Liebe Cyparis,
es freut mich, dass mein Text solch vielfältige Vorstellung hervorrufen kann und du ein solches Interesse zeigst.

Mir ist bewusst, dass ein Leser dann gerne eine Erklärung des Dichters hätte.
Allerdings ist es nun so, dass ich äußerst ungerne über den Inhalt meiner Texte schreibe, weil für mich nämlich genau diese vielfältige Interpretation eines der schönsten Dinge der Lyrik ist. Ich habe immer dir Hoffnung, dass ein Gedicht die Stimmung des Lesers aufgreifen kann und ihn so in seine ganz persönliche Fantasiewelt (oder auch Erinnerung oder Gefühl usw.) entführen kann.
Da du mich aber so freundlich bittest, werde ich ein wenig einlenken. Nicht, dass noch der Verdacht aufkommt, ich selbst würde nur Dinge aneinander reihen, ohne tieferen Sinn

Für mich war es vor allem Gesellschaftskritik.
Vielleicht noch: Stichwort Individuum in der Gesellschaft oder der einzelne vor der Übermacht der "großen".
Wie gesagt ist dies sicherlich nur ein Teil der Interpretation.
Mir selbst fallen durchaus weitere Möglichkeiten ein, die ich auch schon beim Schreiben hatte.
Manchmal ist es etwas kompliziert und ich möchte, wie gesagt, nicht alles preisgeben, um anderen Lesern nicht ihre eigene Interpretation vorweg zu nehmen.
Na gut, eine Sache noch: "In den Tannenspitzen [...] Lichter blitzen" kann tatsächlich als Anspielung auf bekanntes Weihnachtslied verstanden werden

Eventuell gab das jetzt etwas Einblick in mein teils verqueres Denken.
Ich hoffe, niemanden zu enttäuschen.
LG,
Meishere
P.S.: Vorsichtshalber: Ich antworte natürlich immer gerne auf Fragen oder Interpretationsansätze. Nur eine eigene vollständige Interpretation schreibe ich äußerst ungerne
