Der Titel ist irreführend. Mächtige Männer sind in Wahrheit Mangelcharaktere, die ihren Selbstwert ausschließlich darüber definieren, wieviel Kontrolle sie über andere ausüben können – und über wie viele.
Trump ist das perfekte Beispiel, weil er es nicht verbergen kann, weder hinter einem natürlichen Schauspieltalent, noch hinter ausgefeilter Rhetorik, noch hinter auch nur ansatzweise geschickter Politik.
Er ist quasi das Sinnbild des bedürftigen stolpernden Narren, der nur eine einzige Strategie kennt, um sich Macht zu ergattern und zu erhalten: Leugnung und Lüge, gepaart mit cholerischen An- und Ausfällen, um sich schlagend wie ein verwöhntes, flennendes Kind, das seinen Willen nicht kriegt.
Bei Putin ist es marginal besser, wenn man es so bezeichnen mochte, rein an der Materie gemessen. Er schweigt, anstatt wie Trump das Maul aufzureißen und alle Welt wissen zu lassen, wie engstirnig, ungebildet und herzlos er ist. Bei Putin sprechen seine Taten an seiner statt, aber auch die versucht er zu verschleiern.
Dennoch sind beide Sorten Machtmenschen jämmerliche Kreaturen, die ohne ihre Illusion von Allmacht praktisch nicht mehr lebensfähig wären – ihr gesamte Selbstdefinition fußt auf dem Wert von Macht, politisch wie wirtschaftlich. Ihr Bild von sich ist jenes, von dem sie glauben möchten, dass alle anderen es haben und wertschätzen müssen. Um sich das zu erhalten, umgeben sie sich mit Speichelleckern und Jasagern, einem Hofstaat von Intriganten, die sie notfalls gegeneinander ausspielen können, sollte ihre Macht jemals wanken.
Allerdings verlieren sie dadurch irgendwann zwangsläufig jeden Bezug zur Realität, bis hin zum Cäsarenwahn, der glaubt, seine gottgleiche Wahrnehmung von Wirklichkeit sei die einzig gültige, weil sein Geist allen anderen – den Geduckten – tatsächlich haushoch überlegen sei.
Über diesen Denkfehler stolpern sie dann auch irgendwann.
Dem Großteil der Masse der Regierten ist es nämlich genau genommen egal, wer sie regiert, so lange genug zu Fressen im Trog ist und für leistbare Kurzweil gesorgt ist. Das wussten schon die ollen Römer: Panem et Circenses! Brot und Spiele.
Außerdem trägt der Gemeinschaftssinn eines Volkes solche Autokraten oft weit über ihre meist ohnehin zweifelhafte Nützlichkeit hinaus weiter:
Zusammenrücken gegen Kritik von außen – 'Er ist einer von uns!'
Ein schönes Beispiel war Österreich in der Waldheimaffäre: Anstatt nüchterner Aufarbeitung und Nachforschung nur ein kommunaler Aufschrei von 'Jetzt erst recht Waldheim!', was uns in der Weltgemeinschaft jahrelang isoliert hat.
Verteidigung gegen einen Feind von außen, ob selbst verursacht oder nicht: 'Er mag ein Arsch sein – aber DIE greifen uns an!'
Funktioniert immer, vor allem wenn selbst konstruiert, von Hitlers 'Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen!' bis hin zu Putins 'Spezialeinsatz, um die neuen Nazis in der Ukraine zu entmachten!'
Elitäres Denken von klein auf indoktrinierter Gemüter – 'Wir sind das auserwählte Volk der Macht! ER führt uns auf dem verdienten Weg in die Geschichtsbücher!'
Letztere perfide Manipulation leicht beeinflussbarer Kindergeister überträgt die Gehirnlandschaft solcher Potentaten auf das gesamte Volk – von der 'arischen-völkischen Hitlerjugend' bis zum 'besseren kommunistisch-sozialistischen Jungvolk' unter DDR-Ägide, Stalin oder Mao, bis hin zur aktuellen Familiendynastie der Kims.
So können Männer der Macht(psychose) ihr Dauern ganz oben verlängern, manchmal sogar über ganze Generationen hinweg, dort, wo brutale Selektion von Mächtigen schon über Jahrtausende hinweg ganze Völker genetisch ihrer Willensstarken, Mutigen und Intellektuellen beraubt hat, indem sie konsequent jeden abschlachteten, der sie auch nur ansatzweise zu kritisieren oder womöglich auch nur neben ihnen heller zu glänzen wagte, meist mitsamt der gesamten Familie, auch den Kindern, damit sich der Schneid und die natürliche charakterliche Integrität solcher Menschen nicht weitervererben konnten. Was uns zum letzten Punkt bringt, bei dem das verführte Volk längst nichts mehr mitzureden hat:
Zuerst politische (von Elitarismus oder Rassismus getragen) und danach konsequente genetische (per Auslese der Fortpflanzungsberechtigten) Selektion im eigenen Volkskörper, durch Herabwürdigung, Ausgrenzung, Entlassung, Entrechtung, bis hin zur Inhaftierung oder Hinrichtung missliebiger Elemente unter fadenscheinigen Beschuldigungen. Ganz bewusst fadenscheinig, damit jeder weiß, wer die Macht hat, damit durchzukommen.
Mit den Jahren bekommt man, was man wollte: Ein Volk von genetisch selektierten Duckmäusern, Gehorsamen und natürlichen Unterlingen, denen man leicht einreden kann, dass die Gemeinschaft alles ist und sie selbst als Individuum bedeutungslos sind, weil sie nie stark und klug genug sein können, ihre allmächtigen Herrscher auch nur zu hinterfragen, die es grundsätzlich besser wissen.
Nordkorea und China sind gute Beispiele für solche seit Äonen passend zurechtgezüchteten Völker.
Selbst nach einer Befreiung dauert es oft Generationen – mitunter mit Rückfällen – bis dieses 'Erbe' überwunden ist – siehe das erneut verbreitete Liebäugeln der ehemaligen nützlichen DDR-Ideologidoten im Osten mit dem rassistisch betonten Rechtsextremismus, um sich nach Dekaden der kommunistischen Supression und nach der herablassenden Behandlung durch die 'Westler' nach der Wiedervereinigung quasi neuen Selbstwert einzuimpfen. Klüger sind sie offensichtlich nie geworden …
Perfekter Nährboden für neue 'Männer der Macht' und ihre psychotische Agenda.