Hi Martin!
Finde ich sehr gut - und die Botschaft glaube ich sogar zu verstehen: Die Beschreibung einer - oder allgemein so vieler - gequälten Seele, unterdrückt, ausgenutzt und nach Gebrauch abgelegt wie abgetragene Hosen: Ungenannt undu nbeweint in der Geschicht, die von "Großen", den Benutzern, geschrieben wird.
All die unzähligen Willfährigen (weil erfolgreich Manipilierten) oder Missbrauchten, die diese "großen Taten" erst möglich machten - wer nennt sie je in den Büchern?
Liest man die Menschenhistorie, erkennt man irgendwann, was für Narren wir sind - der "Narrenspaß" unserer Geschichte erblüht in Machtintirgen, sinnlosem Blutvergießen, Kriegen: unzählige Jahrenzahlen von Herrschaften und "großen" Schlachten, als wäre dies das Wesentliche, das uns beschreibt ... - Wie jämmerlich, wenn man es mal objektiv überblickt!
Das LyrIch identifiziert sich mit all den Benutzten der Geschichte, wird selbst immer neu zum "Fraß im Lavastrom", leidet und leidet mit. Die weiße Tiefe, das unbeschriebene Blatt, das verbleibt, wenn alle Erinnerung sich ausgeglüht hat, und die Seele sich aus dem Fegefeuer ihrer Schuld zu Neuem erheben mag - nur um immer erneut in Irrtümer zu verfallen ...
Leider bleibt mir die Bedeutung (so ich mit S1 und 2 überhaupt richtig liege) von S3Z1 verschlossen: Wer/was ist das "Huhnsubjekt"?
Die anderen 3 Zeilen lassen anklingen, dass sich das LyrIch nicht entmutigen lässt - es trotzt allen Fährnissen und erhebt sich durch alle Schrecknisse und Leiden hindurch stets aufs Neu.
Sehr gern gelesen!

LG, eKy