Du lobst mich zu sehr, lieber EV... tut gut...

Das Gedicht ist - um mal den ernüchternden Blick hinter die Kulissen zu werfen - aus dem Wunsch entstanden, etwas auf das Wort Grimoire zu reimen... aus dem Reimpaar Gefahr - Grimoire hat sich dann das Gedicht manifestiert und dieses Mal ist es eins von der Ad hoc-Sorte, also ohne jahrelanges Feilen... das kommt dann ab jetzt... reden wir also in 10 Jahren nochmal drüber

Der Titel ist eine Anspielung auf ein Gedicht von Stefan George über die Einschränkungen, die die Sprache dem Denken auferlegt: "Kein Ding sei, wo das Wort gebricht".
George behauptet hier, dass nicht etwa unser Denken die Grenzen der Sprache definiert, wir also kein Wort für etwas erfinden können, das unsere Vorstellungskraft sprengt, sondern dass umgekehrt unsere Sprache dem Denken ein Limit setzt, wir also nur auf den Bahnen denken können, die uns die Sprache (wo kommt die dann wohl her) vorgibt.
Das ist natürlich irgendwie ein etwas theoretisierendes Henne-Ei-Fragespiel, aber wir können zumindest aus den Grenzen unserer Sprache etwas über die Grenzen des Denkens lernen.
Lyrik (und überhaupt anspruchsvolle Literatur) ist dabei immer der Versuch, durch eine neue Sprache, die Möglichkeiten unseres Denkens zu erweitern (oder umgekehrt).
Ich würde das Gedicht aber nicht auf diese Deutungsebene einengen. Du hast auf die Geistlichkeit hingewiesen, die im Geist stecken könnte (nicht notwendigerweise muss) und die ersten zwei Strophen spielen ja stark in die religiöse Richtung. Gerade in den Schriftreligionen wird ja sehr stark mit Sprache operiert und es geht hier natürlich auch um Grenzziehung... wäre also auch ein Deutungsansatz...
LG!
S.