Autor Thema: Gedichte Archiv Beisl 22  (Gelesen 58504 mal)

hans beislschmidt

Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« Antwort #90 am: Dezember 31, 2025, 18:18:02 »
Hi Erich,
Zu Z2 Jürgen Habermas ist ein deutscher Philosoph
Und Galionsfigur der neuen Betulichkeit. Edelmut Ist nur
altruistisch gemeint.
Die Satzzeichen ... ja Danke für den Hinweis, werden
korrigiert, falls ich es noch für das nächste Buch schaffe.
Guten Rutsch und
Beislgrüße

"Lyrik braucht Straßendreck unter den Fingernägeln" (Thomas Kling)

hans beislschmidt

Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« Antwort #91 am: Januar 14, 2026, 16:02:56 »
 Längst gefangen   

So viele sind voraus gegangen
und sind im hohen Gras verschwunden.
Die bunten Falter alle längst gefangen,
von Träumen zeugen nur mehr Schrunden.

Auch Plätze in den Logen lichten sich
und man verschläft der Herzen Schläge
Man ignoriert den Schmerzensstich,
doch jeder Lebensstrang wird träge.

Da draußen tobt das bunte Treiben.
Ich wollt' doch nie so lange bleiben.

●●●●

« Letzte Änderung: Januar 17, 2026, 17:53:05 von hans beislschmidt »
"Lyrik braucht Straßendreck unter den Fingernägeln" (Thomas Kling)

Erich Kykal

Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« Antwort #92 am: Januar 15, 2026, 11:12:27 »
Hi Curd!

In S2Z1 und 3 gibt es fünf Heber anstatt der sonst gut durchgehaltenen vier. Korrekturvorschläge:


Str 1 dem anderen Vierzeiler angleichen:

So viele sind den Weg vorausgegangen
und sind im hohen Gras verschwunden.
Die bunten Falter alle längst gefangen,
von Träumen zeugen nur mehr Schrunden.

Auch Plätze in den Logen lichten sich
und man verschläft der Herzen Schläge
Man ignoriert den kleinen Schmerzensstich,
doch jeder Lebensstrang wird träge.

Da draußen tobt das bunte Treiben.
Ich wollt' doch nie so lange bleiben.


Oder die zu langen Zeilen in Str 2 verkürzen:

So viele sind vorausgegangen
und sind im hohen Gras verschwunden.
Die bunten Falter längst gefangen,
von Träumen zeugen nur mehr Schrunden.

Die Logenplätze lichten sich
und man verschläft der Herzen Schläge
Man ignoriert den Schmerzensstich,
doch jeder Lebensstrang wird träge.

Da draußen tobt das bunte Treiben.
Ich wollt' doch nie so lange bleiben.



Das Werk gefällt mir, klingt es in seiner Düsternis und Weltabkehr doch fast wie eines von meinen.  ;)

Gern gelesen und betüttert.

LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

hans beislschmidt

Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« Antwort #93 am: Januar 16, 2026, 14:58:43 »
He Eki, danke für den Kommentar Metrikmeidter.
Beislgrüße
"Lyrik braucht Straßendreck unter den Fingernägeln" (Thomas Kling)

hans beislschmidt

Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« Antwort #94 am: Januar 17, 2026, 17:50:06 »
Der Sog             

Sie geben sich geschmeidig glatt,
es ist doch alles halb schlimm.
Zu viele ham das Schreien satt
und nehmen's als gegeben hin.

Ja sicher gibt's da kluge Leute,
doch täusch' dich nicht in der Gestalt,
die Schlagzahl dieser dumpfen Meute
bestimmt der Knüppel der Gewalt.

Wenn dort einmal die Dämme brechen,
dann fegt ein Sturm durch uns're Straßen.
Dein Wegseh'n wird sich bitter rächen
und Freund und Feind vom Sog erfassen.

.
« Letzte Änderung: April 22, 2026, 11:11:04 von hans beislschmidt »
"Lyrik braucht Straßendreck unter den Fingernägeln" (Thomas Kling)

hans beislschmidt

Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« Antwort #95 am: April 16, 2026, 13:01:47 »
Fremde Interessen 

Still gestanden, schnell begraben
Merz verteilt im Schweinestall
ohne Hemmung seine Gaben
und Sterben wird zum Regelfall

Unsre Männer sollen wieder mal
den Besitz der Reichen schützen
mit ihrem Kopf auf einem Pfahl
noch den Aktionären nützen

Hey ho, wir ziehen in den Kampf
für fremde Interessen,
es glüht der Stahl, es schwelt der Dampf
für Kiesewetter Fressen

Die reichen Söhne faul am Pool
Die Armen tot für Wadephul
.
Beisl 26
« Letzte Änderung: April 22, 2026, 11:08:50 von hans beislschmidt »
"Lyrik braucht Straßendreck unter den Fingernägeln" (Thomas Kling)

Erich Kykal

Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« Antwort #96 am: April 16, 2026, 22:44:28 »
Hi Hans!

Tipp: Nachher noch mal auf Tippfehler überprüfen!


Im 'Sog' brauchen die 'Staßen' In S3Z2 noch ein 'r'.

Verkürzungen wie 'unsre' und 'wegsehn' brauchen kein Apostroph.


Fremde Interessen:


S1Z3 - Komma ans Ende. (Streich das - in diesem Gedicht fehlen so viele wichtige Satzzeichen, dass es eigentlich wurscht ist ...)

S1Z4 - 'Sterben' groß schreiben, ist hier ein Nomen.

In der vorletzten Zeile gibt es ein 'Söhne' zuviel.


LG, eKy
Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

hans beislschmidt

Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« Antwort #97 am: April 22, 2026, 11:01:00 »
Danke Erich für die Rechtschreibhinweise.
Beislgrüße

Einkaufsglück   

Die Münder offen - die Blicke leer.
Warten in der Kassenschlange!
Die Tüten Fleisch, sie wiegen schwer
nervöse Scanner piepsen lange.

Kurzer Atem -breite Latschen.
Die Payback App schon griffbereit,
Samstag früh beim shopping quatschen,
das ist der Deutschen Lieblingszeit

Und was da draußen auch passiert,
frag bloß nicht was das alles soll.
Es ist egal wer grad regiert,
Hauptsach, der Kofferraum ist voll
.
Beislschmidt 26

Niemandsreich   

Du dienst dem Pack zur Stilisierung.
Es wird ein Niemandsreich entstehen,
verpackt in TicToc - Deklarierierung
und Pleitegeiers Winde wehen.

Schon bald lässt man die Bücher brennen
und unbequeme Konten sperren.
Wenn die Sanktionen sich verrennen,
wird man nach alten Rechten plärren..

Geopfert für vemeintlich große Ziele -
wir kennen das aus der Vergangenheit.
Wenn Zwerge mit Kanonen spielen,
ist Wahrheit kompromissbereit.



Das letzte Hemd   

Warum ist Sterblichkeit Gewinn?
Selbst Dekaden haben Überlänge.
Es rafft der Hein zwar jeden hin,
doch stört das Ego solche Zwänge

und kommt das Aus ganz unvermittelt,
dann war das letzte Hemd  Entblößung.
Schnell noch ein "Rest in Peace" geschüttelt,
am Ende war's für alle nur Erlösung.

Glaubt ja nicht, dass die Welt das schert
und lamentieren ist nichts wert.
.

« Letzte Änderung: April 22, 2026, 18:38:30 von hans beislschmidt »
"Lyrik braucht Straßendreck unter den Fingernägeln" (Thomas Kling)

Erich Kykal

Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« Antwort #98 am: April 22, 2026, 11:40:39 »
Danke Erich für die Rechtschreibhinweise.
Beislgrüße

Einkaufsglück   

Die Münder offen, Blicke leer
beim Warten in der Kassenschlange.
Die Tüten Fleisch, sie wiegen schwer
Nervöse Scanner piepsen lange.

Zu kurzer Atem, breite Latschen,
die Payback App schon griffbereit.
Samstag früh beim Shopping quatschen -
das ist der Deutschen Lieblingszeit.

Und was da draußen auch passiert,
frag bloß nicht, was das alles soll!
Es ist egal, wer grad regiert -
Hauptsach, der Kofferraum ist voll.

Beislschmidt 26

Niemandsreich   

Du dienst dem Pack zur Stilisierung.
Es wird ein Niemandsreich entstehen,
verpackt in TicToc - Deklarierierung,
wenn Pleitegeiers Winde wehen.

Schon bald lässt man die Bücher brennen
und unbequeme Konten sperren.
Wenn die Sanktionen sich verrennen,
wird man nach alten Rechten plärren.

Geopfert allzu großen Zielen -
wir kennen die Vergangenheit!
Wenn Zwerge mit Kanonen spielen,
ist Wahrheit kompromissbereit.



Hi Hans!

Ich habe mir erlaubt, ein Zitat metrisch und stilistisch zu überarbeiten. so würde es taktlich passen und mE. auch verständlicher rüberkommen. Übernimm, was dir passend erscheint (Alles?  ;) 8)).

Wichtig: Wenn etwas kompromissbereit wird, wenn Zwerge mit Kanonen spielen, dann die Wahrheit - so wie sie sein sollte. Welchen Kompromiss sollte die Lüge schon eingehen? Etwas wahrer werden?
Nö, das passt nicht. Wahr sollte immer das Gute genannt sein, nicht die Lüge der Bösen, die sich zu Wahrheit zu stilisieren versucht.

Gern gelesen, auch wenn es nix ändert. Wenn die Lage nach außen unkontrolierbar oder alzu opressiv erscheint, werfen sich die Menschen an die Basics: Wohlstand, Ernährung, Sicherheit. Wurscht wer womit regiert, satt soll man werden - das ist nur allzu menschlich. Wir sind per se nicht moralisch, sondern Überlebenskünstler - das ist genetisch so programmiert.

Leider wissen das auch die A-löcher dieser Erde, die über Politijk oder Religion Macht suchen. Wenn Wahrheit sein kann, was immer dazu erklärt wird, wenn immer nur die Sieger die Geschichtsbücher schreiben - was sollte sie je bemüßigen, menschlicher zu handeln?
Wie es auf der Welt zugeht, ist nicht primär die Schuld der Bürger, denen man höchstens Dummheit und Unterlassung vorwerfen könnte, zu einer Zeit, als es noch möglich gewesen wäre, das Ruder herumzureißen. Nein, es ist die Schuld der Machtgeilen, der ewigen Besserwisser und Kontrollfreaks der Weltgeschichte sowie ihrer Schergen, die nie etwas anderes gelten lassen wollen oder können als ihre eigene Weltsicht. Machtfanatiker - Fanatiker mit Macht.
sie reiten die Kulturen regelmäßig in die Scheiße, weil immer noch ein ausreichend großer Anteil der jeweiligen Bevölkerung ihre Lügen und Verzerrnungen willig schluckt, vor allem, wenn es eng wird - Überlebenskünstler eben, schon vergessen?  ::) >:D

Der Mensch ist ein unfertiges Produkt einer unfertigen Evolution. Fehleranfällig.

LG, eKy

Ironie: Ich halte euch einen Spiegel vor, damit wir herzlich lachen können.
Sarkasmus: Ich halte euch einen Spiegel vor, weil ich von euch enttäuscht bin.
Zynismus: Ich halte euch einen Spiegel vor, aber ich glaube nicht mehr an euch.

hans beislschmidt

Re: Gedichte Archiv Beisl 22
« Antwort #99 am: April 22, 2026, 18:33:06 »
Danke Erich für deine Vorschläge.

Die ""Wahrheit""bab ich abgeändert. Berechtigter Einwand.

 Einkaufsglück
Z1 ist als Gedankenzwischenruf gedacht hab einen Gedankenstrich dazwischen gesetzt.
Z2 ich weiß dir ist ein jambischer Auftakt lieber aber Z2 ist als Imperativ gemeint. Ähnlich wie Stillgestanden!
Mir ist wohl bewusst, dass ich den geschmeidigen Wohlklang regelmäßiger Kadenzen verlasse, weil ich glaube, dass dem Thema entsprechend  die Kettensäge besser geeignet ist, will sagen: - grob gezimmert.

Von deinem Verständnis für Lyrik her kann ich aber gut nachvollziehen was du meinst.
Bist halt doch a klaner Rilke.

Danke nochmals
Beislgrüße
"Lyrik braucht Straßendreck unter den Fingernägeln" (Thomas Kling)