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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Steingeworden
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am September 03, 2026, 08:35:54 »
Was damals unbemerkt blieb, ist der Umstand, dass es in Sonettkünstlerkreisen als unschön gilt, die beiden letzten Zeilen des 2. Terzetts sich direkt reimen zu lassen.

Ich habe das nie verstanden, erzielt diese Version doch ihren ganz eigenen bekräftigenden Duktus, der für manche transportierte Inhalte oder eine Conclusio nützlich bis beinahe elementar sein kann.

'Unschön' liegt wohl im Auge des Betrachters, und ich füge mich nicht den wie aus der Luft persönlichen Geschmacks gegriffenen Einschränkungen eines subjektiven Regelwerks, das ich persönlich nicht nachvollziehen kann. Da hat irgendjemand wohl seine eigene lyrische Präferenz zum Gesetz erklärt, und alle sind ihm gefolgt wie die braven Bählämmchen einer anbetenden Herde ...


Zum Inhalt: Das Werk beschreibt mein Leben als 'Solitär' - wenn man das freiwillige Eremitentum eines sozial Überforderten denn höflich so nennen möchte.
Manche beschreiben mich als Autisten, manche als Soziopathen, und manche einfach nur als von der Welt enttäuschten und gekränkten, schmollenden Sonderling - ich habe mich selbst nie sonderlich um Schubladen geschert.
Aber ja: Dieser Stein bin ich.

LG, eKy
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Verbrannte Erde / Re: Traum
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am September 03, 2026, 08:19:16 »
Hi Gum!

In S2Z4 fehlt m.E. ein 'sind' nach dem 'jetzt'.

Der Sinn der Aussage flieht mich hier:
Wer ist der Typ im Schrank? Ein heimlicher Nebenbuhler?
Warum hockt er dann da drin im 'Unbequemen'?
Warum verrät er sich durch Geräusche, wenn er sich doch versteckt?
Warum ist er lang, dünn, staubig und zahnlos?
Warum bezeichnet das LyrIch sich als den 'Kleinen'?

Klar, das ganze Konstrukt soll ein Gleichnis sein, aber worauf? Die Angst vor körperlicher Unzulänglichkeit für den Partner? Eifersucht? Unreife? Seelische Grausamkeit in einer Beziehung?
Der 'Kleine' verhält sich wie ein schmollendes Kind,
der 'Penner' wie ein Dieb,
und das 'Schätzchen' wie eine schizoide Soziopathin.
Was soll die Moral von der Geschicht sein, oder wenigstens der Sinn dahinter?

Interessiert, aber mit vielen Fragezeichen gelesen.

LG, eKy
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Das Blöken der Lämmer / Re: Ausgefault
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am September 03, 2026, 08:04:24 »
Hi Gum!

Hier ist wohl eher von sauren Trauben die Rede als von süßen ...  ;) ;D

Komma ans Ende von S2Z1.

Pfui über dich, dass du in deinem Alter noch von 'Mädchen' träumst!  >:D
(Jaja, ich weiß, das LyrIch muss nicht mit dem Autor konform sein ... blabla ....)

Vorschlag für S2Z3: 'und fühle: Auch in Mädchen steckt'

Das 'auch' finde ich hier wichtig, um den Vergleich mit der faulen Traube verbal zu bekräftigen.

Sehr gern gelesen!  :) (Kommt mir bekannt vor, bloß dass ich überall herumfaule, nicht nur im Bett ...  ::)

LG, eKy
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Das Blöken der Lämmer / Ausgefault
« Letzter Beitrag von gummibaum am September 02, 2026, 16:27:30 »
Ich faule vor mich hin im Bett
und wünsche mir ein süßes Mädchen,
das schmeckt wie Trauben aus dem Städtchen,
doch findet mich ja keines nett.

Da find ich eine faule Traube,
die unterm Bett liegt und nicht schmeckt,
und fühle, auch in Mädchen steckt
die Fäulnis, wenn ich an sie glaube.

Nun faule ich nicht mehr im Bett
und pfeif auf Trauben und auf Mädchen.
Viel süßer schmeckt ein Gang ins Städtchen.
Ich finde mich allein komplett …
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Verbrannte Erde / Traum
« Letzter Beitrag von gummibaum am September 02, 2026, 11:13:59 »
Schon länger sind Geräusche in dem Schrank
an einer Wand der Küche zu vernehmen.
Ich öffne, und gefaltet, dünn und lang
hockt zahnlos jemand dort im Unbequemen.

Er klettert, staubig und voll Spinnenweben
aus dem sonst leeren Schrank ins Freie,
begrüßt mich, ohne mir die Hand zu geben,
und stellt sich neben uns: jetzt wir Dreie.

Mein junges, zartes Schätzchen, lächelt leise,
als kenne sie den Penner wie mich Kleinen,     
Sie essen jetzt gemeinsam, und ich reise
zu meiner Mutter, um mich auszuweinen …
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Das Blöken der Lämmer / Re: Kreativitätsfaden
« Letzter Beitrag von gummibaum am September 01, 2026, 11:19:01 »
Ja, danke, lieber Erich.
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Im Gras wispert Hoffnung / Re: Die Gnade der Nacht
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am September 01, 2026, 10:38:33 »
Was ich an den alten Panzern so faszinierend finde, sind einerseits die zweckorientierte, nüchterne Ästhetik der Konstrukte, die immerzu bemüht sind, ihren Zweck möglichst zielführend zu bedienen, andererseits der pure Ausdruck von Kampfkraft und Macht, der in der phallischen 'Dauererektion' der Kanone gipfelt.
 
Warum nur die Panzer des 2. Weltkriegs? Nun, die Panzer des 1. WK waren noch selten und sehr mangelhaft in Konstruktion, Ausdauer und Kampfkraft, und die Panzer nach dem 2.WK waren und sind mit zu technisch geworden, zu unpersönlich das Bekriegen auf große Distanzen, wenn dank moderner Zielsuchcomputer praktisch jeder Schuss ein Treffer ist. Zudem wurden die Panzer bald zur Unterdrückung von Zivilbevölkerungen missbraucht, was ihrem eigentlich 'konzeptionell reinen' Erfindungszweck als Kampfmittel im Felde zuwiderläuft - eine unfaire, 'schmutzige' Nutzung gegen praktisch Unbewaffnete.

Jetzt könnte man argumentieren, dass man sie auch schon im 2.Wk genau dazu missbraucht hat, um das eroberte Hinterland zu befrieden und gegen Rebellen vorzugehen. Ja, das ist so, aber man hatte es noch nicht so deutlich 'auf dem Schirm' wie heutzutage. Zudem benutzte man dafür meist entweder veraltete Panzer, oder unterlegene Konstrukte aus Beutebeständen. Heute werden Panzer sogar genau mit dem Vorsatz 'getunt', gegen Partisanen oder Demonstranten vorzugehen.

Die kämpfenden Einheiten des 2.WK waren noch 'ehrlicher' in der Unmittelbarkeit ihrer Gefechte, und viel hing noch vom guten Training der Mannschaften ab, nicht von alles überwältigender Technik.

Natürlich bin ich dem Krieg und der Gewalt abhold, aber ich verehre dennoch die konzeptionelle Reinheit dieser Konstrukte und ihre 'Potenz', warum auch immer. Vielleicht, weil ich mir immer einen größeren Schniedel gwünscht habe, wer weiß ...?  ;) ::) >:D
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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Der Tod in Venedig (Zu Ehren Thomas Mann)
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am September 01, 2026, 10:12:59 »
Hi Gum!

Natürlich ist so eine Thematik, wenn von einem namhaften Autor so riskant im Rahmen des extrem homophoben kulturellen Kontexts seiner Epoche dennoch aufgegriffen (obendrein mit so 'jungem Gemüse' als Ziel des Schmachtens), im Grunde zumindest teilweise autobiographisch. Schon allein die tragische Hauptfigur als Dichter ... Es muss ein gewaltiger Drang und Druck in Mann geherrscht haben, sich dieses Tabus literarisch 'eher unbedenklich' anzunehmen, um eigene nonkonforme Fantasien dadurch zu verabreiten und zu sublimieren: Er schrieb es sich sozusagen von der Seele, um sich selbst dadurch zu bewältigen.

Ich habe weder Zarathustra noch den Werther je gelesen, kann das also nicht beurteilen.

LG, eKy
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Das Blöken der Lämmer / Re: Kreativitätsfaden
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am September 01, 2026, 10:05:23 »
Hi Gum!

Ein interessanter Gedanke.

Leider hängt das Ergebnis solcher Sprachbasteleien meist vom Wohlwollen derer ab, welche die Schlüsselwörter auswählen. tun sie dich nach freundlichem Ermessen, mag das Ergebnis stringent, folgerichtig konstruiert und wohlklingend sein.
Lacht sich dabei ein böswilliges Teufelchen ins Fäustchen, bleibt es schier unmöglich, aus dem Haufen schriller, abseitiger Begriffe noch irgendetwas Sinnfälliges zu gestalten, das noch irgendwie gut klingt oder nicht völlig abstus rüberkommt. Es sei denn, man legt es auf ein 'Nonsensgedicht' an und will sehen, wie abseitig der Verstand mancher Mitmacher dabei arbeiten kann ...

Du, der du selbst den mundansten Werkzeugen und Gegenständen im Gedicht noch eine eigene, ernstzunehmende Stimme als pseudolebendiges LyrIch zu verleihen vermagst, bist da sicher ganz vorne mit dabei - falls es das ist, was du dir davon erwartest und was du willst. Falls nicht, eird so eine Manie bald zum geistigen Gefängnis, weil der Geist anfängt, sich dem Fakt von Vorgaben anzupassen und ihn beim Dichten schon zu erwarten.
Suchtfaktor einerseits, andererseits Verfestigung einer bestimmter Denkstruktur, die letztlich von diesen im Grunde einschränkenden Prämissen handwerklich abhängig zu werden droht.

Du schriebst ja, dass du fast gegen deinen Willen in diesem Vorgabespiel festhängst. Vorschlag: Anstatt immer weiter der 'einfacheren' Idee von Konstruktvorgaben zu folgen, bloß weil du befürchtest, deine 'lyrische Batterie' konnte sich allenthalben verbraucht haben, nimm bewusst abstand davon und lass deiner zerebralen Gedichtemaschine ihren eigenen Willen. Wenn sie denn eine Weile ruhen will, lass sie. Keine Sorge, das Talent verliert sich nicht (zumindest bei weitem nicht so schnell wie befürchtet), und die Pause könnte deine eigenständig kreative Ideenmaschine wieder anlaufen lassen.
so schafft du wieder originäre Werke einzig aus eigener Feder.

Ich selbst habe zuweilen Monate ohne Dichten verbracht, einfach weil ich 'keine Lust dazu' in mir fand, einmal über ein halbes Jahr! Danach ging es doch weiter, und das Schreiben machte mir wieder richtig Spass. Man darf nur den Zugang dazu nicht verlieren: Während dieser Phasen kommentierte ich eifrig weiter, auch wenn ich selbst nichts schrieb. So hielt ich mir diese Türe stets offen.

So, ich hoffe, das ist irgendwie hilfreich gewesen.  :) 8)

LG, eKy
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Das Blöken der Lämmer / Re: Kreativitätsfaden
« Letzter Beitrag von gummibaum am August 31, 2026, 22:50:53 »
Danke für deine Antwort, lieber Erich.

Deine Auffassung ist völlig richtig. Ich habe nur oft das Gefühl, mein geistiger und körperlicher Akku erreicht nicht mehr 100% und ist schnell leer, und ich brauche etwas, das mich pusht. Zugleich missfällt mir meine Suche nach dem rettenden Strohhalm. Ein Positives hat es, wenn ich im Konstrukt trotzt der Fesselung an Wörter meine Stimmung oder sogar unbewusste Gedanken lesen kann. 

LG g
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