Autor Thema: Gedichte  (Gelesen 64 mal)

AlteLyrikerin

Gedichte
« am: Juni 26, 2020, 13:19:46 »
Manche Gedichte sind kurz,
aber sie zwitschern nicht.
Der Wahrheit verpflichtet
reden sie nicht von Fakten.

Im besten Fall schrecken sie
unsere Sehnsucht auf
sich nicht zu begnügen
mit bewährten Schablonen.

Agneta

Re: Gedichte
« Antwort #1 am: Juni 29, 2020, 13:46:48 »
du siehst mein zustimmendes Nicken, liebe AL. Schrecken unsere ehnscuht auf---stark formuliert. LG von Agneta

AlteLyrikerin

Re: Gedichte
« Antwort #2 am: Juni 29, 2020, 15:59:35 »
Liebe Agneta,


herzlichen Dank für Dein zustimmendes Nicken! Habe mich darüber gefreut.
Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.

Erich Kykal

Re: Gedichte
« Antwort #3 am: Juni 30, 2020, 16:31:23 »
Hi AL!

Natürlich weiß ich, was du damit ausdrücken willst, aber der Satz "Der Wahrheit verpflichtet reden sie (die Gedichte) nicht über Fakten." (S1Z3,4) ist im Grunde ein logischer Widerspruch, denn Fakten, vor allem bewiesene, andere zählen ohnehin nicht, sind auf jeden Fall (auch) Wahrheit. Vielleicht nicht in dem Sinn wie von dir gemeint - es gibt ja auch nicht fassbare Wahrheiten im emotionalen oder kulturell/ethischen Bereich - aber so verdichtet wie von dir ausgesagt ist es eben widersprüchlich, weil dein Satz Fakten nicht mit Wahrheit gleichsetzt, und das wirkt denn doch etwas seltsam, so als würde im Umkehrschluss jemand, der über Fakten redet, automatisch lügen, weil nicht "der Wahrheit verpflichtet".

Solltest du zur besseren Verständlichkeit vielleicht entschärfen, den scheinbaren Widerspruch auflösen. zB:

Der Wahrheit verpflichtet
in mehr als nur Fakten.


Gern gelesen!

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

AlteLyrikerin

Re: Gedichte
« Antwort #4 am: Juli 01, 2020, 12:01:29 »
Hi Erich,


der von Dir kritisch gesehene Vers ist einerseits eine bewusste Provokation und soll andererseits ein Nachdenken über einen komplexeren Wahrheitsbegriff anregen.
Es geht nicht darum tatsächliche Fakten zu Lügen umzudeuten. Jährlich sterben ca. 9 Millionen Menschen an Hunger. Das ist - laut wikipedia - ein Faktum. Doch wen regt das auf oder an, etwas zu verändern? Es geht mir um die Relevanz und die Bewertung von den so viel beschworenen Fakten. Die zitierte Zahl an sich besagt gar nichts. Es müssten die Ursachen von Hunger und Möglichkeiten ihn aktiv zu bekämpfen dazu kommen, erst dann wäre das für mich etwas, mit dem sich Handlungsalternativen ergeben könnten. Eine Wahrheit, die zu keinerlei positiven Veränderungen führt, was ist die wert? Schon Marx sagte in seinen Thesen über Feuerbach sehr provokativ, es käme nicht so sehr darauf an die Welt zu erklären als viel mehr sie zu verändern.
Herzliche Grüße, AlteLyrikerin.