Autor Thema: Nikolauspädagogik  (Gelesen 1032 mal)

Ingo Baumgartner

Nikolauspädagogik
« am: Dezember 04, 2013, 09:52:53 »
In letzter Zeit - wegen tiefgreifender Bedenken von Pädagogen - aus der Mode gekommen, ist die Delegierung von Ermahnungen, Verhaltensanleitungen, wohl auch Lob für die eigenen Sprösslinge an den Nikolaus. Eltern versprachen sich durch den Vortrag des Heiligen nachhaltigen Erfolg.
Nicht immer wollte das aber so ganz zur Zufriedenheit aller gelingen, denn auch Nikoläusen kann ein Sachverhalt durchaus unüberschaubar bleiben. Wie es sich vor (vielen) Jahren tatsächlich einmal zugetragen hatte:
Dem Bärtigen wurde mitgeteilt, dass das Töchterchen sich weigerte, die Mahlzeiten aufzuessen – und zwar regelmäßig, ohne Ausnahme. Die Eltern waren der Meinung, dies würde in unerträglicher Weise den Charakter des Kindes schädigen – und überhaupt. Der heilige Mann nahm seinen Auftrag zur Kenntnis. Wegen der Übersichtlichkeit seiner Aufgabe schrieb (oder legte) er ihn auch nicht in sein goldenes Buch. So rief er neben dem größtmöglichen Erstaunen des Mädchens auch blankes Entsetzen bei den Eltern hervor, als er nach einigen einleitenden und unverfänglichen Sätzen mit tiefer, mahnender Stimme anhob: „Und dass du mir ja nicht immer alles aufisst!
Die Pädagogen haben, wie man sieht, gar nicht so Unrecht.

« Letzte Änderung: Dezember 04, 2013, 10:01:47 von Ingo Baumgartner »