Autor Thema: Schwache Blase  (Gelesen 674 mal)

hans beislschmidt

Schwache Blase
« am: Dezember 12, 2021, 12:13:58 »
Schwache Blase?
Zur Zeit verharrt D in einem Zweifrontenkrieg. 60 Mill. gegen 20 Mill. und jede Seite verteidigt ihren Standort vehement. Man beginnt sich vor allem in den sozialen Medien abzuschotten und auf Diskurs zu verzichten. Zwei riesige Denkblasen treffen aufeinander und jede spricht von einer roten Linie, die es zu verteidigen gilt. Wenn die Diskussion schweigt, werden die jeweiligen Munitionskammern mit Vorwurfspatronen gefüllt, wie Faschismus, Rassismus, Antisemitismus, Rechtspopulismus und pathologisches Geschwurbel. Die Quellen werden nach Pseudoevidenz diskreditiert und es wird am Ende immer schmutziger.

Das Denken innerhalb der jeweiligen Blase, das Verteilen von Stimmungs-Emojis, sowie die Schulterklopf-Likes, zeigen einen Gleichschaltungseffekt, der sich in der Blase ständig selbst generiert und betreutes Denken mit Wahrnehmung vertauscht.

Deutschland hat sich in zwei Lager geteilt, die sich in einer unversöhnlichen Hackordnung gegenüberstehen. Es gibt kein Einlenken, kein Verständnis mehr untereinander und das Tischtuch ist zerschnitten. Der Point of no Return wird im März 22 erreicht sein, mit der Impfpflicht, den Strafzahlungen und einer Haftandrohung. Das klingt nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Gerade gestern hab ich noch erlebt, dass, egal was man sagt, nur darauf gewartet wird, um den populistischen Sündenbock herbeizureden. Das ist eine traurige Wahrheit und kommt sogar von Leuten, die man persönlich kennt und von denen man es nie erwartet hätte. Was ist bloß mit diesem Land geschehen?

Es genügen lediglich ein paar Code Wörter und schon brennen die Bücher der falschen Verlage und wie im Adorno-Zitat schleichen die sendungsgeilen Aspiranten als Demokraten getarnt durch die Medien.

Es ist derzeit nicht empfehlenswert Begriffe wie Bürgerrechte oder Nürnberger Kodex zu verwenden, denn dann fallen die Balkonklatscher als wilde Rotte über einem her.

Dieses Land ist zu einer Jauchegrube verkommen und wir kommen da ohne Blessuren nicht mehr raus, was in letzter Konsequenz von beiden Kontrahenten begrüßt wird. Jetzt noch mal kurz durchatmen vor Jahresende, das nächste Frühjahr wird fürchterlich.
"Lyrik braucht Straßendreck unter den Fingernägeln" (Thomas Kling)