Autor Thema: Lebensweg  (Gelesen 5144 mal)

Erich Kykal

Lebensweg
« am: Mai 18, 2016, 13:34:28 »
Der Weg zu dir ist oft der schwerste,
den du in andrer Augen gehen musst,
damit sie deine Wesensart begreifen.
Wir gehen in uns, die wir langsam reifen,
der sanften Strömung um uns kaum bewusst.

Der Pfad des Lebens kennt so viele Ziele,
und er verzweigt sich immerzu davor,
als wolle er in keine Richtung weisen.
Es ist an uns, ihn achtsam zu bereisen,
und den zu führen, der den Weg verlor.

Und wo wir uns berühren und erhalten,
beleben wir die abgekämpften Sinne,
als teilten wir die sorgenschweren Lasten.
Wo wir einander suchen und ertasten,
erfahren und verdienen wir Gewinne.
« Letzte Änderung: Juli 01, 2022, 13:29:04 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Agneta

  • Gast
Re: Lebensweg
« Antwort #1 am: Mai 21, 2016, 19:36:05 »
lebenserfahrene Zeilen in einem sehr schönen, individuellen Reimschema, Erich.
Sicherlich stehen wir immer irgendwie in der "Interaktion und damit Manipulation" der Umwelt: gesellschaftliche Anforderungen, familiäre Erwartungen.
Den Weg für sich selbst zum reinen Ich zu finden, ist also mit zahlreichen Umwegschleifen verbunden.

Irgendwann aber erkennt man, wie man nicht sein will-und das ist schon viel... :).

Man muss mit sich im Einklang sein und wenn sich nicht alle Menschen von einem abwenden, muss man auch nicht jedermanns Wünsche erfüllen. Wie sang Rheinhard Mey so schön: "So lang mir ein paar Freunde bleiben, hängt meine Fahne nicht im Wind...".

Viel schwerer jedoch ist der Punkt, an den man kommt, wo man etwas ändern möchte in sich, an sich und doch weiß, man kann es nicht. Dann braucht man den Mut zu sich selbst zu stehen und sich nicht zu rechtfertigen. Manchen Menschen mag man so verlieren, der es nicht akzeptieren kann. Auch damit muss man dann umgehen können.

Der Weg zu sich selbst hat darum auch mit Standfestigkeit zu tun, die sich viele nur in fortgeschrittenem Lebensalter leisten können.
Kleine Anmerkung: verdienen wir Gewinne... hm
ich würde eher denken, erfahren oder errringen wir Gewinne.


Gerne drüber nachgedacht mit LG von Agneta
« Letzte Änderung: Mai 21, 2016, 19:37:52 von Agneta »

Erich Kykal

Re: Lebensweg
« Antwort #2 am: Mai 21, 2016, 20:07:27 »
Hi, Agneta!

"Verdienen" im Sinne von "würdig sein", nicht wie man Geld verdient. "Erfahren" steht ja eingangs der Zeile schon ...

Danke für deine überaus profunden Gedanken, denen ich voll und ganz beipflichte. Man kann es nicht jedem recht machen, und zuweilen wird man auch falsch gedeutet. - Dennoch, es tut jedes Mal weh, wenn man hinterher sagen muss: "Aber so bin ich doch gar nicht ...!"
Nun, zumindest glaubt man das von sich. Aber Eigenbild und Fremdinterpretation liegen zuweilen deutlich auseinander, und wenn Urteile erst einmal gesprochen sind, ist es schwer, einen einmal gemachten Endruck zu korrigieren, manchmal leider auch unmöglich: Egal was man sagt oder tut, das Gegenüber nimmt nur noch wahr, was in die einmal ausgewiesene Rolle passt oder diesbezüglich verstärkend interpretierbar ist.

Drastisch gesagt: Für den, der erst einmal davon überzeugt ist, dass du ein Arsch bist, wirst du künftig immer nur furzen und stinken ...

Nun ja, das Leben gibt's, das Leben nimmt's.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Agneta

  • Gast
Re: Lebensweg
« Antwort #3 am: Mai 21, 2016, 23:18:21 »
ja, ich weiß, dass du es so meintest, würdig sein, aber "Gewinne verdienen" hört sich selbstsam an, Anerkennung verdienen, Ehre, ok. Gewinne sagt man  nicht.
Wie auch immer... mag im Österreichischen anders sein.

Also bei Ä...en habe ich mich noch nie geirrt... ;D. Solche Menschen sortiere ich einfach aus meinem Leben aus - Zeitverschwendung.

 Du schreibst: " Dennoch, es tut jedes Mal weh, wenn man hinterher sagen muss: "Aber so bin ich doch gar nicht ...!" - deine Offenheit erstaunt mich, kamst du doch bisher eher als der Selbstbewusste daher, der seinen Prinzipien treu bleibt.

Mit Emotionen ist das so eine Sache. Sie spielen der Ratio einen Streich. Es ist unlogisch so zu empfinden. Warum sollte man enttäuscht sein über einen Menschen, der sich offensichtlich nicht die Mühe macht, nicht nur oberflächlich zu schauen und dennoch mit einem Urteil über einen herzufallen?. Man muss ihnen nicht beweisen, wer man ist. Das müssen sie schon selber herausfinden.

Dazu kommt die Frage: Was bedeutet mir dieser Mensch? Ist er mir wichtig? Ist er es nicht, sollte mir auch sein Urteil unwichtig sein!
In solchen Fällen sollte man diesen Menschen einfach abhaken, aus seinem Leben und aus seinem Bewusstsein streichen. Es sei denn, er hätte tatsächlich "einen wunden Punkt getroffen"...

Es gibt nicht viele Menschen, deren Meinung mir im Leben wichtig war und ist, die:  meiner Eltern, meines Mannes, meiner Tochter, meiner Freundin, die ich seit 50 Jahren habe und meines schwulen Freundes, den ich seit 40 Jahren habe. Den Rest höre ich mir an, manchmal denke ich drüber nach, aber für mein Leben oder mein Ego sind sie nicht relevant.Mein ieblingsspruch war immer: Dann kauf ich mir eben noch einen Boxer..." :)

"Das Leben gibt, das Leben nimmt", das hört sich aber sehr resigniert an. Hat dir jemand einen Nackenschlag verpasst? Was ist los mit dir, Erich Kykal?

Bestürzte Grüße von Agneta

PS.
Ich erzähl dir mal was: zur Beerdigung meiner Mutter habe ich beide Hunde mitgenommen. Sie liebte sie, besonders den Dackel, auch sie sollten sich von ihr verabschieden können. Sie hätte es mit einem Schmunzeln betrachtet.
Was meinst du wohl was da los war? Die gesamte Dorf- und Beerdigunggesellschaft von bornierten , spießigen Waldbewohnern, die mich schon vor langer Zeit für verrückt hielten, als ich nach Afrika ging, hat sich aufgekröppt. Dorfgespräch.
Die Hunde haben sich einwandfrei benommen, vorm Grab jaulte der Dackel auf und der Boxer legte seine Pfote tröstend auf ihn. Da ware alle still. Alle.
Heute noch kursiert diese Geschichte, nun aber bewundernd. Man muss seinen Weg gehen und zu sich selber stehen. Das ist der Punkt.








« Letzte Änderung: Mai 22, 2016, 10:15:56 von Agneta »

Erich Kykal

Re: Lebensweg
« Antwort #4 am: Mai 22, 2016, 00:18:45 »
Hi Agneta!

Gute Geschichte, das mit den Hunden ...

Ich wäre übrigens dankbar, wenn du meinen Namen künftig richtig schreiben könntest, du scheinst ihn gern zu variieren ...

Nackenschläge verteilt das Leben immer wieder mal, ob selbst verschuldete oder nicht. Und manchmal ist das Selbstbild, das man von sich hat, ein ganz anderes als jenes, das andere von einem wahrnehmen. Wer ist dann schuld an möglichen Missverständnissen und Fehlinterpretationen? Der Mensch, der sich zu wenig Gedanken über seine Wirkung auf andere machte, oder der/die andere(n), die sich zu wenig Gedanken über mögliche Irrtümer oder Falschauslegungen machte(n)?

Du hast recht, beweisen muss man nichts, wenn man selbstbewusst ist und nicht von anderer Meinung abhängig - aber mit anderen gut auskommen möchte man doch gerne!

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
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Agneta

  • Gast
Re: Lebensweg
« Antwort #5 am: Mai 22, 2016, 10:29:16 »
Ich habe deinen Namen korrigiert, tut mir leid, aber irgendwie hatte ich g statt k im Kopf. Ist ja auch ein nicht alltäglicher Name. :) Weißt du woher er stammt? Ungarn?

Grundsätzlich kennt man sich selbst doch genau, Erich. Man lügt sich doch selbst in die Tasche, wenn man das negiert. Ich weiß sehr wohl, dass es auch auf mein Verhalten zurückzuführen ist, wenn ich den ein oder anderen verliere. Aber ich weiß ja, was ich tue und warum. dann passt es eben nicht, ist ja manchmal so. Bei mir wichtigen Menschen bin ich sehr geduldig, empathisch und feinfühlig, bei anderen nicht so geduldig. und das ist kein Fehler, sondern das will ich so.
Ich habe dazu mal ein Gedicht geschrieben: wie man sich bettet". Ich stelle es mal ein, wenn es dich interssiert.

Mit anderen gut auskommen. Muss man mit jedem gut auskommen? Jedermanns Freund ist jedermanns Narr.

Ich muss mit Ä... nicht gut auskommen, ich muss überhaupt nicht damit auskommen. Ich sage dann meine Meinung und gehe weg. Ä .. kann man ohnehin nicht läutern. Ich sagte ja, Zeitverschwendung.
Ich unterscheide da bei meinen Kontakten , Nachbarn, Bekannte, Kollegen- ja, eine gewisse freundlich-distanzierte  Basis sollte man sich erarbeiten, aber darum muss mich doch deren Urteil über mich nicht kratzen. Guten Tag, guten Weg, so halte ich es. Man hilft sich bei Not, man gibt sich den Schlüssel im Urlaub- man leiht sich ein Ei, das war's.
Einen ähnlichen Stellenwert haben für mich Kontakte in Foren. Sie beschränken sich auf die gemeinsame Kommunikation über Lyrik oder philosophische Gedanken. ich finde es höchst lächerlich, wenn sich manche Leute da mit Schätzchen oder Liebling anreden...
Wohl halte ich es für möglich, dass in seltenen Fällen aus einer Forenbekanntschat eine Art  Freundschaft wird, wenn man sich persönlich trifft.
Ein Mal ist das so bei mir gewesen.
Freunde wählt man ja  nach anderen Prinzipien- da muss es eine gemeinsame Ebene geben...

Lg von Agneta














« Letzte Änderung: Mai 22, 2016, 10:37:13 von Agneta »

Erich Kykal

Re: Lebensweg
« Antwort #6 am: Mai 22, 2016, 10:58:02 »
Hi, Agneta!

Genau das ist das Problem: Man sagt seine Meinung (oder nicht) - und geht weg, anstatt zu kommunizieren und das mögliche Missverständnis auszuräumen! Denn wenn sich einer dir gegenüber wie in A. verhält, dann nur deshalb vielleicht, weil er dich schon selbst für einen A. hält, ohne dass es dir klar ist, weil du irgendetwas gesagt oder getan hast, was nach dem Werte- oder Benimmkanon jener Person ein Nogo ist, für dich aber selbstverständlicher Alltag, weil dieser bestimmte Punkt dir nie bewusst wurde, bei deiner Erziehung nie eine Rolle gespielt hat oder weil du diesbezüglich ein ganz anderes Selbstbild hast.
Wird dann bloß "Meinung gesagt und gegangen", vergibt man Chancen, die, wie ich feststellen musste, im Leben mitunter nicht breit gestreut sind!

Ein Beispiel: Für dich ist es selbstverständlich, offen deine Ansichten zu nennen und zu vertreten, weil du davon ausgehst, dass andere diese Art Selbstbewusstsein verstehen und es ebenso machen. Für einen andern aber, bei dem zu zB gerade zu Gast bist, erscheinst du arrogant, aufdringlich und uneinfühlsam, weil du wie selbstverständlich vom selbstsicheren Umgang anderer mit bestimmten Inhalten ausgehst und du gar nicht erst auf die Idee kommst, dein Vertreten konträrer Ansichten und dein intellektuelles Aushebeln anderer Argumente könnte jemandes hochgeschätztes Weltbild erschüttern, beleidigen oder gar zum Einsturz bringen!
Was für dich klare Überzeugung und höfliche Aufrichtigkeit unter autarken Geistern ist, ist für andere Empathielosigkeit, persönlicher Angriff und herablassende Arroganz im sozialen Kontext!
Dein Selbstbild also zeigt dir einen höflichen, Respekt (der Ehrlichkeit) erweisenden Weltbürger, der sich artikulieren und seine Aufassungen eloquent zu verteten weiß. Solche Gesellschaft würdest du selbst hoch wertschätzen und respektieren. Für deinen Gesrächspartner aber drängst du dich ungefragt mit peinlichen Argumenten auf, demütigst seine Sicht der Dinge, indem du sie nicht achtest, sondern argumentativ auszuhebeln versuchst, wodurch er sich gedemütigt fühlt. Er geht von einem vor allem sozial einfühlsamen Kontext des Besuchs aus, du von einem intellektuell sich offen austauschenden.
Wenn der Gastgeber nun plötzlich abkühlt und pikiert tut, verstehst du - oder bemerkst du - gar nicht, was los ist, weil du seine miese Laune gar nicht auf dich beziehst, denn aus deiner Sicht machst du ja alles richtig im zwischenmenschlichen Bereich! Er wiederum denkt, du ignoriertest seine - aus seiner Sicht überdeutlichen - Signale bewusst, so als wärst du ihm gar keine Empathie wert.

Wenn sowas nicht sofort und in nachhaltiger Deutlichkeit kommuniziert und geklärt wird, verfestigen sich Meinungen unüberbrückbar, besonders bei empfindlichen Menschen, die eher bereit sind, schwarz und weiß zu denken und einmal "durchgefallene" Personen lieber gleich ganz zu verwerfen, anstatt die Möglichkeit weiterer Verletzung zu riskieren.

Wievieler Chancen begibt man sich wohl in einem Leben, wieviele Gelegenheiten verpasst man, bloß weil man nicht alle möglichen Parameter vorher in Betracht ziehen kann, nicht ständig an alle möglichen Empfindlichkeiten denken kann? Unterscheiden sich die sozialen Werteskalen allzusehr, sind solche eigentlich unnötigen Verscherungen vorprogrammiert. Manchmal mag es besser sein, wirklich voneinander zu lassen, aber selbst dann sollte es eine bewusste Entscheidung beider aufgrund geklärter oder zumindest bewusst gemachter Differenzen sein, und nicht ein bloßes "Meinung sagen und Weggehen", was meistens nur den Versuch darstellt, eine zugefügte Verletzung (geschah sie nun bewusst oder unbewusst) mit schroffer Ablehnung zurückzuzahlen.

Das Leben hat mich gelehrt, was ein Jesus (so wenig ich ihn für einen Gottessohn halte) mit "die andere Wange hinhalten" wirklich meinte: Nicht unterwürfige Demut und freiwillige Unterwerfung - sondern um festzustellen, ob das Gegenüber es wirklich so meinte wie verstanden! Schlägt er kein zweites Mal zu, handelte es sich wahrscheinlich um ein Missverständnis! Man spricht sich aus. Natürlich kostet es Überwindung, diese Wange hinzuhalten, wenn die andere schon brennt! Aber gerade darin beweist sich menschliche Größe und Reife, wie ich finde - und das nicht nur deshalb, weil ich selbst wahrscheinlich öfter - zumeist ohne es zu merken - soziale Watschen austeile statt einstecke!

Soweit meine Lebenserfahrung dazu ...

LG, eKy
« Letzte Änderung: Juli 01, 2022, 13:29:54 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Agneta

  • Gast
Re: Lebensweg
« Antwort #7 am: Mai 22, 2016, 11:51:36 »
Erich, das ist eine reizvolle Diskussion, die mich im Moment vom Hundespaziergang abhält.
Ich hatte eine ähnliche einmal mit einem klugen Forenmitglied. Er hielt viel von den Theorien Thuns, ich nicht. Wenn du dich damit einmal befassen willst, könnte es dich vielleicht ansprechen.
Wir beide gehen nämlich von unterschiedlichen Prämissen aus und ich denke, du sprichst in deinem letzten Beitrag von Forenkommunikation. Das ist noch einmal sehr speziell, weil man sich nicht kennt, den anderen nicht einschätzen kann und eine gewisse Anonymität und Unabhängigkeit vorliegt.

Kurz noch zum "Meinungsagen". Damit meinte ich durchaus eine etwas längere Kommunikaton. Fällt die aber unfruchbar aus, dann gehe ich weg...

Die verschiedenen Prämissen unsere Betrachtungsweisen liegt darin, dass du einen Menschen zeichnest, der sich durch zwischenmenschliche Beziehung grundsätzliche Anerkennung erhofft.
ich gehe von einem Menschen aus, der das nicht tut. Mein Mensch zieht seine Anerkennung aus einem selbst erwählten Umfeld. Die anderen sind ihm nicht wichtig.

Da haben wir zwei völlig unerschiedliche Formen von Mensch.
Ersterer ist zwar direkt, fühlt sich aber, ist er zu forsch rangegangen, missverstanden und gekränkt.
Durchgefallen... mein Gott, was für ein Wort. Als wären andere die Richter. Sollen erst  mal in ihr eigenes Taschentuch rotzen...und zeigen, was sie selbst darzustellen haben...

Zweiterer ( gibt's das Wort überhaupt? :) fühlt sich nicht missverstanden, bzw. es kränkt ihn  nicht. Er denkt: wenn der andere zu dämlich ist, kann ich das auch nicht ändern.
Das mag eine gewisse gesunde Arroganz implizieren.

Ersterer braucht die Menschen, ein buntes Umfeld. Zweiterer braucht ein gewisses Umfeld, was ihm Halt gibt, den Rest braucht er nicht.

Das ist sicherlich eine Charakterfrage, auch Frage der Erziehung und des Vorbildes.

Das Problem fängt erst an, wenn ersterer nicht mit den Reaktionen auf seine Direktheit klar kommt. Das ist sein Problem und es ist sicherlich ein schwieriges. Er müsste sich also entweder mässigen, um "Missverständnisse" zu vermeiden, sich also ändern oder er hat die Problemschleife am Hals. :).
Wenn er eigentlich anders sein möchte, als ihn seine Direktheit ausweist und er die Konsequenzen davon  nicht ertragen kann, dann muss er an sich arbeiten. das heißt aber  nicht, dass er jedem A... nun  in den Hintern kriechen müsste , Er muss lernen, zu differenzieren, wer es wert ist, und wer nicht.
Sonst wird er unglücklich sein.

Zweiterer tut nämlich genau das und lebt damit ziemlich stressfrei.

Zu der Wange:  :) warum sollte ich nachfragen, wenn mich jemand beleidigt, ob er es wirklich so gemeint hat? Man hat doch ein Gespür dafür! Warum soll ich jemandem nachlaufen, der nichts von mir hält? Soll er doch... und ?  :P.

LG von Agneta











« Letzte Änderung: Mai 22, 2016, 12:00:36 von Agneta »

Erich Kykal

Re: Lebensweg
« Antwort #8 am: Mai 22, 2016, 12:15:51 »
Hi, Agneta!

Nun, ich meinte nicht primär Foren, sondern zwischenmenschliche Kommunikation im Allgemeinen.

Ich bin übrigens - wie so oft - genau zwischen deinen beiden Typen, sozusagen ein Hybride: Ich definiere mich schon lang nicht mehr über die Meinung anderer, aber ich denke nicht "Wenn die zu blöd sind, mich zu verstehen, kann ich das auch nicht ändern!", sondern "Wenn ich nicht verstanden wurde, warum nicht und wie kann ich es ändern?" - ich arbeite an mir und an meiner sowie der Kommunikation allgemein.
Und ich schließe von anderen auch auf mich selbst: "Kann es sein, dass ICH etwas nicht verstanden habe und deshalb solche Reaktionen provoziere?" Ich suche die Schuld und die Verantwortung nicht nur bei den anderen, sondern hinterfrage mich auch selbst.
In meinen Augen ist das kein Zeichen von Schwäche - ganz im Gegenteil!

Klar - wenn ersichtlich wird, dass es nicht meine Schuld war und ich den anderen auch nach wiederholtem Versuch nicht zu erreichen vermag, werfe ich auch das Handtuch und distanziere mich von jener Person, die mir nicht gut tut. Andere haken da rst richtig ein und führen ganze Kleinkriege über den Gartenzaun hinweg oder hier in den Foren! Energievergeudung für kleine Geister, die unbedingt recht haben müssen, um das Gefühl von Bedeutung oder Respektiertheit zu erhalten, nach dem sie lechzen, weil sie nie selbstreflexiv genug waren, sich selbst zu analysieren und zu erziehen.

Aber manche Menschen entscheiden allzu rasch und aufgrund - aus meiner Sicht - allzu magerer Argumente gegen jemanden, den sie nicht wirklich verstanden haben oder nicht verstehen wollten, um sich selbst oder die eigenen Auffassungen zu schützen. Dann wird selektiv wahrgenommen: Nur noch, was die zu stützende Meinung über jene Person weiter vertiefen kann, wird gespeichert - damit man vor sich selbst rechtfertigen kann, diese Person innerlich abzuurteilen und zu verwerfen.
Man verhärtet sich innerlich gegen diesen "Feind" und lässt keine Objektivität mehr zu.

Ich habe dies mehrmals - und zwar von beiden Seiten - erlebt, und mittlerweile ärgert mich die eigene (frühere oder heutige, wenn ich mal nicht genau aufpasse) wie die Blindheit anderer, durch die so viel unnötig zerstört wird. An unserer Kommunikationsfähigkeit sollten wir alle, und zwar lebenslänglich, arbeiten - vor allem die eigenen Emotionen ständig auf ihre Objektivität hin hinterfragen.

So - genug der Argumente! Schönen Spaziergang mit deinem Hund! :) ;) ;D Ich schwing mich jetzt mal aufs Motorrad!

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Agneta

  • Gast
Re: Lebensweg
« Antwort #9 am: Mai 22, 2016, 19:07:55 »
Es gibt tausend Gründe, weshalb jemand einen nicht verstehen kann oder sogar nicht verstehen will. Sie liegen in seiner Persönlichkeit ( Missgunst, Neid, persönliche Überschätzung bis hin zu jemandem einfach weh tun wollen, um sich selbst zu erhöhen). Diese Gründe wiederum können vielfältige Ursachen haben: Prägung, Einsamkeit, Minderwertigkeitskomplexe, pure Streitlust, Machtwillen, im Arbeitsleben, auch gerne in Foren Konkurrenzdenken ...)).
Du schreibst:
"Und ich schließe von anderen auch auf mich selbst: "Kann es sein, dass ICH etwas nicht verstanden habe und deshalb solche Reaktionen provoziere?" Ich suche die Schuld und die Verantwortung nicht nur bei den anderen, sondern hinterfrage mich auch selbst.".

Insofern kann man nicht von jemand anderem auf sich selbst schließen, weil man diese Hintergründe meistens nicht kennt.
So kommt es zu den so gerne benannten "Missverständnissen", die eigentlich keine sind. In den meisten Fällen ist genau das gemeint, was da steht und was es konnotiert.
Diese Mühe mache ich mir also deshalb nicht.

Manche Entschuldigung ist ebenso verlogen wie das Abstreiten der gewollten Beleidigung. Es ist eine Flucht in die Verbeugung dessen, der gemerkt hat, er ist zu weit gegangen. Kann man akzeptieren, wenn es ein Einzelfall ist.
Wenn es andauert, lohnt sich eine weitere Kommunikaton mit der Person nicht, finde ich. Dann muss man nämlich von gewollter Übergriffigkeit ausgehen... und das mag ich nicht. Ich mache es aber auch selber nicht!

 Kommunikation ist für mich Freude am Austausch - passt es ok, passt es nicht, auch gut. :)
LG von Agneta

PS:
Ich gebe noch ein Beispiel aus dem Leben:
zwei sogenannte Freundinnen.Meist ist eine sehr attraktiv, die andere eher nicht.
Die Atraktive ist ihr Leben lang schlank, die andere ihr Leben lang mollig.
Nun beschließt die Mollige endich abzunehmen und hungert. Die andere nimmt zu, weil sie aus gesundheitlichen Grpnden nicht mehr so viel Sport machen kann.
Die ehemals Mollige ist nun so stolz auf sich, dass sie anfängt über die Figur der ehemals Schlanken Witzchen zu machen, sie zu verhöhnen.

Was tut die ehemals Schlanke nun ? Lacht sie mit, weil sie denkt: Musst ja sehr gelitten haben oder greift sie an oder kündigt sie die Freundschaft auf?

Würde man die Witzelnde nun darauf ansprechen, würde die sicherlich von einem "Missverständnis" sprechen.
Ist aber keines.


Die Reaktion der nun  Molligen hängt sehr stark von ihrer Persönlichkeit ab und davon, wieviel ihr die Freundschaft bedeutet. Kommt sie selbst gut mit ihrem neuen  Gewicht klar, kann sich so akzeptieren , wird sie die Witze übergehen und mtlachen.
Kann sie dies  nicht, wird sie rhethorisch scharf schießen oder die Freundschaft aufkündigen.

Was bleibt ist, dass die witzelnde Kommunikation der sogenannten Freundin aus höchst unschönen und in ihrer Persönlichkeit liegenden Gründen
geschah.  Sie hatte offenbar jahrelang einen Komplex, den sie nun auf die Freundin suggerieren will, die lebenslang schlank war und das Gefühl  nicht kennt. Ist das Freundschaft `?

Oder nur falsche Kommunikation.Interessante Frage...Kau mal dran. ;D











« Letzte Änderung: Mai 22, 2016, 19:39:03 von Agneta »

Erich Kykal

Re: Lebensweg
« Antwort #10 am: Mai 22, 2016, 21:48:04 »
Hi Agneta!

Ich hätte mich klarer ausdrücken sollen: Ich schließe von dem Verhalten, das ich bei anderen wahrnehme, ob als direkt Beteiligter oder Nebenstehender, auf das eigene: Bei anderen erkennt man Betriebsblindheit oder soziale Mängel leichter als bei sich selbst, da man immer davon ausgeht, dass man selbst im Grunde alles richtig macht.
Dies meinte ich mit jenem Satz: "Und ich schließe von anderen auch auf mich selbst: "Kann es sein, dass ICH etwas nicht verstanden habe und deshalb solche Reaktionen provoziere?" Ich suche die Schuld und die Verantwortung nicht nur bei den anderen, sondern hinterfrage mich auch selbst.". Inwieweit erkenne ich mich selbst in anderer Handlungs- und Reaktionsschemata? Welche Motivationen stehen dahinter?

Zu deinem Beispiel mit den Freundinnen: Genau da liegt der Hase im Pfeffer: Wie wir auf eine tatsächliche oder eingebildete Kränkung reagieren, ist IMMER unsere eigene Entscheidung. Wer davon ausgehen will, dass die ganze Welt es auf einen abgesehen hat und alle nur darauf abzielen, einen zu erniedrigen und sich auf seine Kosten zu amüsieren, der wird IMMER scharf zurückschießen.
Der reife Mensch überdenkt, WARUM die ehemalige Mollige, die wohl jahrelang unter den Witzen der Dünnen gelitten hatte, nun selbst nicht die Reife hat, sich diese Seitenhiebe zu verkneifen. Oder versucht sie ironisch zu sein? Versucht sie der ehemals Dünnen klarzumachen, wie es ihr all die Jahre zuvor ergangen war? Oder ist sie einfach nur niederer Gesinnung und gehässig und freut sich diebisch, dass sie nun austeilen kann statt einstecken zu müssen?
Es gibt viele Möglichkeiten und Gründe, die zu überdenken sind - aber die Reaktion darauf sollte immer die gleiche sein: heitere Gelassenheit. Die Spitze erreicht mich einfach nicht, verpufft an meiner Gleichgültigkeit. Ich sehe es so: Die Beleidigung entehrt nur den, der sie ausspricht, und einer, der sich selbst entehrt hat, kann meine Ehre nicht ankratzen. ;)
Und im Zweifelsfall ist eine eloquente Aufklärung über das Fehlverhalten zielführender als die beleidigte Leberwurst zu geben und sich schmollend zurückzuziehen. Da begibt man sich freiwillig in eine Opferrolle - auch wenn man es selbst nicht so sieht, von anderen wird es so wahrgenommen. Oder man gilt als überempfindlich. Bald dreißig Jahre als pädagogisches Frontschwein haben mich das eine oder andere über Verhaltensinterpretation bei mir selbst und anderen gelehrt, und wie man aggressiven Austestern den Wind aus den Segeln nimmt, indem man cool bleibt ...

Klar, gelingt nicht immer - man ist keine Maschine und hat zuweilen empfindlichere Tage, aus welchen Gründen auch immer. Und manchmal will man auch bloß mitmachen und auf die Kacke hauen, um sich abzureagieren! >:D
Man ist nie immer gleich drauf, auch das sollte man bei der Beurteilung anderer und deren Verhalten bedenken: Heute witzelt die ehemalige Mollige unsensibel, und morgen denkt sie vielleicht an das eigene Erlittene, und es tut ihr aufrichtig leid. Allein schon der Biorhythmus hat wesentlichen Anteil daran, wie wir auf etwas reagieren!

Wenn wir immer und sofort mit der Endgültigkeit absoluter Überzeugung reagieren, werden wir ohne Freunde sterben ...

LG, eKy
« Letzte Änderung: Dezember 06, 2020, 18:52:56 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Agneta

  • Gast
Re: Lebensweg
« Antwort #11 am: Mai 23, 2016, 09:10:54 »
Eine interessante Antwort, Erich, die zeigt, dass sich am praktischen Beispiel doch manches besser klären lässt.
"Die Beleidigung entehrt nur den, der sie ausspricht, und einer, der sich selbst entehrt hat, kann meine Ehre nicht ankratzen. ;)...", diesen Spruch hast du schon einmal in einer Diskussion benutzt und er kam mir reichlich abgehoben vor.  Realitätsfern.
An diesem Beispiel möchte ich ihm eine gewisse Berechtigung nicht absprechen, da sich meiner Ansicht nach jemand, der über dicke Menschen Witze macht, selbst als fragwürdig entlarvt.

Du gehst davon aus, dass die ehemals Schlanke vorher über die Mollige auch Witzchen gemacht hat. Dann wäre es möglicherweise so eine Art "Retourkutsche". Nicht schln, aber vielleicht menschlich irgendwie.
Was aber ist, wenn die vormals Schlanke vorher nie Witzchen über die Mollige gemacht hat. Wie verändert das den Denkansatz um die Beurteilung?

Da aber sind wir wieder beim nächsten allgemeinen  Punkt: Möchte man solche Freunde haben?

Daraus folgt die nöchste Frage: Ist es die Aufgabe des "Verhöhnten, Beeidigten "ect. mildernde Umstände sozusagen für den Täter zu finden, seine Psyche zu durchleuchten?
Ich würde sagen, das hängt davon ab, wieviel der Mensch einem bedeutet.

Sicherlich kann man für jeden "Täter" Erklärungen finden und sie dann als Entschuldigung werten. Das genau macht ja unser deutsches Rechtsprinzip, die Opfer sind schlechter gestellt als der Täter.  Miese Kindheit usw. wird bei Gewalttaten sozusagen strafmildernd angerechnet. Warum?
Es gibt tausende von Menschen, die eine schlechte Kindheit hatten und auch keine Gewalttäter werden. Ich halte von diesem Sozio-Bonus wenig.

Für seine Tat muss man Sanktionen erfahren, egal,. aus welchen inneren Dilemma heraus man sie begeht. Das gilt im Großen für Mord und Totschlag und im Kleinen für die Themen, über die wir uns unterhalten.


Du schreibst:
"Wenn wir immer und sofort mit der Endgültigkeit absoluter Überzeugung reagieren, werden wir ohne Freunde sterben ..."
Ich denke, das ist eine etwas dramatische Sicht der Dinge. Verlieren würde man die Freunde, die ohnehin keine sind.
 Man muss nur echte Freunde haben, mit denen man auch ehrlich sprechen kann...

LG vn Agneta














« Letzte Änderung: Mai 23, 2016, 09:17:05 von Agneta »

Erich Kykal

Re: Lebensweg
« Antwort #12 am: Mai 23, 2016, 18:37:13 »
Hi, Agneta!

Du denkst sehr klar definiert und in sauber abgegrenzten Kategorien, schwarz und weiß - du scheinst nicht so der Typ für's Graue zu sein! ;)

Letztlich läuft es im Zwischenmenschlichen aber immer genau darauf hinaus: Wie du sagtest - wie sehr brauchst/schätzt/liebst du den Menschen, der dich kränkte? Nur wenn wir vergeben können, auch mal ohne Sanktion, ohne Heimzahlen usw., werden wir Gemeinschaft haben können. Es ist ein ständiges Kompromisseschließen.

Und nochmals: Realität ist - gerade im zwischenmenschlichen Bereich - das, was ich als solche anerkenne und wähle!
Ich kann mich immer entscheiden, wie ich etwas, das ich gesagt bekomme, auszulegen gedenke:

Beschließe ich, es als bloßen Witz ohne böse gemeinten Hintergrund zu interpretieren, kann mich derlei nicht kränken, weil ich als Mensch mich nicht angegriffen fühle. Wird es mir zu bunt, genügt ein erklärendes Wort, die Lage aus meiner Sicht darzustellen. Macht der andere dennoch weiter, ist klar - und erst dann! - dass er unreif oder gehässig ist.

Beschließe ich, es sofort als persönlichen Agriff oder Untergriff zu werten, gräme ich mich, bin vom anderen enttäuscht, unterstelle ihm Bosheit und suche von da an weitere "Punkte", die meine negative Sicht bestätigen, bis ich ihn "guten Gewissens" in die Wüste schicken kann.

Ich unterstelle nicht SOFORT eine böse Absicht oder einen Mangel an Stil. Vieles kann missverständlich vom anderen formuliert sein oder missverständlich von mir interpretiert.
Dabei hilft mir, dass ich wenige Empfindlichkeiten habe und diese meist gut unter Kontrolle sind! ;)
Und wenn mich einer eindeutig beleidigt, denke ich nur: Warum hat ER das nötig? - und nicht: Hab ICH das nötig? Denn die Antwort darauf kenne ich schon lang: Nö, hab ich nicht. Deshalb nehm ich das auch nicht persönlich. Ende! ;) ;D

Wie schon erklärt: Was uns zustößt, können wir oft nicht steuern oder verhindern, aber wie wir uns zu etwas stellen, ist immer unsere ureigene Entscheidung. Wer nicht gern gekränkt sein möchte, der soll es eben einfach nicht sein, wenn jemand es versucht. Fertig - kein Terz! ::) 8)

LG, eKy

« Letzte Änderung: Mai 23, 2016, 18:41:22 von Erich Kykal »
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

Agneta

  • Gast
Re: Lebensweg
« Antwort #13 am: Mai 23, 2016, 18:50:23 »
 :) Du schreibst:
"Beschließe ich, es als bloßen Witz ohne böse gemeinten Hintergrund zu interpretieren, kann mich derlei nicht kränken, weil ich als Mensch mich nicht nagegriffen fühle. Wird es mir zu bunt, genügt ein erklärendes Wort, die Lage aus meiner Sicht darzustellen. Macht der andere dennoch weiter, ist klar - und erst dann! - dass er unreif oder gehässig ist.".
Hier finden wir den Nenner, auf dem diese schöne Diskussion ihr Ende finden kann. Hier treffen wir uns, Erich.


"Ich kann mich immer entscheiden, wie ich etwas, das ich gesagt bekomme, auszulegen gedenke:..." Diese, deine Aussage deckt sich mit einem meiner Lieblingszeilen von Hilde Domin:
" Die Dinge des Lebens ändern sich nie, nur der Blickwinkel , aus dem wir sie betrachten..." ( Sinngemäß zitiert).

Das Gespräch hat mir viel Freude gemacht, Erich. Ich mag solche Denkschleifen, die man gemeinsam dreht. :)
LG von Agneta





Erich Kykal

Re: Lebensweg
« Antwort #14 am: Mai 23, 2016, 19:15:36 »
Hi, Agneta!

Gern mitgedreht und mich mit"schleifen" lassen! ;) ;D

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.