Autor Thema: Nachklang auf dem Nachtgefild  (Gelesen 2183 mal)

Martin Römer

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Nachklang auf dem Nachtgefild
« am: M?RZ 02, 2020, 03:08:58 »
Ich kam mit wahrer Herzensglut nach Leverkusen               
und stopfte schweigsam mir das Fraßzeug in den Mund
und sann: aus welchen Stücken bräche denn der Busen?       
und sah mit Inzuchtkindern wieder in den Schlund.                   

Mit jener Wacht des Winds hast du es gut getroffen!             
Mich dürstet nach der Weihe wie dem klaren Born.
Was sollte ich in letzten Menschentagen hoffen?
So bleibt mir nur der schattenvolle Widerzorn.

„Mit dem Mercedes schwinden alle Narrenpossen“,
beschleicht ein Geistlein die erquickungsarme Flut,             
„mein Jünglein hat sich jedes Waldgemach erschlossen
und demantglänzend macht der Teppich alles gut.“


Agneta

  • Gast
Re: Nachklang auf dem Nachtgefild
« Antwort #1 am: M?RZ 11, 2020, 09:40:47 »
dass du mir ein Gedicht schreibst oder dich zumindest von meinen Gefühlen inspirieren lässt, zeigt mir, dass hinter der harten Schale ein empathischer und kluger Autor steckt. Ich hatte das Werk nicht gesehen bisher, hatte viel Stress und kam selten ins Forum.
Dein zynischer Schluss trifft es genau: Was man nicht ändern kann, das kehrt man besser unter den Teppich, sonst macht es einem kaputt.
Solange der schattenvolle Widerzorn noch aufbegehrt, so lange ist es noch gut. Schlimm wird es, wenn man aufgibt und den Teppich darüberlegt.
Nein, schweigsam stopfte ich mir ( oder man mir) nicht den Mund... GGG
Mittlerweile jedoch habe ich mich entschlossen, mir meine Nerven an "behinderten Inzuchtkindern" ( gutes Bild für selbstgezüchtete Konformisten) zu ruinieren.
Oder ist es doch etwa der Teppich- habe ich ihn schon gekauft?
Du hast mich nachdenklich gemacht, Martin und dafür danke ich dir.
LG von Agneta

Eisenvorhang

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Re: Nachklang auf dem Nachtgefild
« Antwort #2 am: M?RZ 11, 2020, 10:22:19 »
dass hinter der harten Schale ein empathischer und kluger Autor steckt

Ja, das ist mir auch schon aufgefallen.

vlg

EV

Martin Römer

  • Gast
Re: Nachklang auf dem Nachtgefild
« Antwort #3 am: M?RZ 11, 2020, 22:46:30 »
Werte Freunde,

nun, auch Heimatlosigkeit ist eine Konstante von manchen Menschen
und da dem Prosaischen, also den Kommentaren, immer ein wenig Selbstherrlichkeit innewohnt,......
"Wacht des Winds" für die Mentalität: was einem so ad hoc noch zurieselt.....

Nein, zynisch sollen die Schlüsse - meistens noch von einem unberührbaren Geistlein vorgetragen - nicht sein, eher Verklärung und Hoffnung.
Mit recht eigentlichem Gedankengut, das nach dem lyrischen Kleid fordert: soviel Düsternis, von welcher Warte fürchtest du irgendwas? und dergleichen.

Glück, Freunde, Selbstwertgefühl hatte ich eigentlich kaum,
mit Herrenmenschen, Kälte und Abgründen noch dazu hat man nicht den feinsten Lebenstrank.
Vielleicht führt ja jetzt der letzte Weg, der ausgerollte Teppich zum Frieden.
Dieser mag harte Dinge - Verbrechen - beinhalten, aber das ist nicht zu ändern und gewissermaßen Zwang.
Im Allgemeinen vernehme ich erquickt, dass die Zeilen nunmehr verschieden auslegbar sind.

Harte Schale des persönlichen Ichs?
Mag sein, dass ich die Zeitung aufschlage, das Corona-Virus sehe und mir meinen Teil denke.
Diese Kesselplätze beispielsweise von im Grunde Wahnsinnigen wird man mir nicht mehr schmackhaft machen können.
Ob man die Feile nimmt oder den Hammer, das ist neben der Stimmung von der Sache abhängig, die auf dem Tische liegt.

Jetzt ist ja noch kurz vor Mitternacht, da habt ihr sowieso nochmal Glück gehabt. ;)

Angenehme Grüße
M.