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Ach Natur Vergissmeinnicht / Re: Am Deich
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am August 21, 2026, 22:31:05 »
Hi Curd!

Das erinnert in seiner Wucht an den Erlkönig.

Einziges Manko neben ein paar kleinen, vernachlässigbaren Ticks im Rhythmus an manchen Stellen ist der Umschwung zum Präsens in der letzten Zeile von S1. Danach spielt das keine Rolle mehr, da das Werk vom Beschreibenden ins Erzählende wechselt und die etablierte 'reale' Handlungsebene von S1 hinter sich lässt, aber eigentlich ist diese Str. ja im Präteritum gehalten (Mitvergangenheit).

Ich erwartete dort also eher ein 'und plötzlich ward ihm klar:' mit einem Doppelpunkt am Ende zu lesen.

Sehr gern gelesen!

LG, eKy
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Das Blöken der Lämmer / Wir
« Letzter Beitrag von gummibaum am August 21, 2026, 13:19:02 »
Zwei Räume, je der Punkte und Vektoren,
begegnen und durchdringen sich,
Ein Vektor hat zwei Punkte auserkoren,
und er verbindet dich und mich.

Die Liebe ist ein Pfeil mit einer Spitze,
und wir die beiden Punkte P und Q.
Noch lachst du, doch ich mache keine Witze. -
Die lineare Algebra schlägt zu …
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Verbrannte Erde / Re: Mein Tod?
« Letzter Beitrag von gummibaum am August 21, 2026, 12:39:06 »
Lieber Erich,

wenn die letzte Stunde kommt, ist sie meist anders, als wir es uns vorgestellt haben. Oft bekommen wir sie gar nicht mit.

Hier entwirfst eine verzweifelte Sele, die vom Leben zum Schuldner gemacht wird und deren Körper ausblutet, während ihre Lebenswerke zu Asche werden und die Musik in ihr trotz Widerständen dagegen verstummt. Nichts überlebt sie, und das Vergessen bestreitet, dass sie je existiert hat.

Ein bildmächtiges Werk von höchster sprachlicher Präzision. Man könnte es als späten Ableger barocker Vanitas-Empfindung lesen.

Chapeau von gummibaum 
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Zwischen Rosen und Romantik / Ach
« Letzter Beitrag von gummibaum am August 21, 2026, 09:50:29 »
Ich sitze gern bei dir im Zimmer,
wie schon so manches Mal dies Jahr,
nur heute liegt um dich ein Schimmer,
der sonst nicht so zu sehen war.

Ich fühle eine große Nähe,
und wie du so versonnen lachst,
berührt mich stark, als ob ich sähe,
dass du ein Wir damit bewachst.

Dein Handy klingelt vor dem Zimmer,
und als du wiederkommst, erhitzt,
ist nichts mehr wahr von diesem Schimmer,
als ob ein andrer dich besitzt.

Und du erzählst mir, was geschehen,
dass er gesagt, er liebe dich. -
Mir ist, als sollte ich vergehen,
doch sag ich dir, ich freue mich …
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Ach Natur Vergissmeinnicht / Re: Das etwas andere Naturgedicht
« Letzter Beitrag von Curd Belesos am August 20, 2026, 20:11:06 »
Zitat
Ach, schöne Welt, es will mir nicht gelingen,
auf neuen Pfaden an dein Ziel zu wandern,
mit neuen Noten dein Gefühl zu singen.

Moin Erich, doch habe ich es wieder versucht und muss dir recht geben. Dein Gedicht beschreibt auch mein Gefühl.

Einen doch erbaulichen Gruß von mir.
Curd
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Ach Natur Vergissmeinnicht / Am Deich
« Letzter Beitrag von Curd Belesos am August 20, 2026, 20:05:57 »

Er ließ den Blick über die Priele gleiten,
bis sich ihr Lauf am Horizont verlor,
ihm kam das Watt bereits verändert vor,
denn dunkler Glanz bedeckte seine Weiten,
auch dort, wo erst die helle Sandbank war,
trübt es sich ein, und plötzlich wird ihm klar,

die Flut steigt auf, um alles zu verschlingen;
kaum hörbar nimmt das Wasser seinen Lauf,
nichts hält das Meer beim Vorwärtsdrängen auf,
lässt es sich doch von keiner Kraft bezwingen,
nur dort am Deich, da endet seine Macht,
den sich der Mensch zu seinem Schutz erdacht,

denn mancher Sturm trieb in vergangenen Zeiten
die See ins Land hinein, bis es versank,
sodass nicht nur allein das Vieh ertrank,
nein, auch der Mensch musste den Tod begleiten;
bereits vor Rungholt, als der Holzdeich brach,
und später, selbst Jahrhunderte danach,

konntʼ in der Marsch Gevatter Hein noch wüten,
wenn mit Gewalt der Blanke Hans durchbrach,
bis man beschloss, aufgrund der Not danach,
noch stärker all sein Hab und Gut zu hüten,
und hat daher den Deichschutz ausgebaut,
dem man auch heut bei Sturmflut noch vertraut.

© Curd Belesos
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Wo Enzian und Freiheit ist / Fremd
« Letzter Beitrag von gummibaum am August 20, 2026, 14:34:15 »
Mein Nachbar, der aus Russland ist,
hat Deutschlands Fahne jetzt gehisst
am Haus, das er mit eigner Hand
sanierte und in Blumen band.

Als Deutscher, der mit Deutschland geizt,
schau ich drei Farben an, gereizt
und klär die Frage ungewollt,
ist oben oder unten Gold?

Am Abend klingt Akkordeon
zu Liedern aus dem fernen Land.
Ein bisschen traurig bin ich schon,
weil ich nie eine Heimat fand …
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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Dreifaltigkeit
« Letzter Beitrag von gummibaum am August 20, 2026, 14:30:08 »
Danke, lieber Erich.

Du schreibst: Simple Geister ... konnotieren sie als satanische Finsternis, weil sie nur Licht mit dem 'Guten' verbinden. Schön konterkariert hier!“

So kann man es lesen.

Es war aber nicht im Kontext gängiger Moral gemeint.
Der Teufel/Diabolus ist ein Durcheinanderwerfer, der das Disparate will, und die dunkle Energie (der das Licht fremd ist) treibt ebenso auseinander.

Sie hat aber ihr Gutes für alle Materie (dunkle wie helle) da sie sie vor Kollaps durch Gravitatation bewahrt. Das könnte im Dasein Menschen auch für den Teufen gelten, der sie vor einem Einfrieren in ihrer Entwicklung, einem Versacken in der Gewohnung bewahrt.

Liebe Grüße g

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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Re: Sommer im Klimawandel
« Letzter Beitrag von gummibaum am August 20, 2026, 14:02:53 »
Lieber Erich,

ein Gedicht auf der Höhe der traurigen Zeit.

Tagsüber draußen zu sein, ist fast so gefährlich wie in radioaktiv verstrahltem Gebiet. Klimanlagen, die die Arbeit drinnen am Laufen halten, schaufeln zusätzlich Wärme nach draußen. Wälder gehen in Flammen auf, Flüsse vertrocknen. Menschen aus dem Süden sind auf der Flucht in den Norden.

Und was wird getan? Man schweigt. Schönt die Zahlen der Hitzetoten. Befestigt die Grenzzäune. Gibt das Trinkwasser den Feuerwehren. Berichtet zur Ablenkung von anderen Katastrophen.

Sehr gern gelesen.
LG g




     
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Drum Ehrlichkeit und Edelweiß / Sommer im Klimawandel
« Letzter Beitrag von Erich Kykal am August 20, 2026, 08:08:19 »
Kaum erholt von lauem Dunkel
zieht der neue Tag herauf,
nimmt mit seinem Lichtforunkel
auch die heiße Luft in Kauf.

Immer höher brennt es gleißend
hell vom Firmament herab,
einen grellen Tag verheißend
hält es seine Welt auf Trab,

hetzt sie in die kurzen Schatten
wie ein Raubtier im Revier,
bis die Opfer schlaff ermatten
und an ihm verschmachten schier.

Wie ersehnen sie die Nächte
neuerdings in diesem Reigen
der Entfesselung der Mächte!
Und der Menschen Führer … schweigen.
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