib Brot ...
Meine Tante sparte ihr Leben lang, versagte sich jeden Luxus, selbst von mir ermuntert, sich doch etwas vom Ersparten zu gönnen, so lang sie noch könne, blieb sie lieber nur drauf hocken - und vererbte es mir ...
Mein Vater schuftete sich dreißig Jahre mit bis zu 16 Arbeitsstunden täglich mit Beruf und Nachhilfe ab, um uns ein Haus bauen zu können und starb, kaum dass die Schulden abbezahlt waren. Heute lebe ich allein in diesem Haus ...

... schreibe Bücher und vergeude viel Geld damit, aber vertage den Versuch, sie zu verbreiten und mir einen Namen zu machen, auf "später in der Pension, wenn ich Zeit habe", obwohl nicht feststeht, ob ich dieses Alter je erreichen werde ...
Die Vorstellung, als Literat anerkannt und bekannt sein zu können, wenn ich es nur wollte, ist wohl tröstlicher als ein mögliches Versagen beim ehrlichen Versuch ...

So verstreichen uns allen die seltenen besonderen Momente - kurze Zeitfenster an Scheidewegen unseres Geschicks, wenn eine einzige Wahl das ganze Sein neu definieren könnte. Das sind nämlich beileibe nicht alle Momente, sowas funktioniert nicht jederzeit. Aber wir tun lieber so, als würde sich "irgendwann später alles wie von selber fügen", weil alles, was wir wirkten und wir selbst ja nicht umsonst gewesen sein KANN! Doch, kann es! Die meisten Menschen sogar bleiben völlig belanglos außerhalb ihres engen Beziehungsrahmens, ihrer kleinen Welt. Und sogar mitten darin versäumen sie die meisten Entscheidungsmomente und wundern sich später, warum ihr Dasein so belanglos und nebensächlich verlaufen ist. Und für nicht wenige ist das sogar okay und erstrebenswert: Bloß keine Abenteuer! Keine Wagnisse ohne Netz und doppelten Boden! Und dennoch nennen sie es "ein Leben".
Ich habe kein Recht zu klagen - abgesehen von meinen wenigen Talenten verläuft mein Dasein genau so unaufgeregt und belanglos, trotz kurzer Eskapaden in Rockerszene und andere "Nebenwelten". Mein natürliches Phlegma hält mich zurück, ich habe mein Leben eigentlich nie bewusst gesteuert, habe mir die Welt immer nur zustoßen lassen, nie geplant, immer nur treibend, ohne eigenen Antrieb oder Willen. Und je älter ich werde, desto weniger ist überhaupt noch von Bedeutung ...

Manchmal erscheint es mir, als atme ich nur noch aus alter Gewohnheit, als "funktioniere" ich nur noch deshalb, um theoretische Andere nicht zu enttäuschen oder zu betrüben - um ein Bild aufrechtzuerhalten, das irgendjemand zu sehen erwartet, wenn er mich betrachtet, so wie ich es in einem Spiegel täte.

Und weil ich immer noch neugierig bin, wie es mit der Welt so weitergeht ...

LG, eKy
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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Die Geschichte des Menschen
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am Juli 15, 2018, 14:31:27 »
Hi Curd!

Der Titel lautet nicht "Die Geschichte DER Menschen", sondern "Die Geschichte DES Menschen" - immer und immer wieder - und vielleicht vergeblich - erzählt mit jedem einzelnen Leben!
Die unendlich abgewandelte und doch ewig gleiche Geschichte von Geburt, Unschuld, Reife, Wille, Verwirklichung, Zerfall und Tod. Der Weg, den wir alle gehen (müssen).

Vielen Dank für deine Gedanken!  :)

LG, eKy
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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Paparazzi
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am Juli 15, 2018, 14:25:11 »
Hi Curd!

Korrekt! Ob man das eigene Gewissen - sofern überhaupt vorhanden - nun für Sensationen um jeden Preis prostiuiert oder für einen politischen Vorteil, ist wohl dasselbe! Sie gießen Hohn und falsches Zeugnis aus wie Erbrochenes über jene, die ihrer Version von Wirklichkeit im Wege stehen könnten!

Vielen Dank für deine Anteilnahme!  :)

LG, eKy
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Zwischen Rosen und Romantik / Re: Gestern - heute - morgen
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am Juli 15, 2018, 14:21:12 »
Hi Curd!

Vielen Dank! Es erschien mir angemessen, die "Jetzt"-Zeilen in Ichform zu schreiben, zumal das LyrIch on dieser Phase ja allein ist: die gemeinsame Vergangenheit ist um, eine gemeinsame Zukunft erscheint unwahrscheinlich. Aber das LyrIch musste diese Erfahrungen machen, um daran zu reifen, um überhaupt erst wertschätzen zu lernen, was es hatte und vielleicht nie wieder haben würde. Aber von nun an würde es das Gemeinsame wieder anstreben.
Es war wichtig, den Egoismus des Karrieristen, der "etwas erreichen möchte", in der IchForm darzustellen, als Gegengewicht zu Teil eins und drei.

LG, eKy
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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Die Macht der Gewohnheit
« Letzter Beitrag von Curd Belesos am Juli 14, 2018, 22:56:53 »
moin moin Erich,

für mich eine sehr kühn geschriebene Betrachtung. Sie erinnert mich an die Vorstellung sparsamer Menschen, die sich keinen Urlaub, keine Freuden gönnen, da sie für die Weltreise oder etwas ähnliches sparen, dass sie nach dem Arbeitsleben als Rentner glauben genießen zu wollen und zu können.

Welch ein Trugschluss.

Sehr gerne gelesen

LG
CB
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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Die Geschichte des Menschen
« Letzter Beitrag von Curd Belesos am Juli 14, 2018, 22:47:24 »
moin moin Erich,

ich glaube nicht, dass deine Verse die Geschichte der Menschen beschreiben. Wir alle wissen, dass unser Leben endlich ist. Für die Schwachen gibt es Religionen, damit sie nicht daran verzweifeln.
Zitat
alle Scherben, die ich weinend wende, beweisen nur den Preis, den ich bezahlte
[/color]

Es gibt nichts zu beweinen, denn wenn es keinen Gott, keine "höhere" Macht gibt, die uns lenkt, sind wir Staub der Zeit..........also NICHTS  >:D O0

Doch liest sich der Gedanke von dir, sehr gut,  für entwickelte, gläubige "Wirbeltiere"  ;D

LG
CB

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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Paparazzi
« Letzter Beitrag von Curd Belesos am Juli 14, 2018, 22:23:27 »
moin moin Erich,

nicht nur die Paparazzi erkenne ich in deinen Versen, auch Politiker an der rechten und linken Peripherie bedienen sich dieser Art, um die einfache Welt ihrer Wähler zu bedienen.

Gerne gelesen

LG
CB
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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Zeit
« Letzter Beitrag von Curd Belesos am Juli 14, 2018, 22:14:06 »
moin moin wolfmozart,

der "Erlkönig" ist zu erkennen und wohl auch beabsichtigt. Dass die Zeit Leid antut, kann man nachvollziehen, ein schöner Gedanke, sie hier in diesem Kontext zu verwenden.
Allein die Aussage  letzte Zeile will mir nicht behagen.  ???

Interessiert gelesen

CB
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Zwischen Rosen und Romantik / Re: Innamorati
« Letzter Beitrag von Curd Belesos am Juli 14, 2018, 22:07:24 »
Lieber gummibaum,

ja, das ist das Standbild der verliebten Gefühle, treffend beschrieben.

Sehr gerne gelesen

LG Curd
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Zwischen Rosen und Romantik / Re: Gestern - heute - morgen
« Letzter Beitrag von Curd Belesos am Juli 14, 2018, 22:01:36 »
moin moin Erich,

eine wunderbar gelungene Betrachtung, die ich mehrmals hintereinander gelesen habe um die ganze Tiefe zu genießen.

Auch der Titel und die zweite Strophe in der Ich-Form für das Heute finde ich sehr bedacht und gekonnt ausgewählt.

Es begeistert mich.

LG
CB
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