Hi EV!
Ich glaube ja nicht an die Existenz von so etwas wie einer Seele - wir haben ein Bewusstsein, einen Charakter, Gefühle. Punkt.

Aber Genaues weiß man eben nicht, auch wenn es nahezu grenzenlos unwahrscheinlich erscheint - zumindest mir, nach möglichst objektiver Evaluierung aller mir bekannten Parameter - dass es die "Seele" gibt.
Das LyrIch ist hier nicht mit mir identisch - und doch irgendwie, und mit jedem, der das Gedicht liest und versteht. Der jahrzehntelange Wohlstand hat uns zu Eigenbrötlern gemacht, unempathischer, rücksichtsloser, raffgieriger. Und es gibt zu viele Menschen, als unser Mitgefühl erfassen und tragen kann - dafür ist unser Geist (noch?) nicht gemacht.
Seit es das Netz gibt, wo jeder anonym seinen Mist abladen und rumschimpfen kann, ohne eine Strafe oder einen Fausthieb fürchten zu müssen, erkennt man erst, wie kalt unsere Welt geworden ist! Wir ereifern uns über alles, ohne wirklich wesentliche Zusammenhänge zu kennen oder zu verstehen, brüllen einander beleidigend nieder, wollen überall mitreden, ohne uns auszukennen, halten uns für unfehlbar, gebildet und klug - und bemerken die eigene Hybris noch nicht einmal!
Oder wie empfindlich gewisse Gleichgewichte sind, und wie leicht zu kippen!
Heute stand in einer österreichischen Tageszeitung zu lesen, dass laut einer großen Meinungsforschungsumfrage mittlerweile 22% der Bevölkerung sich wieder einen "starken Führer" wünschen würde, nicht eingeschränkt von Wahlen oder Gesetzen, an die er sich halten muss! Wohl alles vergessen seit 45 - oder in der Schule nie gelernt!?
Alles kommt in Wellen. Wir hatten das Glück, in einer Phase zivilisierten Wohlstands zu leben - aber wozu hat uns das gemacht? Offenbar braucht der dumme Mensch immer wieder eine harte Lektion darüber, was geschieht, wenn er die Dinge schleifen lässt und negativen Kräften Tür und Tor öffnet. Ich sehe eine neue Zeit der Dunkelheit auf uns zurollen - sie wirft ihre Schatten bereits voraus!
Vielen Dank für deine Gedanken!

LG, eKy