'Menschlich', sagen wir, und unterstellen
damit Edles nur, das Menschen trägt.
Wer die Deutung an sich hinterfrägt,
gleiche Hunden nur, die hirnlos bellen.
Aber 'menschlich' ist auch jedes Morden,
jedes Schänden, jede Grausamkeit!
'Menschlich' ist der Spiegel jeder Zeit,
an der 'Menschlichkeit' nur hart geworden,
ruch- und haltlos, egomanisch hetzend,
was die Gier dem kalten Geist verspricht.
Doch wir sagen, 'menschlich' sei das nicht -
'menschlich' wäre gut und nicht verletzend.
Darf naives Selbstbild uns betrügen,
uns auf's Glatteis führen unterm Kleid
einer Deutungshoheit, die das Leid
ignoriert, und all das platte Lügen?
'Menschlich', sagen wir, und meinen: 'Besser',
als wir wirklich sind in allem Drang,
dem kein wirklich Besseres gelang,
als Rezepte für die Menschenfresser.