Hi WM!
Das Bild, der Gedanke ist hervorragend. Zu r Umsetzung diese beiden Vorschläge:
Hände zu personifizieren, so als hätten sie einen eigenen Willen, passt hier nicht so gut hin, weil ja der Benutzer dieser Hände aufgefordert wird, selbige auf die Wunde zu legen, und nicht die Hände. Die nachträgliche Personifizierung durch das groß geschriebene "Guten" mutet also etwas seltsam, wenn nicht verwirrend an. Ich rate, es als einfaches Eigenschaftswort einzusetzen, also nur klein zu schreiben.
Der zweite Punkt hängt mit dem ersten insoweit zusammen, dass Wortwiederholungen auf engem Raum - es sei denn bei Aufzählungen oder einem gewollten mehrmaligen Effekt - lyrisch nicht gut wirken. Daher würde ich das "gut" in Z3 entfernen. Das könntest du mit einer eleganten Verbindung zu Z4 hinkriegen, ohne das Metrum zu stören:
Deine Hände, diese guten,
lege sanft auf meine Wunden,
denn dann sind sie so verbunden,
dass nach innen sie verbluten.
Dann wären da noch drei Komma- und ein Rechtschreibfehler:
1) Das "diese guten" in Z1 ist ein Einschub, der gehört
zwischen Kommata.
2) Vor dem "denn" in Z3 gehört natürlich ein Komma ans Ende von Z2.
3) Vor dem "dass" (das man übrigens nach NR heute mit Doppel-s schreibt) in Z4 gehört natürlich ein Komma ans Ende von Z3.
Inhaltlich ist der Vierzeiler höchst gelungen und spannend! Einerseits bittet man ein geliebtes Wesen, zum Blutstillen die Hände aufzulegen, sinnbildlich also Trost zu spenden, andererseits bluten die Wunden nach innen weiter - der Schmerz wird also verheimlicht, verinnerlicht, um das geliebte Wesen nicht zu belasten und ihm die Illusion zu gönnen, es könnte Erleichterung oder Heilung spenden.
Ein Akt der Selbstopferung - der eigene Schmerz wird in Kauf genommen, um ihn einem anderen zu ersparen.
Es gibt noch andere Deutungsmöglichkeiten, aber diese finde ich am lyrischsten!
Sehr gern gelesen und beklugfummelt!

LG, eKy