Autor Thema: Harteis-Ortung  (Gelesen 2803 mal)

Sufnus

Harteis-Ortung
« am: Januar 03, 2019, 20:25:54 »
Nochmal was älteres, passend zur Winterzeit :)

Harteis-Ortung

Brach starrt das Land.
Der Weg: verweht.
Irrlichtig-wirr
tobt Nordton grob vor
Sturmwut und Unlust

am Klagmal, dass
fegende Schneeheere
klirrwindfingrig sind:
Hochnotsporn! Schorf-
mund nur zum Kundtun.

wolfmozart

Re: Harteis-Ortung
« Antwort #1 am: Januar 12, 2019, 13:06:06 »
Die Wortverschränkung fast auf die Spitze getrieben.

Darauf steh ich.

Hochachtung.

wolfmozart

Sufnus

Re: Harteis-Ortung
« Antwort #2 am: Januar 12, 2019, 13:16:11 »
Oh, vielen Dank, lieber Wolf! :)

Agneta

  • Gast
Re: Harteis-Ortung
« Antwort #3 am: Januar 12, 2019, 19:21:53 »
Nochmal was älteres, passend zur Winterzeit :)

Harteis-Ortung

Das Land starrt brach,
der Weg: verweht.
Irrlichtig-wirr
tobt Nordton grob vor
Sturmwut und Unlust / hier würde ich ein metrisch passendes Wort Wort wählen, je nach Aussage, z.B. ), also Sturmwutwut und Vergehen

am Klagmal, dass
fegende Schneeheere
klirrwindfingrig sind:
Hochnotsporn! Schorf-
mund nur zum Kundtun.


Gefällt mir gut, lieber Sufnus, aber ich würde auch und gerade bei Prosa auf die Metrik achten, die das Werk zusammenhält.
Ich habe es oben mal korrigiert, wie ich es machen würde ( nur en Tipp).



Sufnus

Re: Harteis-Ortung
« Antwort #4 am: Januar 15, 2019, 14:22:38 »
Hi Agneta!
Vielen lieben Dank für die Anregung! Ich würde das Stückchen nicht als Prosatext verorten, es ist eher als eine Art "vokalische Binnenstabreimdichtung" gedacht - wie man sieht, sind ausschließlich Vokale als klangliches Strukturelement jeder Zeile wirksam, ohne Berücksichtigung der Betonung des Vokals, einige sind "stabhaft" betont, andere sind unbetont. Klanglich soll das dann - so ist die Hoffnung - ziemlich archaisch rüberkommen, man stelle sich einen alten Barden vor, der im Schein von Fackeln und Lagerfeuern in einem altertümlichen Sprechsingsang diese Verse vorträgt... so irgendwie war jedenfalls die Idee dazu...  ;)
Grüße!
S.