Autor Thema: Ich wecke sie vergebens  (Gelesen 3663 mal)

Erman

Ich wecke sie vergebens
« am: Januar 07, 2013, 18:20:24 »
Ich wecke sie für die Sonne,
die sich den Pflanzen erklärt,
und für den gespannten Himmel
zwischen unseren Fingern.
Ich wecke sie wegen der Worte,
die mir den Hals verbrennen.
Ich liebe und wecke sie mit offenem Ohr,
und suchendem Auge,
das bis ans Ende der Welt geht,
um den Tau auf der Wiese zu finden.

Ich wecke sie wegen der fernen Dinge,
die den ihren so ähnlich sind.
Wegen der Menschen ohne Stirn
und Namen, die durch Straßen gehen.
Wegen der anonymen Worte der Stapelplätze.
Ich wecke sie für die Manufakturen
der Landschaftsmaler in öffentlichen Parks.
Ich wecke sie wegen diesem, unserem Planeten,
der vielleicht eine Mine im blutüberströmten Himmel sein wird.

Für das Lächeln der im Stein
eingeschlafenen Freunde
zwischen zwei Schlachten.
Wenn der Himmel nicht mehr
der große Käfig für Vögel sein wird, sondern der Flughafen.
Meine Liebe, voll mit anderen,
ist die Hälfte der Morgenröte, die ich wecke.
Ich wecke sie wegen des Morgens,
wegen der Liebe, wegen mir und für die anderen.
Ich wecke sie obwohl es vergeblicher ist,
als den für immer gelandeten Vogel zu rufen.
Ein Lächeln zeigt die einzig ungerade Linie,
die viele Dinge gerade biegen kann. - Erman

cyparis

Re: Ich wecke sie vergebens
« Antwort #1 am: Januar 08, 2013, 07:54:07 »
Lieber Erman, Bruder -


laß mir noch etwas Zeit für einen "gediegenen" Kommentar!


Herzlichen Gruß
von
cyparis
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
copyright auf alle Texte

Erman

Re: Ich wecke sie vergebens
« Antwort #2 am: Januar 17, 2013, 08:31:04 »
Lieber Cyparis, Bruder

Selbstverständlich, lass Dir ruhig Zeit, auf deine Kommentare warte ich gern.

Liebe Grüße
Erman
Ein Lächeln zeigt die einzig ungerade Linie,
die viele Dinge gerade biegen kann. - Erman

cyparis

Re: Ich wecke sie vergebens
« Antwort #3 am: Januar 17, 2013, 12:50:58 »
Lieber Erman,



ich finde keinen rechten Zugang zu dem melancholischen Gedicht,
aber ich kann zumindest sagen, daß mir die dritte Strophe sehr gut gefällt.

Ich sehe nichts, was geändert werden sollte.


Lieben Gruß
von
cyparis
Der Schönheit treu ergeben
(Lady Anne von Camster & Glencairn)
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