Hi Eleonore!
Das macht einerseits das Alter - je weiser an Jahren, desto mehr verlangsamt sich alles.
Andererseits mein einsiedlerischer Lebensstil - ich lebe sehr entschleunigt, lese meist, verbringe meine außerberufliche Zeit in Stille und so gut wie ohne Sozialkontakte.
Die Welt da draußen war mir immer zu schnell und zu laut, zu überzeugt und zu überzeugen wollend - heftige Emotionen anderer bereiten mir fast körperlichen Schmerz, vor allem, wenn dumme Ansichten damit vertreten und befördert werden.
Als ich jung war, konnte ich das wegstecken, aber mit den Jahren bin ich immer eremitärer geworden - ein hermetisches Leben.
Inzwischen halte ich andere Menschen nur noch in homöopathischen Dosen aus, denn in meinem Beruf als Lehrer habe ich mehr als ausreichend davon um die Ohren, oft genug von der lauten, fordernden, unreifen Sorte.

Sogar das Dichten selbst ist mir ein weiterer Weg, Druck abzubauen, Seelenhygiene zu betreiben oder eine Art Selbsthypnose zu inneren Beruhigung.
All das mag deinen Eindruck erklären.
LG, eKy